Essen & Trinken – Trinken

Gin Cocktails Ginsorten Flaschen Tumblr (c) STADTBEKANNT

Gin Sorten

5. September 2017 • Trinken

Gin ist nicht gleich Gin

Beim Genuss von Gin kann man in viele Fettnäpfchen treten, denn Gin ist nicht gleich Gin. Manche sind durch geografische Angaben beschränkt, andere differenzieren sich durch eine spezielle Herstellungsmethode. Viele ähneln sich aber keiner ist gleich. Wir haben die wichtigsten Sorten im Überblick!

 

Definitionsprobleme

Wenn man sich mit dem Thema Gin etwas genauer beschäftigt, stößt man schnell auf unterschiedlichste Bezeichnungen: Gin, Compound Gin, „Dry“ oder eben nicht, „distilled“ oder eben nicht und so weiter. Tatsächlich wurden erst 2008 mit einer EU Verordnung die gesetzlichen Grundlagen für Gin geregelt und diese konzentrieren sich auf sehr rudimentäre Punkte (und sind auf die Produktionsweise bezogen). Die Bezeichnung „Dry“ etwa bezieht sich auf den trockenen Geschmack des Gins (welcher meist dadurch erzielt wird, dass kein oder nur sehr wenig Zucker beigefügt wird) und geschmackliche Aspekte werden in der Verordnung nicht gesetzlich geregelt. Trotzdem lässt sich sagen: Bei Gin ist (bzw. muss) der Wacholdergeschmack dominant bleiben und der Alkoholgehalt bei mindestens 37,5% liegen.

 

Dry Gin

Dieser Gin ist mit Abstand am meisten verbreitet und bekannte Marken wie Hendrick’s oder Gin Mare zählen zu den Vertretern. Beim Dry Gin gibt es keine gesetzlichen Restriktionen bezüglich der Zusatzstoffe – es dürfen also auch Farbstoffe oder nicht-pflanzliche Aromen hinzugefügt werden. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um einen trockenen Gin.

 

London Dry Gin

Das ‚London‘ im Namen bedeutet keinesfalls, dass diese Sorte nur in London hergestellt werden darf – das rührt aus der historischen Entwicklung. Der Unterschied zum Dry Gin ist, dass nur natürliche Aromen und Zusatzstoffe hinzugefügt werden dürfen. Auch die Beigabe von Zucker ist beschränkt. Bekannte Vertreter dieser Sorte sind zum Beispiel Tanqueray, Bombay Sapphire oder Sipsmith.

 

Sloe Gin

Sloe ist der englische Begriff für Schlehe, was sofort auf den Inhalt des Sloe Gins hinweist. Diese Sorte hat in der Regel nur zwischen 15 und 30% Alkohol und schmeckt süßlich beziehungsweise nach Schlehe. Es handelt sich somit eher um ein Likör als um Gin in der klassischen Form. Viele Hersteller haben Sloe Gin als Spezialvariante im Sortiment – so zum Beispiel auch der Sloeberry Gin von Blue Gin.

 

Reserve Gin

Diese Variante stellt keine offiziell eigene Sorte dar, sondern unterscheidet sich ganz einfach darin, dass der fertige Gin noch einige Wochen bis Monate in einem Holzfass (meist Eiche) gelagert wird. Ähnlich wie bei der Lagerung von Whiskey kommt es da darauf an, welche Spirituose sich zuvor in dem Fass befand. Der Gin verfärbt sich dann gelblich und nimmt den Geschmack des Fasses an. Ein Beispiel für diesen Gin ist der FAIR.Gin barrel aged.

 

Regionsbedingte Bezeichnungen

Die Herstellung einiger weniger Sorten ist, so wie man es vom Champagner kennt, auf eine Region beschränkt. Der bekannteste Vertreter dieser Sorten ist der Plymouth Gin, der von der Black Friars Distillery hergestellt wird. Aber auch der Gin de Mahón aus Menorca und der Vilnius Gin aus Litauen zählen dazu.

 

Gin-Verwandte

Ebenso erwähnenswert sind Gin-ähnliche Getränke, die dem Gin meist vorausgegangen sind. Allen voran ist der holländische Wacholderschnaps Genever zu nennen, der von der aus Amsterdam stammenden Destillerie Bols ins Leben gerufen wurde. In diesem Zusammenhang ist auch der Old Tom Gin zu nennen, der durch die Zugabe von Zucker sehr süß schmeckt.

 

Geschmackssache

Generell ist noch zu sagen, dass sich der Geschmack von Gin (egal welcher Sorte) sehr stark unterscheiden kann. Vorherrschend ist zwar bei den meisten der Wacholdergeschmack, jedoch wird durch die Beigabe von Botanicals (deren Anzahl etc. nicht gesetzlich reguliert ist) der ganz eigene Geschmack eines jeden Gins bestimmt. Besonders der New Western Dry Gin wird in diesem Zusammenhang öfter genannt. Er stellt jedoch keine offiziell eigene Sorte dar, sondern bezeichnet all jene Gins, die den Wacholdergeschmack in den Hintergrund rücken lassen. Viele zählen den Berliner Brandstifter zu den New Western Dry Gins.

 

Mehr Gin!

Im Rahmen der STADTBEKANNTGinTage dreht sich alles um den Gin. Wir verraten euch zum Beispiel, wo die besten Gin Lokale der Stadt sind, erzählen euch etwas über die Basics rund um den Gin oder stellen euch einige Rezepte vor. Auch unsere Lieblings-Gin-Sorten sind mit dabei. Cheers!

, , , , ,

Weitere Artikel

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

« »