Kultur – Film / TV

Foto: Edge of Tomorrow (c) 2014 Warner Bros
Foto: Edge of Tomorrow (c) 2014 Warner Bros

Filmkritik: Edge of Tomorrow

4. Juni 2014 • Film / TV

Tom Cruise grüßt das Murmeltier: In Edge of Tomorrow ist er in einer Zeitschleife gefangen und erlebt die gleiche Schlacht immer wieder – und immer wieder stirbt er.
Major William Cage (Tom Cruise) ist eigentlich ein Aushängeschild der Armee um junge Leute für den Krieg gegen außerirdische Invasoren zu rekrutieren. Eines Tages wird er aber unvermittelt an die Front versetzt und muss an einer groß angelegten Gegenoffensive teilnehmen. So sehr er auch versucht sich davor zu drücken, er zieht in den Kampf und, wie sollte es auch ohne jeglicher Kampfausbildung anders sein, stirbt prompt am Schlachtfeld. Er wird von einem Außerirdischen getötet. Doch im Augenblick des Todes vermischt sich sein Blut mit dem seines Feindes und Cage wacht am Vortag wieder auf. Fortan ist er dazu verdammt den gleichen Tag immer wieder zu erleben. Die einzige, die ihm Glauben schenkt und versucht zu helfen ist Rita Vrataski (Emily Blunt), der früher das gleiche wiederfahren ist und seitdem als Kriegsheldin gilt. Gemeinsam versuchen sie einen Ausweg zu finden und eine Möglichkeit den Kampf zu gewinnen.

 
Erzählweise eines Videospiels mit ironischem Humor
Doug Liman mischt das Schlachtengetöse, das über weite Strecken gar nicht im Zentrum steht, sondern bloß als Rahmen dient, mit einer gehörigen Menge an Ironie und absurdem Humor. Deutlich wird zudem der Einfluss von Videospielen auf die Erzählweise des Films. Mit jedem Tod und folgendem Neubeginn des Tages erlernt Cage neue Fähigkeiten, um in der Handlung weiter zu kommen. Cruise spielt dabei gewohnt souverän und beweist einmal mehr seinen Status als letzter legitimer Actionheld (mit Hang zu Selbstironie). Auch Emily Blunt überzeugt als durchtrainierte, abgebrühte Kriegsheldin. Leider bietet die Handlung beiden Hauptfiguren reichlich wenig Spielraum für innere Konflikte (ein Umstand, der besonders bei den Nebenfiguren Brendan Gleeson und Bill Paxton zu tragen kommt, von beiden hätte man sich mehr Szenen gewünscht).
Obwohl es Doug Liman gelingt Edge of Tomorrow über weite Strecken unterhaltsam und originell zu gestalten, schleichen sich doch ein paar Längen ein. An diesen Stellen wird die überwiegend gelungene Inszenierung und einfallsreiche Geschichte schmerzlich vermisst. Natürlich mischen sich auch die ein oder anderen Logikfehler unter, die jedoch erst gegen Ende gravierend werden und die Auflösung enttäuschend Kitschig werden lässt.

 
Kluger und unterhaltsamer Sci-Fi Hollywood Blockbuster
Trotzdem bleibt ein positives und überraschendes Fazit: Edge of Tomorrow ist wohl der cleverste und amüsanteste Sci-Fi Hollywood-Blockbuster der letzten Jahre. Er hätte womöglich das Potenzial gehabt noch mehr aus sich heraus zu holen, doch auch das Endprodukt kann sich sehen lassen und erhebt sich weit über ähnliche (und mit weitaus höheren anfänglichen Erwartungshaltungen versehene) Konkurrenzprodukte jüngster Vergangenheit (Elysium, Riddick, Ender’s Game, Transcendence).

 

Edge of Tomorrow
Regie: Doug Liman, Drehbuch: Christopher McQuarrie, Jez Butterworth, John-Henry Butterworth, Darsteller: Tom Cruise, Emily Blunt, Brendan Gleeson, Bill Paxton, Noah Taylor, Jonas Armstrong, Filmlänge: 113 Minuten, Kinostart: 29.05.2014

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