Wien – Leben

Zigarette (c) STADTBEKANNT
Zigarette (c) STADTBEKANNT

Endlich rauchfrei – Mehr als ein guter Vorsatz?

31. Dezember 2015 • Leben

Tipps und Tricks

Wir fangen schon mal damit an einen unserer Silvestervorsätze zu realisiert, diesmal Raucherentwöhnung – mit all ihren Tücken und Skurrilitäten.

Ein ganz subjektiver Bericht über Raucherentwöhnung und alle Tücken und Skurrilitäten die damit einhergehen, sowie vielleicht für den ein oder anderen hilfreiche Tipps, für all jene die auch mit dem Gedanken spielen das Rauchen sein zu lassen, oder sich das als Silvestervorsatz vornehmen wollen.

 

Rauchzeichen

Selbst für eine passionierte Raucherin wie mich kam der Tag, an dem ich in der Früh hustend in der Küche saß und feststellen musste, dass mir das Rauchen nicht nur nicht gut tut, sondern dass es zu viel ist und das Ende der Fahnenstange nun erreicht ist. Mein Körper ist mit seiner Toleranzgrenze am Limit, beim Atmen rasselt die Lunge und das ist kein Kindergeburtstag.

Vielleicht sollte hier angemerkt werden, dass ich seit ungefähr drei Jahren ein Packerl am Tag geraucht hab und davor schon mal dem blauen Dunst für drei Jahre abgeschworen hatte. Ich war also nie Kettenraucherin, aber in stressigen Situationen greift man halt doch oft zur Zigarette – ich zumindest, beim Weggehen, die Zigarette nach dem Essen und bei vielen anderen Gelegenheiten natürlich auch. Unlängst hat mich dann – wie so viele WienerInnen – die Grippe ans Bett gefesselt und ich nahm  diesen Umstand zum Anlass keine Glimmstängel mehr anzurühren.

Zuhause wenn man krank im Bett liegt, ist das ja nicht so schwer, weil es da nicht so viele Versuchungen gibt, überhaupt wenn man keine Luft bekommt. Etwas anders verhält sich, dass sobald man wieder gesundet in den Arbeitsalltag zurückkehrt. Da erwarten einen nämlich all die Situationen an denen man sonst normalerweise geraucht hat.

 

Irrwege und die skurrilsten Tipps zur Raucherentwöhnung

Nachdem ich aber keine Energie mehr fürs Rauchen hatte, aber wusste was mich in den Alltagssituationen erwartet, wenn ich wieder gesund bin, suchte ich Rat bei der Apothekerin meines Vertrauens. Ich fragte also nach, was bei der Raucherentwöhnung hilfreich sein könnte. Die Apothekerin war mehr als gewillt mir weiter zu helfen und empfahl mir, als starke Raucherin, es doch mit Nikotinpflastern, Inhalationen oder Kaugummis zu probieren, das helfe über die erste Umstellungsphase hinweg und mindere die körperlichen Entzugserscheinungen, die es nun mal gibt. Als ich der Apothekerin zu verstehen gab, dass ich keine Ersatzmittel einnehmen möchte, sondern nach alternativen Methoden suche, hatte sie sogleich die richtige Alternative zur Zigarette für mich parat!

 

Die Elektronische Zigarette

Ein Behelfsmittel, welches auch in der Apotheke erhältlich ist, ist die E-Tschik. Diese ist einer echten Zigarette sehr gut nachempfunden. Die Spitze leuchtet mittels einer LED Diode rot auf, sobald man daran zieht. Es kommt sogar noch besser, die E-Tschik dampft und lockt sogar mit Tabakgeschmack.

Nach der sehr eindringlichen Erläuterung der Verkäuferin, bedankte ich mich und verließ die Apotheke ohne eines der dargebotenen Behelfsmittel. Vor meinem innerem Auge lief ein Film ab, ich stellte mir vor wie ich mich mit der E-Tschik ins Café Alt-Wien sitze und genüsslich daran nuckelte und dabei Rauchzeichen von mir gab, hustend und lachend begab ich mich zu meiner Hausärztin.

 

Der Besuch beim Hausarzt

Neben einigen Infobroschüren, in denen man auch die Telefonnummer des Rauchertelefons findet oder Adressen zu Beratungsstellen und Ambulanzen, wie dem Anton-Proksch-Institut und Infos zu Therapieformen, so wie Infos zu Kuraufenthalten für starke RaucherInnen, hatte meine Hausärztin noch andere hilfreiche Hinweise bei der Hand. Ich betrat ihre Ordination und brachte ihr mein Anliegen vor, dass ich auch nach meiner Erkältung rauchfrei bleiben möchte, ohne aber zehn Kilo zuzunehmen und wenn möglich ohne allzu starke Stimmungsschwankungen. Bevor aber mehr aus dem Nähkästchen der Ärztin erzählt wird, hier ein paar Fakten.

