Wien – Leben

Wiener Stadtpark Teich (c) STADTBEKANNT
Wiener Stadtpark Teich (c) STADTBEKANNT

Enten füttern in Wien

1. März 2016 • Leben

Am Rande der Kriminalität

Enten füttern im Park – das war doch immer mein persönliches kindheitliches Sonntagshighlight!

Der wöchentliche Höhepunkt im Leben eines Stadtkindes – als es in die schier unendlichen Weiten des Stadtparks ging, um der Natur gegenüber zu treten und echte Enten mit altem Brot zu füttern. Warum habe ich das schon so lange nicht mehr gemacht? Warum ist Enten füttern im Park so out?

 

Illegal und ungesund

Eine kurze Recherche führt zur logischen Antwort: Enten füttern im Park ist streng verboten. Genauso wie sein weniger glamouröser Contrapart Tauben füttern liegt es auf der Illegalitätsskala etwa zwischen „nachts ins Schwimmbad einbrechen“ und „alter Dame die Handtasche rauben“. Man steht also mit einem Fuß im Kriminal, wie man so schön sagt, wenn man mit einem Plastiksackerl voll alten Gebäcks in den Park marschiert.

 

Und mit was? Mit Recht!

Enten füttern ist nicht nur für manche Menschen (tragischerweise!) ungesund, sondern vor allem für die Tiere und deren Lebensraum selbst. Denn Enten fressen kein Brot – vor allem kein schimmliges – sondern Samen, Würmer, Wasserpflanzen oder dergleichen. Das Brot, das die vielen Kinder – darunter früher auch ich – säckeweise an den Gestaden der Wiener Gewässer ausleeren, führt zu Blähbäuchen bei den Enten, Algenbildung in den Teichen, erhöhter Vermehrung von Wassertieren, und schlussendlich zum Kippen des Gewässers – zusätzlich werden zu allem Überfluss auch noch Ratten angelockt. Wir haben uns nun um Alternativen umgeschaut.

Ententeich Stadtpark (c) Mautner stadtbekannt.at

Ententeich Stadtpark (c) Mautner stadtbekannt.at

Alternativen zu “Enten füttern”

Enten anschauen – Brot selbst essen

So tun als ob man Enten füttern würde beruhigt genauso wie sie tatsächlich zu füttern. Kaum etwas ist so entspannend wie auf der Parkbank sitzen und dem Geschnatter zuzuhören – und das Brot im Plastiksackerl kann man dabei ruhig selbst knabbern. Eine hohe Wahrscheinlichkeit, Enten anzutreffen (ohne sie zu füttern!) besteht im Stadtpark, im Türkenschanzpark und beim Kaiserwasser.

Illegal fütternde Rentner und Kinder verklagen

Für die Blockwarte und verhinderten Polizisten unter uns bietet es sich an, Umweltschutzpolizei zu spielen. So ein Ausweis ist schnell gebastelt und macht Eindruck – und schließlich geht es ja ums Vernadern für die gute Sache.

Rentner und Kinder füttern

Wenn Rentner und Kinder die Enten füttern, wer füttert dann die Rentner und die Kinder? Vielleicht nicht unbedingt mit altem Brot kommen, es sollte schon kaltes Schnitzel sein!

Enten futtern -

– am besten beim Chinesen.

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