Kultur

walter Vopava Innenhof innen (C) parnass

fokussiert: Walter Vopava

9. Jänner 2012 • Kultur

Am 24. Jänner wird zum zweiten Mal der österreichische Kunstpreis in den Sparten bildende Kunst, Fotografie, Film, Musik und Literatur vergeben. Die von einer unabhängigen Jury ausgewählten PreisträgerInnen sind bereits etablierte Künstlerinnen und Künstler, deren außergewöhnliches Schaffen ausgezeichnet wird. Im Bereich der bildenden Kunst wird Walter Vopava für sein Gesamtwerk geehrt. Anlass für ein Portrait.

Der Maler Walter Vopava zählt zu jenen Künstlern, die seit den 1980er Jahren stark die österreichische Kunstlandschaft geprägt haben. Im Gegensatz zum damals etablierten figurativen Expressionismus beschäftigte sich der Künstler von Beginn an mit der eher ruhigen, atmosphärischen Seite der Malerei.

Dies zeigt sich beispielsweise in der Verwendung von gedämpften Farben, die pastos aufgetragen sind und dadurch dem Bild einen „erdigen“ Charakter verleihen. Vopavas Malerei lebt stark von Gegensätzen – hell vs. dunkel, Fläche vs. Raum, Gravität vs. Leere –, die miteinander in ein Spannungsfeld gesetzt werden. Meist sind es schwere, schwarze Balken, die die Bildsituation bestimmen, während eingesetzte Farbflächen das drückend Schwere relativieren und zu einem harmonischen und komplexen Ganzen fügen. Mit dieser konstruktiven Strenge ist Vopava ein Weggefährte beispielsweise eines Mark Rothko, mit dem Harmonisch-Atmosphärischen aber auch eines William Turner.

Walter Vopava geht in seinen Arbeiten aber nicht von einer Idee aus, die er ästhetisch umzusetzen versucht, diese entsteht vielmehr erst im Prozess des Malens selbst. Hier wird das zentrale Anliegen des 1948 geborenen Künstlers deutlich: Denn weder Naturalismus oder Atmosphäre im Sinne der Romanik wohnen den Arbeiten inne, es geht dem Künstler allein um das Medium Malerei selbst.

Seit den späten 1980er Jahren werden die Bilder monumentaler. Seit je her meidet er das Querformat, um in der Rezeption nicht der fälschlichen Annahme eines Landschafts-Horizonts anheimzufallen. Seine Werke wurden erst kürzlich in einer Personale in der Kunsthalle Krems präsentiert – nach der Auszeichnung mit dem österreichischen Kunstpreis darf man sich wohl auf eine Vielzahl an weiteren Ausstellungen freuen.

(Barbara Pflanzner)

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