 

Fakten über Nikotin

Die Wirkung von Nikotin und die Abhängigkeit von der Zigarette stellt sich bei jedem ganz unterschiedlich dar. Ein Faktum ist aber das auf der rein körperlichen Ebene beim Konsum von Nikotin Seratonin im Körper ausgeschüttet wird, wodurch RaucherInnen auf künstliche Weise, einen etwas höheren Seratoninspiegel haben. Beim Rauchentzug fällt das „künstlich“ zugeführte Seratonin weg, was bei manchen RaucherInnen zur Folge hat, dass sie zu Schokolade oder fettigen Speisen greifen, da diese eine ähnliche Wirkung haben. Andere machen mehr Sport, bei welchem ebenso Glückshormone freisetzt werden. Ein weiteres Faktum ist, dass RaucherInnen im Schnitt um ca. 300 cal mehr pro Tag „verbrennen“, weil der Körper mehr Energien braucht um das Gift das dem Körper beim Rauchen zugeführt wird zu verarbeiten.

Daraus ziehe ich für mich folgende Schlussfolgerungen, ich muss a) mehr Bewegung machen damit ich nicht zunehme und b) brauche diese auch um nicht all zu starken Stimmungsschwankungen ausgesetzt zu sein. Eine Reduktion der Kalorienzufuhr oder bewusste Ernährung ist ebenfalls praktikabel.

 

Nützliche Tipps vom Hausarzt

Meine Hausärztin pflichtete mir bei, dass Bewegung die beste Idee sei um nicht wieder dem blauen Dunst zu verfallen, da sie einerseits ausgleichend wirkt und Frustrationsmomente aus oben erwähnten Gründen reduziert. Meine Abneigung gegen die E-Tschik und Nikotin-Kaugummi waren für sie nachvollziebar, auch wenn diese durchaus hilfreich sein mögen.

Ihr Tipp für mich um nicht in einen exzessiven Schokoladengenuss zu verfallen, klingt banal und einfach, ist aber für mich wirklich hilfreich: Gemüsesticks mit ins Büro nehmen. Seit ein paar Tagen bin ich also unglaublich „uncool“ mit meinen Karotten- und Gurkenstücken unterwegs, aber es hilft mir ungemein, weil ich immer dann, wenn es stressig wird oder mir langweilig wird, etwas in der Hand hab, dass gesund und nicht rauchbar ist.

 

Skurrile Tipps und „Tricks“ aus dem Freundeskreis

Aus dem Kreise meiner Familie bekam ich einige hilfreiche und weniger hilfreiche Tipps, wie den Tipp ein einwöchiges Gratis-Raucherseminar bei einer evangelikalen Sekte zu besuchen. Ein Freund, der das Rauchen selbst vor einiger Zeit aufgab, meinte, dass der Gugelhupf bei der Aida eine kalorienreduzierte Alternative zu Schokolade sei. Ein anderer meinte, dass ich momentan lieber nicht abends ausgehen sollte, da ich sonst rückfällig werden könnte. Eine andere sehr interessante Idee war, dass ich mir ein großes Gurkenglas zulegen solle, in das ich das ersparte Geld hinein geben soll, um mir zu verdeutlichen wie viel Geld ich mir spare.

Therapiemethoden

Natürlich gibt es neben Gruppentherapien und Raucherentwöhnungsseminaren noch eine Reihe von anderen Alternativen, wie Hypnose, Akupunktur oder schlicht Nikotin-Kaugummis.

 

Fazit

Der Artikel ist nicht als Antiraucherartikel gedacht. Es ist lediglich der Versuch zu beschreiben, welche zum Teil sehr amüsanten Erfahrungen man so bei der Raucherentwöhnung macht. Bei Gesprächen mit Freunden hat sich auch gezeigt, dass es nicht einen, sondern viele verschiedene – für Außenstehende oft skurril anmutende – Wege gibt um seine Raucherkarriere zu beenden, so man das will. Wer dem blauen Dunst entrinnen möchte, sollte die Sache mit Humor und Gedult angehen und sich so viel Beratung und Unterstützung wie möglich holen.

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