Wien – Wienerisch

Wienerisch - Hallodri (c) STADTBEKANNT
Wienerisch - Hallodri (c) STADTBEKANNT

Eitle Männer und notständige Gesellen

2. Juni 2016 • Wienerisch

Hallodris, auch als Casanovas oder Weiberhelden bekannt

„Macho Machos sind zwangsläufig
Machos haben häufig Stress
von der Klofrau bis hinauf zur Stewardess”

(Rainhard Fendrich, „Macho Macho”)

 

Man (und frau) kennt sie. Typen, die in selbstsicherer Pose mit angespannten Muskeln und Schlafzimmerblick an der Bar stehen und darauf warten, dass eine interessierte Dame des Weges kommt. Typen, die nicht lange warten müssen, bis das passiert. Sie sind charmant, fesch, unbeschwert und abenteuerlustig – zuverlässig zwar nicht, treu schon gar nicht, aber was soll’s.

Wir sprechen von der Spezies der Hallodris, auch als Casanovas oder Weiberhelden bekannt. Es gibt sie überall. Tausende Stunden Klatsch und Tratsch leben von italienischen Papagallos (it. „Papagei”) und Tiroler Schürzenjägern auf Ski, die Urlaube versüßen oder zum Drama werden lassen, von Machos mit Sex-Appeal, solchen mit Oaschloch-Faktor und solchen mit beidem zugleich.

Nun soll es aber auch vorkommen, dass mangelhaftes Aussehen oder mangelhafter Charme einem Herren der Schöpfung das Hallodri-Dasein quasi verunmöglichen. Entweder sie wirken gestelzt und künstlich – dann lautet das
Urteil: „So a eitler Gockl!” („So ein eitler Hahn!”). Oder sie sind aufdringlich, schmierig und unangenehm. Einen Kerl, der offensichtlich einen Notstand hat und an Spatzlfieber leidet („sexuell höchst bedürftig ist”) und seine Absichten nicht einmal annähernd mit Witz und Geschick zu verbergen mag, nennt man notgeiler Hawara, Puderant oder geiler (oida) Bock.

Der Geilspecht (von spechtln = „sich als Voyeur betätigen”) ist eine Sonderform obiger Gestalten. Sexualität ist extrem wichtig in seinem Leben, weshalb er sein Leben danach ausrichtet. Gaffen („unangenehm-aufdringlich schauen”) auf Brüste oder Popsch macht dem Geilspecht Spaß. Bei Frauen ist er höchst unbeliebt und wird zum Teil als Voyeur verklagt – wen wundert’s.

 

Praktischer Guide

Schimpfen kann man lernen. Wer in Wien wohnt, muss das sogar gewissermaßen tun, um den Alltag unter lauter Deppaten zu bewältigen. Aus diesem Grunde entstand dieser Guide, der einem jenes Wissen vermittelt, das man zum Überleben einfach braucht. Ob universelle Schimpfwörter, kulinarische Schmähungen oder richtig derbe Flüche – all das ist in dem STADTBEKANNT-Guide Schimpfen wie ein echter Wiener enthalten und wartet nur darauf, entdeckt zu werden.

 

Cover Schimpfen wie ein echter Wiener

Weitere Artikel

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

« »