Essen & Trinken

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Gourmet-Tipp: Das „Mc Donald’s“ in der Mariahilfer Straße

6. Dezember 2010 • Essen & Trinken

Mittagstipp

Ronald McDonald, Entrepreneur, Spitzenkoch und statt im feinen Zwirn stets understatend als Clown angezogen, ist ein Pionier in Sachen „Nouvelle Cuisine“.
Mit kindischem Firlefanz wie Molekularküche und sonstigen Haute Cusine-Kasperladen hält sich der mittlerweile 78-jährige Rotnasen-Träger (der sein Geschäft längst an Sohn und Clown-Kollegen Enrico weitergeben wollte, der aber aufgrund einer Clownsdepression ablehnen musste, die er nun bei Dr. Thomas Brezina behandeln lässt) sowieso nicht auf: deswegen ist der aufstrebende Fast Cuisine-Franchise unser heutiger, völlig feierlich ernst gemeinter Mittagstipp.
Das „Mc Donald’s“ besticht durch ein reichhaltiges Angebot an Menüs verschiedenster Art. Nur die besten, liebevollst gezüchteten Zutaten finden ihren Weg in das superbe Ingredient-Sortiment des nordamerikanischen Haubenlokals. Saftigstes Rindfleisch vom Kobe Rind, täglich von japanischen Züchtern mit Mozart beschallt, maritime Köstlichkeiten (im Volksmund „le fish mac“), raffinierteste Gemüsekreationen und, weltoffen wie „Senior Ronaldo“, wie ihn sein Personal liebevoll ruft, ist, gibt es in regelmäßigen Abständen, dem kulturellen Austausch zu liebe, detailgetreues Essen aus verschiedenen Ländern. Wenn es Asien-Wochen gibt beim sympathischen Restaurant-Chef (trägt Schuhgröße 55, eigentliche Schuhgröße 41) kann man sich sicher sein, dass es in einer tibetischen Bergstadt genau so zubereitet wird. Ein kleines Stück von der großen Welt. Das goldene M, das Logo der Gastronomie-Bewegung, steht für le Monde, für Multikulturell, für Magnifique.
Als überzeugter Demokrat hat McDonald natürlich auf erschwingliche Preise und faire Löhne geachtet: ganz im Sinne von Henry Ford („jeder Ford-Arbeiter soll sich auch einen Ford leisten können“), ist für JEDEN Mitarbeiter ein Big Mac Menü in Medium mit einmal extra Ketchup oder wahlweise Süß-Sauer mehr als erschwinglich und das nur für einen halben Tageslohn.
Weil bei allem Health Food auch einmal Platz für eine kleine Sünde sein muss (hat sogar die stets so strenge Sasha Walleczek bestätigt), bietet McDonald’s auch einige geniale Dessertkreationen an, unter anderem Eiscreme mit Stücken von allerlei Konfekt („Mars“, „Smarties“ und „Daim“), in Fachkreisen „McFlurry“ genannt oder auch die berühmte Apfeltasche – der Strudel mit den Äpfeln von Opa’s Apfelbaum könnte nicht mehr munden.
Die Pommes sind ein aus der Erde gezogenes Gedicht, das Saucen-Sortiment ein Feuerwerk für die Sinne. Einzig das mangelnde Wein-Sortiment echauffiert den geneigten Gourmet: würde doch zum filigranen Geschmack eines Fishmacs (man schmeckt die Weltmeere deutlich) ein grüner Veltliner Jahrgang 2003 so hervorragend harmonieren. Dafür begeistert den passionierten Biertrinker die ungeheuer stilvollen Pappbecher, in denen man sein Gösser stilecht trinken darf.
Eine loungige, topmoderne Atmosphäre mit W-Lan (welcher Bobo schreibt seinen Roman nicht am liebsten im Clownstempel) – art nouveau-Dekor, spärlich und doch herzlich tut ihr übriges. Wohl bekomm’s!

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