Wien – Grätzltipps – 14. Penzing

Fuhrmannhaus

Ein Stück Stadtgeschichte – Das Fuhrmannhaus

26. August 2012 • 14. Penzing

Eine Entdeckungsreise durch Wiens Stadtgeschichte

In jedem der Wiener Grätzln gibt es sie, die Geschichten, die man sich im Bezirk über bestimmte Gebäude so erzählt. Im 14. Bezirk werden solche Geschichten zum Beispiel über das Fuhrmannhaus weitergegeben. Eine davon ist, dass es das älteste Gebäude der Stadt sei, die römischen Grundmauern lassen angeblich darauf schließen…

Alte Gemäuer

Alte Gemäuer

Wie die meisten größeren europäischen Städte blickt Wien auf eine lange Stadtgeschichte zurück, in der sich an einigen Stellen die Gebäudestrukturen aus vergangenen Zeiten überlagern. So ist über die Jahrhunderte und Jahrtausende eine Stadt über der Stadt entstanden. Eine der bekanntesten Orte Wiens, wo dies augenscheinlich wird, ist die Ausgrabung der römischen Siedlung beim Michaelerplatz, ein Teil von Vindobona. An dieser Stelle der Stadt sieht man, dass die Grundmauern der heutigen Bebauungsstruktur auf den Dächern von römischen Ruinen erbaut wurden. Nicht so bekannt hingegen ist die Geschichte des ältesten, noch erhaltenen Gebäudes im Westen Wiens – des Fuhrmannhauses.

Rosenthalgasse

Rosenthalgasse


Die bewegte Geschichte des Furmannhaus

Der Reiz an diesem Architekturjuwel ist nicht nur das, was auf den ersten Blick für den Betrachter ersichtlich ist, sondern die unzähligen baulichen Schichten des Gebäudes. Die Fassade des Gebäudekomplexes stammt aus der Zeit um 1687, wie auch auf den schmiedeeisernen Gittern im Stiegenhaus ersichtlich ist. Auf dem ehemaligen Dorfgebiet von Hütteldorf (früher Utendorf) stand aber schon im Mittelalter das Fuhrmannhaus, welches als „fester Sitz“ als Zufluchtsort für die Bewohner des Gebiets an der Furt am Rosenbach diente. Das ursprüngliche Gebäude fiel den Kriegswehen in der Zeit der Türkenbelagerung zum Opfer. Ende des 17. Jahrhunderts ging der Gebäudekonplex dann in den Besitz des Barnabiten Ordens ein, der die Bausubstanz auch erneuerte und den Hof erweiterte. Über hundert Jahre versorgte der Wirtschaftshof die Mönche der Ordenskirchen in St. Mariahilf und St. Michaela. Ein kleines Detail am Rande – die Barnabitengasse bei der heutigen Pfarre Mariahilf wurde nach dem Orden der Barnabiten benannt. Nach einigen Besitzwechslen kaufte dann Friedrich Graf von Schwarzenberg 1811 das Fuhrmannhaus, seit dem Jahr 1840 ist es im Besitz der Familie Fuhrmann, die der Geschichte des Hauses akribisch nachgegangen ist.

 


Römische Siedlung

Blickt man aber noch weiter in der bewegten Geschichte des Gebäudes zurück, gelangt man in jene Zeit, als das Areal Teil einer römischen Befestigungsanlage war. Bei Vermessungsarbeiten entdeckte man nämlich auf dem Grundstück des heutigen Fuhrmannhauses Spuren eines ehemaligen römischen Wachhauses.

Fuhrmannhaus heute

Fuhrmannhaus heute

Das Fuhrmannhaus heute

Das Gebäude beherbergt gegenwärtig mehre Betriebe, unter anderem die Weinschenke Fuhrmannhaus, in der deftige Wiener Schmankerl serviert werden.  Im Grätzl erfreut sich die Schenke großer Beliebtheit. In regelmäßigen Abständen finden auch Bauernmärkte statt, ebenso wie ein Advent- und Kunstmarkt. Besonders in der Vorweihnachtszeit empfiehlt sich ein Besuch am Adventmarkt.

Grätzltipp

Wer sich bereits auf den Weg zum Fuhrmannhaus gemacht hat, der könnte dem Dehnepark oder den Steinhofgründen einen Besuch abstatten.

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