Wien – Grätzltipps – 11. Simmering

Gasometer (c) STADTBEKANNT Zohmann
Gasometer (c) STADTBEKANNT Zohmann

Gasometer

14. September 2014 • 11. Simmering2 Kommentare zu Gasometer

Rundgang in Wiens Gasometer

Sie sind massiv, sie sind gedrungen, sie sind… auf den ersten Blick nicht unbedingt ansehnlich.

Deshalb werfen wir einen Blick auf die inneren Werte der Gasometer.

Glasdecke Gasometer (c) STADTBEKANNT Zohmann

Glasdecke Gasometer (c) STADTBEKANNT Zohmann

Vom Gasbehälter zum Freizeitgestalter

Die vier Gebäude als „Türme“ zu bezeichnen, könnte einem beinahe übertrieben scheinen: Zu niedrig, zu breit, zu massiv wirken sie – die Proportionen lassen einfach nicht an einen Turm denken, den man mit Stolz, Erhabenheit und Weitblick assoziiert. Ihr Aussehen haben sie ihrer früheren Funktion zu verdanken. Gefüllt mit Gasbehältern dienten die Gasometer dazu, das nächtliche Wien zu erleuchten. Heute sind sie von ihrer lästigen Pflicht längst befreit und wenden sich erfreulicheren Dingen zu. Als Wohninsel, Einkaufszentrum und Entertainment-Center haben sie allerlei zu bieten. Rein äußerlich wie Vierlinge – doch innerlich sehr individuell: Wir durchschreiten Gasometer A bis D und schauen zuletzt im Entertainment-Center vorbei.

 

Shopping macht hungrig

Tische El Greco (c) STADTBEKANNT Zohmann

Tische El Greco (c) STADTBEKANNT Zohmann

Sonnenlicht fällt durch die gläserne Kuppel-Konstruktion und verleiht dem Gasometer A als dreigeschossiges Nahversorgungszentrum ein helles und freundliches Aussehen. Trotzdem – Einkaufszentrum bleibt nun mal Einkaufszentrum und das wird spätestens dann deutlich, wenn die hungrigen BesucherInnen nach einem Restaurant Ausschau halteb. Das Angebot ist zwar vielseitig und reicht von asiatisch bis mediterran, allerdings erweist es sich als schwierig, der Shoppingcenter-Atmosphäre zu entkommen. Dem Restaurant El Greco gelingt es dennoch mit Hilfe dekorativer Elemente ein angenehmes Flair zu kreieren und bietet zudem eine leckere Auswahl an günstigen griechischen Mittagsmenüs, von denen wir uns eines schmecken lassen.

 

Music was my first love

Gitarren Klnagfarbe (c) STADTBEKANNT Zohmann

Gitarren Klnagfarbe (c) STADTBEKANNT Zohmann

Das avantgardistische Architektenduo Coop Himmelb(l)au bescherte dem Gasometer B mit dem so genannten „Schild“ einen futuristischen Partner, der sich schlank an den breiten rot-geziegelten Turm schmiegt. Das 18-stöckige Wohngebäude ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass hier etwas Neues, etwas Modernes entstanden ist. Bekannt ist Gasometer B jedoch vor allem für seine große Veranstaltungshalle, die eiförmig unterhalb der Mall angesiedelt ist. Regelmäßig locken Konzerte und Events kulturbegeisterte Massen an. Die Reise ist für Musikfans an dieser Stelle noch nicht vorbei. Wir gehen weiter.

Wir wandern durch den wenig aufregenden Gasometer C hindurch, der uns lediglich einen netten Blick durch die Glaskuppel auf den begrünten Innenhof der kreisförmig angelegten Wohnungen beschert, und gelangen in den Gasometer D. Hier ist – wiederum unterhalb einer Wohnzone – Österreichs größtes Musikhaus „Klangfarbe“ zu finden, das auf 3.500 m² in unterschiedlichen Abteilungen mit immenser Auswahl und kompetenter Beratung brilliert.

 

Pleasure Dome

Stiegenhaus Pleasure Dome (c) STADTBEKANNT Zohmann

Stiegenhaus Pleasure Dome (c) STADTBEKANNT Zohmann

Über eine gläserne Brücke gelangen wir nun in ein Gebäude, das von seinem Architekten Rüdiger Lainer als „Pleasure Dome“ bezeichnet wurde. Es wird seiner Funktion als Entertainment-Center bereits durch seine äußere Form mehr als gerecht: Bunte Außenplatten tauchen das Innere in ein farbiges Durcheinander. Die halbtransparenten Flächen bilden gemeinsam eine große städtische Skulptur, sollen als Vermittler zwischen dem Innen und dem Außen dienen. Im Inneren finden wir tatsächlich eine Art kleine Stadt, in welcher sich zahlreiche Lokale und Restaurants, Kino und Poker Casino befinden.

 

STADTBEKANNT meint

Die Wiener Gasometer sind nicht mehr das, was sie mal waren: Befreit von ihrer einstig verantwortungsvollen Gasversorgungs-Funktion, betreiben die vier Türme heute Bedürfnisbefriedigung auf unterschiedlichen Ebenen: Wir starten im Einkaufszentrum Gasometer A und werden dort kulinarisch versorgt, passieren Gasometer B mit seiner berühmten Konzerthalle, blicken durch die Glaskuppel des Gasometer C hinauf ins Grüne, betreten in Gasometer D Österreichs größten Musikaussteller und landen schließlich im bunten Entertainment-Center. Von hier aus eröffnet sich der Blick auf die Türme: Gedrungen, massiv und unscheinbar von außen, jedoch mit vielseitigem, aktivem Innenleben.

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2 Antworten auf Gasometer – Verstecken

  1. Baerlipanda sagt:

    Leider hat man die Umgebung mit diversen Firmenansiedlungen ziemlich verschandelt. Wäre ringsum noch ein hübscher Park, statt Billigstbauten (schaut alles aus wie heruntergekommene Plattenbauten) dann wäre es auch noch viel mehr besucht.
    Aber vielleicht besinnt man sich und ändert das rund herum.

  2. Kurt sagt:

    Wie man Geld verschwenden kann und stadtplanerischen Wahnsinn vollbringt ist in und um den Gasometer zu sehen. Die GESIBA eigene Mallverwaltungsgesellschaft hat erfolgreich mißgewirtschaftet und (siehe Rechnungshofbericht) massiv Schulden erzeugt. Dauerbaustellen und Gemeindewillkür machen alles nachhaltig kaputt.

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