Kultur

Daniel Knorr, Explosion, 2012, Courtesy des Künstlers und Galerie nächst St. Stephan / Rosemarie Schwarzwälder, Wien Daniel Knorr, Foto: Kunsthalle Wien 2012
Daniel Knorr, Explosion, 2012, Courtesy des Künstlers und Galerie nächst St. Stephan / Rosemarie Schwarzwälder, Wien Daniel Knorr, Foto: Kunsthalle Wien 2012

Explosion

2. Mai 2012 • Kultur

Daniel Knor’s Skulptur am Karlsplatz zeigt eine Bombenexplosion im Schwebezustand und schwebt selbst zwischen Eleganz der Zerstörung und kritischem Kommentar zum Medienalltag. 

Der Einschlag einer Bombe dauert normalerweise nur Bruchteile einer Sekunde: die zündende Explosion, die entstehende Druckwelle, die Rauchentwicklung – dieser flüchtige Augenblick wird in Damiel Knorrs Skulptur für den Karlsplatz durch das zeitliche Einfrieren kurz nach dem Bombeneinschlag sichtbar gemacht, der kurze Moment, bevor die Bombe ihre zerstörerische Kraft  entfaltet – heraus kommt eine elegante Arbeit, die ein bekanntes Bild vermittelt.


(Bild vergrößern mit Rechtklick – Bild anzeigen)

Weniger aber die zerstörerische Eleganz einer Detonation, das spiel mit dem Sublimen und die aus dem Wer? zu lesende pure Ästhetik des Krieges stehen im Mittelpunkt der beeindruckenden Edelstahlwoll-Arbeit: sie ist durchaus auch als kritischer Kommentar zur Medienkultur zu lesen, ist das Bild einer Explosion nämlich eines, das uns tagtäglich durch Fotos, Videospiele und Filme näher gebracht wird. Medien, in denen Explosionen im allgegenwärtig sind, deren Zerstörungskraft uns jedoch nicht betrifft. 

Ungefährlich sind diese Explosionen also für uns, und diese Gefahrlosigkeit drückt sich auch bildtechnisch aus: Explosionen kennt man hierzulande nur unbewegt oder aus Medien, die man üblicherweise auf Pause stellen kann; das skulpturale Darstellen der Explosion in diesem „Pausemodus“ ist somit also nicht nur bloße Abstraktionsstufe, sondern stellt auch einen konkreten Bezug zu unserem Medienalltag her.

Mit der realen, im Raum verankerten Skulptur öffnet Daniel Knorr so ein Spannungsfeld zwischen unserem Bild einer Explosion und deren Realität – denn nach dem Druck auf die „Pause“-taste folgt üblicherweise irgendwann das „Play“. (R. Dillhof)

Mit Explosion, präsentiert die KUNSTHALLE wien in Kooperation mit dem Rumänischen Kulturinstitut Wien eine eigens für diesen Ort konzipierte Plastik. Daniel Knorr wurde 1968 in Bukarest geboren und lebt in Berlin.

 

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Karlsplatz



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