Wien – Leben

Ausblick über Wien (c) STADTBEKANNT
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Freiheit für die Wiener Wiesen reloaded

28. Mai 2010 • Leben

Über die Aktionen zur Verteidigung des Öffentlichen Raums in den Wiener Bundesgärten Burg- und Volksgarten sowie auf dem Theresien- und Heldenplatz, haben wir ja schon berichtet. Ähnlich wie schon im vergangenen Jahr beim Widerstand gegen den Versuch, das Museumsquartier alkohol- und musikfrei zu bekommen, will man auch diesmal verhindern, dass ein Stück öffentlicher Raum zu totem Repräsentationsraum wird.

Wo jetzt noch als Mozart verkleidete KeilerInnen TouristInnen in die heiligen Hallen der Hochkultur lotsen wollen und sich TouristInnenhorden und herumlungerndes Stadtvolk gute Nacht sagen, sollen zumindest letztere demnächst weichen.

Geht es nämlich nach dem Willen der zuständigen Burghauptmannschaft, so soll das Liegen in den Wiesen des Burggartens bald der Vergangenheit angehören. Zu teuer sei die Reinigung, zu groß der Grad der Verschmutzung und Sachbeschädigung. Ein privater Sicherheitsdienst patrouliert deshalb seit kurzem und beweist dabei nur all zu oft das Fingerspitzengefühl eines Elefanten im Porzellanladen. Mit der Security Demokratie, die Martin Blumenau konstatiert, ist eben nicht gut Kirschen essen.

Einige Wagemutige wollen das aber nicht hinnehmen und rufen Samstag den 17. April zum Tag des Widerstandes auf. Zwischen 12:00 und 13:00 Uhr soll im Burggarten ein Sitzstreik stattfinden. Auf Facebook wird zur Aktion aufgerufen. Mitgebracht werden soll alles, was dem Zweck dienlich ist. Von Müllsäcken bis Partystimmung.

Update: statt eines Sitzstreiks findet jetzt ein Wiesen-Spaziergang statt. Treffpunkt ist um 16h Heldenplatz/Burgtor. Hier findet ihr den Aufruf. Besonderes Kompliment für den Agitprop Spruch „ob schwarz, ob weiß, auf der Wiese sind wir alle gleich“, der Reim kann wirklich zu einer gefährlichen Waffe werden, wenn er unsachgemäß angewendet wird.

Es wäre doch gelacht, wenn dieser Aktion kein ähnlicher Erfolg beschieden wäre, wie den Aktionen gegen das Museumsquartier im vergangenen Jahr. Auch an diesem unsinnigen Gesetz müsste sich, oh Wunder, oh Wahlkampf, doch etwas ändern lassen, oder Herr Bürgermeister?

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