Lokalführer – Aus aller Welt

(c) Voggenberger stadtbekannt
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François im Vierzehnten

16. Oktober 2013 • Aus aller Welt2 Kommentare zu François im Vierzehnten

ZUAGSPERRT!

Oba unsan Artikel dürfts trotzdem nu lesen.

 

In den 14. Bezirk verirrt man sich sonst eigentlich nicht so oft, heute soll sich das jedoch ändern. Wir haben von diesem französischen Restaurant gehört und wollen es jetzt wissen, wie es sich dort so isst. Also, rein in die U-Bahn, raus in den 14., rein in’s Francois im Vierzehnten. Wir werden vom Kellner, in diesem Falle dem Garçon, freundlich empfangen und an unseren reservierten Tisch begleitet. Unser Blick schweift umher und wir sehen schlichtes, sehr modernes Design, ein großes Blumenbouquet an der schwarzen Bar und ganz viel weiße Farbe, das Besteck ist von WMF und generell ist alles sehr chic hier. Der Kellner reicht uns die Mittagsmenü-Karte.

Saubohnen, Josephbrot et la soupe

Geröstete Karottencremesuppe, rote Rüben Salat und spanische Tortilla sind an diesem Wochentag zu finden. Gar nicht einmal so französisch, wie wir eigentlich dachten. Egal. Unsere Mägen knurren und wir bestellen einmal die geröstete Karottencremesuppe, einmal den rote Rüben Salat mit Saubohnen und Estragon. Ob wir Brot wollen, werden wir gefragt. Ja, wir wollen. Das Brot wird gereicht und wenige Minuten später dann „la soupe“, wie der Kellner meint, und der Salat. Es sitzt sich gut hier.

Die Suppe ist ein Gedicht. Perfekte Temperatur, schöne Farbe, angenehmer Geschmack. Nicht einmal Ilsebill müsste in diesem Falle nachsalzen. Der Salat mundet auch, die Saubohnen sind jedoch nicht unbedingt mein Geschmack. Das liegt aber weniger an der Zubereitung, sondern vielmehr am tatsächlichen Geschmack dieser Hülsenfrüchte. Das Brot kommt vom Joseph-Bäcker im 1. Bezirk, erklärt uns François, also der Chef, höchstpersönlich. Dass es sich dabei um ein ganz besonders gutes Stück Brot handelt, merken wir nach dem ersten Biss.

Von spanischer Wurst und wirklich viel Wein

Als Hauptgericht steht einmal die spanische Tortilla mit Chorizo (eine mit Paprika und Knoblauch gewürzte Rohwurst vom Schwein aus Spanien), Erdäpfeln, Paprika und Zwiebeln und einmal die vegetarische Variante ohne der Wurst auf der Karte. Wir wollen Wurst und entscheiden uns also für die nichtvegetarische Variante. Während wir auf unsere Tortilla warten, reicht uns der Kellner eine Weinkarte und rät uns, doch einmal einen Blick hineinzuwerfen. Das tun wir uns stellen fest, warum der Kellner dabei gegrinst hat. Das Weinsortiment scheint ein geheimer Trumpf im französischen Ärmel des Restaurant zu sein.

Unzählige Sorten aus unterschiedlichen Jahren vom grünen Veltliner, Riesling, Burgunder, Sauvignon Blanc und Muskateller. Aus Deutschland, Frankreich (!), Italien, Spanien und Portugal kommen die Weine und pro Land stehen ca. acht verschiedene Weine auf der Karte. Außerdem Syrah, Cabernet und Merlot, Cuvées und Champagner. Gediegen Betrinken könnte man sich also auch im François im Vierzehnten. Puh!

Eine Landwiese auf unseren Tellern

Genug des Weines, die Tortilla wird aufgetragen. Sieht gut aus das Stück. Die Sagenhaftigkeit des am Teller liegenden Salates liegt der Blattvielfalt zugrunde. Noch nie im Leben haben wir soviel unterschiedliches Grün in einem Salat gesehen.

Wir bitten den Kellner herbei um zu fragen, was da nun alles vor uns auf dem Teller liegt. Tief durchatmen und los: Löwenzahn, Brunnen und Landkresse, kleiner Wiesenkopf, Schafgabe, wilder Koreander, Kerbl und roter Zwiebel. Ja, das ganze erinnert an eine Landwiese und ist äußerst stimmig. Ob das nun auch so gut schmeckt wie es aussieht, stellen wir unverzüglich nach der Enträtselung fest. Der Salat schmeckt und es ist ein Abenteuer, diese Vielfalt im Mund zu spüren. Leider ist das gute Ding etwas sauer. Aber im Großen und Ganzen geschmacklich gut. Jetzt schenken wir unsere Aufmerksamkeit einzig und allein der Tortilla. Ganz kurz drei Worte zur Hauptspeise: Zart, warm, gut! Da gibt es nichts hinzuzufügen, außer, dass wir bestimmt wieder hier essen werden.

Stadtbekannt meint

Das François im Vierzehnten punktet klar bei Speis und Trank, sowie bei freundlichem Personal. Ganz großes Tennis spielt es in Sachen Wein. Als einziges kleines Manko sei vielleicht hinzuzufügen, dass wir uns etwas mehr an französischer Küche erwartet hätten. France: huite points!

François im Vierzehnten
Reinlgasse 20
1140 Wien

Öffnungszeiten
Mo – Fr 11:30 – 22:00 Uhr
Sa 18:00 – 22:00 Uhr
Sonn- und feiertags geschlossen

Rainer-Georg Voggenberger

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2 Antworten auf François im Vierzehnten – Verstecken

  1. elko sagt:

    Überzahlt
    Auch wir wollten das Lokal probieren.
    Wir aßen a`la Carte,z.Bsp. "Cassoulet",um € 21,50,waren 2 kleine Lammrosen, der Rest waren Bohnen,Chorizo und zwei kl.Stücke v. Ente(mehr Haut als Fleisch).Mezzes muß man pro Person mimd. 2 bestellen,auch wenn man nur eine will.Das Essen war gut,doch überbezahlt.Sollte ich wieder kommen, dann nur auf Menue.

  2. bärli52 sagt:

    Aus ist’s
    Leider sperrt das Lokal am 21. Dezember 2013 für immer zu ……..

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