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Blumen Garten (c) STADTBEKANNT
Blumen Garten (c) STADTBEKANNT

Europäische Osterbräuche

26. März 2016 • Lifestyle

Osterhasen, Osterhexen, Eierwerfen und vieles mehr!

Ostern ist ein traditionsreiches Fest – an Bräuchen übertrifft es sogar das Weihnachtsfest. Allerdings haben sich auch hierbei kontinentale und nationale Eigenheiten und Besonderheiten im Brauchtum herausgebildet. STADTBEKANNT hat sich für euch ein paar Osterbräuche angesehen.

 

Österreich

Neben den (verbotenen privaten) Osterfeuern am Karsamstag nach der Ostermesse kennt jeder die österlichen Bräuche wie den Osterbrunnen, die Ostermesse, das Eierpecken, die Osterkerze, das Ostereierverstecken am Ostersonntag, das Eierrollen oder das Eierkratzen.

Am Karsamstag und Ostersonntag werden in der Kirche Speisen (Schinken, Eier, österliches Backwerk) geweiht.

 

Italien

In Italien gibt es am Karfreitag traditionellerweise eine Prozession, bei der das Kirchenkreuz durch die Straßen getragen wird. Dort merkt man den erz-katholischen Einfluss stark und von dem bunt-fröhlichen Fest wie es hierzulande stattfindet merkt man in Italien wenig. Es geht ziemlich düster zu: Die dunkel gekleideten Teilnehmer schreiten langsam durch die Gassen, die Straßenlaternen sind ausgeschaltet, überall brennen Kerzen. Menschen und Kirchenglocken schweigen.

Die Auferstehung Christi wird dafür wieder fröhlicher begangen. Am zweiten Osterfeiertag wird bei einem Ausflug mit Freunden oder der Familie gefeiert und das sogenannte „Pasquetta“ verspeist. Dazu isst man traditionell einen salzigen Kuchen mit gekochten Eiern und Spinat, oder „Ostertaube“ („Paloma di Pasqua“) aus Germteig mit Zuckerstreusel.

 

Frankreich

Ähnlich wie in Italien bleiben auch in Frankreich die Kirchenglocken von Gründonnerstag bis Karsamstag im ganzen Lande stumm, um den Tod Jesu zu betrauern. Dafür aber läuten und verkünden sie am Ostersonntag freudig die Auferstehung Christi. Herzerwärmend ist, dass sich die Franzosen umarmen und küssen, wenn sie die Glocken am Ostersonntag hören. Auch das Eierpecken funktioniert in Frankreich etwas anders: Man erzählt sich, dass das Glockenläuten bis nach Rom dringt, um den Papst zu besuchen. Bei seiner Rückkehr bringt es dann die Ostereier mit. Diese werden von den Kindern in die Luft geworfen. Das erste, das auf den Boden fällt, verliert.

 

Schweden

In Schweden heißt Ostern ‚Påsk‘. Ein typischer Osterbrauch erinnert ein wenig an das amerikanische Halloween: Am Gründonnerstag ziehen Mädchen und Jungen mit Kopftüchern und mit langen Röcken als ‚Osterweiber‘ („Påskäring“) verkleidet von Haus zu Haus und hinterlassen sogenannte ‚Osterbriefe‘ und erhoffen sich als Gegenleistung Süßigkeiten oder Geld. Durch die langen Kleider hat der Ostersamstag auch den Beinamen „langer Samstag“.

Ostern ist auch ziemlich laut in Schweden: Zumindest in Westschweden werden mit Feuerwerkskörpern, Lärm und Osterfeuern die bösen Osterhexen verjagt. Die treffen sich von Gründonnerstag bis zum Ostersamstag am Blåkulla, dem schwedischen Brocken (oder Blocksberg), mit dem Teufel. Ansonsten ist die traditionelle Osterfarbe in Schweden gelb und nicht der Osterhase bringt die Ostereier, sondern die Osterküken.

 

Schweiz

Ähnlich wie in Österreich variieren die Osterbräuche je nach Bundesland beziehungsweise je nach Kanton. So hat man im Westen des Landes die sogenannten „Les Pleureuses“ (Klageweiber) am Karfreitag, die die Marterwerkzeuge Christi und das Schweißtuch der Heiligen Veronika wehklagend durch die Straßen tragen. Im Kanton Wallis hingegen, wird in den Dörfern Brot, Käse und Wein verteilt. Eine andere seltsame Eigenart der Walliser: Kurz vor Sonnenaufgang ziehen sie am Ostermontag in kleinen Prozessionen auf die nahe gelegenen Hügel. Dort begrüßen sie die Sonne, Symbol für die Auferstehung Christi, mit einem Tanz. Gelenkige Landsleute machen drei Purzelbäume. In einigen Gegenden versucht man mit einem Wasserbassin die Reflexion der tanzenden Sonnenstrahlen einzufangen.

Ein Eierpecken-Äquivalent findet man in Bern: Hier kommen Jung und Alt am Ostersonntag auf dem Kornhausplatz in der Altstadt zum „Eiertütscha“ zusammen. In dem Wettstreit werden die Ostereier aneinander geschlagen – das standhafteste gewinnt.

 

Bulgarien

In Bulgarien gibt es sicher den eigenartigsten Umgang mit Ostereiern: Diese werden nämlich nicht versteckt, sondern man bewirft sich gegenseitig mit ihnen. Derjenige, dessen Ei nicht zerbricht, ist der Sieger und soll das erfolgreichste Familienmitglied des kommenden Jahres werden. Ein weiterer österlicher Brauch sieht es vor, die Ostereier nach der Mitternachtsmesse an der Wand der Kirche aufzuschlagen. Etwas sanfter geht es bei diesem Brauch zu: Die älteste Frau im Haushalt streicht mit dem ersten rot gefärbten Ei allen Kindern des Hauses über das Gesicht, das soll Gesundheit und Stärke verleihen.

 

STADTBEKANNT wünscht euch jetzt schon frohe Ostern! 

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