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Straßenbahn Ring Rathaus (c) STADTBEKANNT
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Fakten zur Tarifreform der Wiener Linien

12. Oktober 2011 • Leben3 Kommentare zu Fakten zur Tarifreform der Wiener Linien

Die rot-grüne Stadtregierung hat sich auf eine umfassende Tarifreform geeinigt. Doch was ädnert sich jetzt konkret? Tarifreform, wie das schon heißt. Nur mehr wenige Menschen verbinden mit diesem Begriff etwas positives, ist es doch meistens eine Vierklausulierung für geplante Einsparungen.Umso besser, dass von der Tarifreform der Wiener Linien sehr viele WienerInnen profitieren.

Wenn Verhandlungen sehr lange dauern, heißt es am Ende oft „Der Berg kreiste und gebar eine Maus“, diesmal nicht denn die Stadtregierung hat sich auf eine umfassende Tarifreform deren Auswirkungen fast die fast alle WienerInnen spüren werden, geeinigt.

Doch was ändert sich konkret? Wir haben uns die neue Tarifstruktur im Detail angesehen.

Aus alt mach neu
Jahreskarte:
Alt 449,- Euro. Neu 365,- Euro / ca. 21 Prozent billiger.
Jahreskarte monatlich bezahlt:
Alt 458,- Euro. Neu 375,- Euro / ca. 18 Prozent billiger.
Monatskarte:
Alt 49,50 Euro. Neu 45, Euro / 10 Prozent billiger.
8-Tage Klimakarte:
Alt 28,80 Euro. Neu 33,80 Euro / ca. 17 Prozent teurer.
Wochenkarte:
Alt 14 Euro. Neu 15 Euro / ca. 7 Prozent teurer.
Tageskarte:
Alt 1,80 Euro. Neu 2,- Euro / ca. 11 Prozent teurer.

Specials:
Seniorenkarten gelten ab sofort für Männer und Frauen einheitlich ab 60 Jahren. Männer mussten bislang bis 65 Jahre warten. Bis 2022 wird das Antrittsalter schrittweise auf 65 Jahre erhöht. Die Tickets kosten 224,- Euro.

Studierendenkarten gibt es in Zukunft ohne dass der Bezug der Familienbeihilfe Voraussetzung wäre bis zum 26. Lebensjahr, außerdem gilt es in Zukunft fünf statt wie bisher vier Monate. Für Studierende mit Wiener Hauptwohnsitz wird es 75,- Euro kosten, für solche ohne Wiener Hauptwohnsitz 150,- Euro. Bisher kosteten die Tickets 50,- beziehungsweise 100,- (ohne Hauptwohnsitz) und 128,- Euro. Für fast alle Studierenden wird das Ticket deutlich günstiger, lediglich Studierende die bislang ohne Hauptwohnsitz Wien aber mit Familienbeihilfe ein Ticket bezogen, zahlen künftig für die fünf Monate 30,- Euro mehr.

SchülerInnen können zukünftig mit ihrer Nachmittagsbildungskarte auch am Samstag fahren. Aber auch FahrradfahrerInnen werden von der Tarifreform stark profitieren. Zukünftig können sie ihr Fahrrad mit jedem Ticket gratis mitnehmen, allerdings nur außerhalb der Stoßzeiten.

Wer soll das bezahlen?
Den Wiener Linien werden durch die Tarifreform künftig etwa 25 bis 30 Millionen Euro fehlen. Dies werden über kurz oder lang aus dem allgemeinen Budget bezahlt werden müssen. Denn eine Verbilligung bei Tickets bedeutet natürlich letztlich eine Verlagerung der Kosten von den Tarifeinnahmen zu den Budgeteinnahmen. Letztlich bezahlen die billigeren Tarife also diejenigen die wenig fahren (mit höheren Einzelfahrscheinkosten) und die die sie gar nicht nützen (über das Budget).

Nicht zur Kasse gebeten werden intensive NutzerInnen, die aber beispielsweise nur Halbjahresweise die Wiener Linien nützen, weil sie beispielsweise in der warmen Jahreszeit mit dem Fahrrad fahren. Denn auch Monatskarten werden deutlich billiger. Wer auf Kostend er Allgemeinheit fährt, wird über zukünftig 100,- Euro SchwarzfahrerInnentarif ebenfalls stärker zur Kasse gebeten.

Ist das gerecht?
Was gerecht ist, ist schwer allgemein zu definieren. Die stärkere Öffi-Benutzung ist gut für das Klima und somit politisch erwünscht. Billigere Jahreskarten sollen einen Anreiz bieten auf die Öffis umzusteigen, bezahlt wird das indirekt auch über eine Verteuerung des Individualverkehrs den man zurückdrängen möchte. Gerecht kann man auch finden, dass VielfahrerInnen stärker profitieren als WenigfahrerInnen und auch eine stärkere Belastung von SchwarzfahrerInnen lässt sich legitimieren. Ungerecht ist der Tarif für diejenigen die so peripher wohnen, dass sie an die Öffis nur schlecht angebunden sind, denn auch sie müssen die Tarifreform mitfinanzieren. Im Gegensatz zu AutofahrerInnen generell haben sie nämlich weniger leicht die Möglichkeit einfach umzusteigen.

Wie wirkt sich das auf die Ärmsten aus?
MindestpensionistInnen und GrundsicherungsempfängerInnen fahren mittels Sozialpass in Wien um nur 15,20 Euro im Monat. Das können sie auch weiterhin tun. Auf sie gibt es also keine Auswirkungen.

Bringt das was?
Erfolg und Misserfolg des Projektes lässt sich am ehesten am Umstieg von mehr WienerInnen auf Monats- und Jahreskarten messen. Wenn das nicht passiert, muss man das Projekt wohl als an seinen eigenen Ansprüchen gescheitert ansehen. Frühestens in einem Jahr wird man erste Bilanzen ziehen können.

Muss man bis Mai auf den Kauf eienr Jahreskarte warten?
Nein, man muss nicht bis zum Start der Tarifreform im kommenden Jahr warten. Anteilsmäßig werden die Monate die bereits in die neue Tarifstruktur fallen voll angerechnet. Auch bislang fährt man mit Jahreskarte billiger als in jeder anderen Konstellation, ein Umstieg zahlt sich also für viele aus.

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3 Antworten auf Fakten zur Tarifreform der Wiener Linien – Verstecken

  1. Sarah sagt:

    Danke f
    Ich freue mich jedenfalls sehr

  2. vogerl sagt:

    jahreskarten
    finde es trotzdem gut, dass die jahreskarten billiger werden1 die 80 euro machen schon was aus!!

  3. Sarah sagt:

    @vogerl
    Ich freue mich auch extrem, dass das jetzt billiger geworden ist. Aber im Artikel steht doch auch nirgends, dass es schlecht ist wenn die Tickets biliger werden oder? Ich habe es zumindest nirgends gelesen.

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