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Computer (c) Mehofer stadtbekannt.at
Computer (c) Mehofer stadtbekannt.at

„Feinde des Internets“ veröffentlicht

28. Mai 2010 • Lifestyle

Das Internet hat Möglichkeiten zur fast grenzenlosen Verbreitung von Informationen geschaffen, wir leben diese. Das passt nicht allen.

Bloggen und Internetartikel veröffentlichen kann Spaß machen, oft auch mühsam sein vor allem ist es aber für viele gefährlich. Über 100 Netizens sitzen weltweit wegen ihrer Berichte in Gefängnissen. Noch viel mehr sind Verfolgung und Schikanen ausgesetzt.
Reporter ohne Grenzen outet zum Welttag gegen Internetzensur in seinem jährlichen Bericht die Feinde des Internets. Länder in denen Meinungs- und Informationsfreiheit über das Internet massiv beschnitten, teilweise sogar verunmöglicht werden. So sperrten Burma, Nord-Korea, Kuba und Turkmenisten das Internet in ihren Ländern zeitweise komplett.

In China sitzen 72 Menschen wegen ihrer Internet-Berichte in Haft, in Vietnam sind es 17 und im Iran 13. Ebenfalls kritische Beiträge im Internet brachten in Marokko und Aserbaidschan Menschen ins Gefängnis.
Probleme bereiten auch oft Internetfilter, die neben den genannten Ländern in Tunesien, Saudi-Arabien oder Usbekistan das Netz von missliebigen Informationen „reinhalten“ soll.
Wegen ihrer Repressionspolitik unter den Feinden des Internets befinden sich Syrien und Ägypten.

Doch auch westliche Länder schafften es in den Bericht von Reporter ohne Grenzen als Staaten „unter Beobachtung“. Australien erließ ein Gesetz, nach dem über die Wahlen in Südaustralien nicht mehr anonym im Internet diskutiert werden darf – bei einer Strafandrohung von bis zu 4.000 Euro.
In Russland lässt die Regierung kritische Blogger verhaften und angeblich extremistische Webseiten sperren, während in der Türkei Seiten mit kontroversen Themen wie Minderheitenpolitik oder dem Militär gesperrt und sogar youtube.com zensuriert wird.

Sieht man sich die internationalen Medienberichte über autoritäre politische Systeme in den vergangenen Monaten weltweit an, so ist es kein Wunder, dass sich diese vor ihren Netizens fürchten. Ohne diese wären wohl fast keine Berichte über den Aufstand im Iran nach außen gedrungen, sie waren es die der niedergeschlagenen grünen Revolution mit dem ermordeten Mädchen Neda ein Gesicht gaben.
Gesichter bekam auch die burmesische Widerstandsbewegung mit den demonstrierenden Mönchen, die sich gegen die Militärdiktatur auflehnten und niedergeschossen wurden. (Achtung: beide Links sind nichts für zart Besaitete) Demonstrationen werden weltweit über Twitter und Facebook organisiert.

Doch zeigt das australische Beispiel, dass auch westliche Demokratien vor autoritären Einflüssen auf das Internet und Eingriffen in die Freiheitsrechte nicht gefeit sind –
Eine Diskussion die in Terrorangst und anderen Hysterien oft untergeht. Wo massenhaft Verbindungs- und andere Daten gespeichert werden, dort will man wohl nicht nur mit seinem überschüssigen Speicherkapazitäten protzen und dass in Österreich beispielsweise Handys von der Polizei nur geortet werden, um abgängige Wanderer sicher heimbringen zu können mag glauben wer will.

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