Kultur – Film / TV

Kino (c) STADTBEKANNT
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Gran Torino

28. Mai 2010 • Film / TV

Der mittlerweile 78-jährige Clint Eastwood hat in den vergangenen 60 Jahren seines Schaffens ebenso viele Spielfilm Rollen verkörpert und 29 Filme inszeniert. Gran Torino wird wohl der letzte sein, in dem der Altmeister selbst vor der Kamera zu sehen ist.

 

Eastwood spielt den verbitterten Walt Kowalski, der nach dem Tod seiner Frau ein einsames Leben in Detroit führt. Der einst prosperierende Vorort, in dem Kowalski sein Leben verbracht hat, wurde im Laufe der Jahre von Migranten bevölkert. Kowalski findet sich selbst inmitten von Gangwars, Drive-by-Shootings und Kriminalität, resultierend aus der aussichtslosen sozialen Situation junger Einwanderer in den USA. Walt Kowalski blickt mit tiefer rassistischer Verachtung auf diese Veränderungen, die für ihn im Einzug einer Hmong-vietnamesischen Familie im Nachbarhaus gipfeln. Seine mit Flagge geschmückte Vorort-Veranda wird zur Bühne des mürrischen Rächers Kowalski. Mit der Waffe in der Hand, weiß er seine Insel der Seligen zu schützen.

In der Garage des Koreakrieg-Veteranen steht ein 1972er Ford Gran Torino, den Kowalski als Fließbandarbeiter in einem Ford-Werk noch selbst zusammengebaut hat. Als er den Nachbarsjungen beim Versuch erwischt sein Heiligtum zu stehlen, beginnt der Kontakt mit der ihm verhassten asiatischen Familie nebenan. Da Kowalski ein paar Vorstadt-Gangster aus der Straße verjagt, wird er zudem unfreiwillig zum Helden der asiatischen Gemeinde. Von der Tochter der Nachbarsfamilie lässt sich der xenophobe Kowalski schließlich in die Sitten der Hmong-Vietnamesen einführen, den grüblerischen Sohn berät er bald in Lebensfragen.
Als dieser von einer Gang gejagt wird, rüstet sich Walt Kowalski zum letzten Kampf…

Eastwood in der Rolle des knochigen, unzufriedenen, alten Mannes, der seine Waffe auf das Amerika der Gegenwart richtet, ist herausragend und rettet damit die Banalität des Filmthemas. Clint Eastwood als Regisseur und Schauspieler ist es gelungen einen Film, der leicht ins Belehrende abrutschen könnte, ironisch und gleichzeitig tief bewegend zu gestalten.
Clint Eastwoods fulminanter Abschied als Schauspieler – so wie es ihm gebührt und wir es erwartet haben.
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