Lifestyle – Skurriles

Sommer Wasser Boot (c) STADTBEKANNT
Sommer Wasser Boot (c) STADTBEKANNT

Ein Sommer nur für mich!

4. Juli 2013 • Skurriles

Die anderen sind die Hölle oder nerven, oder sind laut, oder sie rülpsen, bohren in der Nase, riechen seltsam aus den Achseln, sprechen am Telefon mit ihren Angehörigen, hören sich neue Handyklingeltöne in den Öffis an. Kurzum: sie stören. Aber heuer kann man im Sommer ganz alleine sein – und wir sagen euch, wie!

Sicher, nicht jedeR ist ein ausgewachsener Misanthrop und manch eineR kann der Anwesenheit von Mitmenschen auch Positives abgewinnen. Der eine oder die andere würde sie sogar vermissen, wenn sie plötzlich alle nicht mehr da wären.

Das Wiener Grundnaturell ist aber nun keines, das den Mitmenschen mit großer Offenheit und überschwänglicher Herzlichkeit gegenüber tritt. Was würde diesem Naturell also mehr entsprechen, als gerade im Sommer, wenn der/die WienerIn besonders viel Freizeit zu verleben gedenkt, den Sommer alleine zu verbringen?

Das Wetter ist herrlich!

Die Voraussetzungen für Sommervergnügen ganz alleine sind besonders günstig, wenn die Allgemeinheit wieder über den nicht ausreichend brütenden Sommer stöhnt. Sollte man noch dazu das Glück haben, dass Regen und Kälte die meisten Menschen entweder in südliche Gefilde oder in die Mauern des trauten Heims fliehen, ist die Stunde der Misanthropen gekommen. Wer gerne alleine sein möchte und trotzdem Sommerfeeling haben will, der kann das am besten mit etwas Mut in den Knochen im Freien tun.

Bei Regen ins Freibad

Ach wie ist das schön, es regnet! Da wird es Zeit ins Freibad zu gehen. Außer einigen Unentwegten, die sich durch den Kauf von Saisonkarten unter Druck gesetzt fühlen auch bei einem Sauwetter ins Bad zu gehen („sonst zahlt sich’s ja nicht aus“), wird man dort die meiste Zeit ganz alleine sein.

Liegestuhl ausgeklappt, Badehose angezogen und schon kann der Regenspaß beginnen. Nass wird man im Wasser sowieso, insofern muss einen auch der Regen nicht weiter stören. Besonders Begeisterte können auch ganz alleine eine Kabinenparty schmeißen. Am besten unter dem Motto: “It? my party and I cry if i want to“. Für Frostbeulen empfiehlt es sich bei feuchter Wetterlage, den Neoprenanzug einzupacken – dann seid ihr unverwundbar!

Alleine im Museumsquartier

Die anderen gehen bei arktischen Temperaturen nicht aus dem Haus, aber die anderen können einem ja auch gestohlen bleiben. Wann hat man das Museumsquartier schon einmal ganz alleine für sich? Diese Erfahrung kann nur genießen, wer bei Regen, Sturm und Kälte die Enzos aufsucht.

Die Weinflasche ist schnell geköpft, auf den Enzos liegt es sich bequem wie immer und der Regen untermalt nur das düstere „einsame/r Wolf/Wölfin“ Image, dem man sich hingibt. Wenn man sich ganz einsam fühlt, gibt es immer noch die KellnerInnen der ansässigen Lokalitäten. Die müssen da sein und können auch im Innenraum heimgesucht werden. Oder aber, man verkauft sich einfach selbst ein Dosenbier, um sich die Zeit zu vertreiben. Wer es gerne besonders spannend hat, kann ja vorher ausgiebig handeln – nur nicht zu laut, die anderen weisen einen schneller ein, als man „Sechzehnerblech“ sagen kann.

Alleine im MQ empfiehlt sich ein gelegentlicher Ortswechsel, um den Platz auch vollends auszunutzen. Von den Stiegen des Leopoldmuseums bis zu den Enzos vor der Kunsthalle sollte man ruhig alles einmal alles ausgiebigst durchsitzen.

Ausflüge um Wien

Sommerzeit ist Ausflugszeit. Umso schöner, dass niemand Ausflüge macht, wenn es regnet. Endlich kann man sich Baden, Dürnstein, Großmugl und all die Dinge, die es um Wien so zu entdecken gibt ansehen, ohne von Mitmenschen behelligt zu werden. Als Highlight empfiehlt sich Picknicken als Dinner for one und Radfahren im Regen.


Eis essen

Während halb Wien nach Tee und Glühwein dürstet und manch ein Scherzbold behauptet, dass es für November ja gar nicht so kalt sei, ist jetzt die Zeit zum Eis essen gekommen. Die Dankbarkeit in den Augen der EisverkäuferInnen, die deprimiert vor vollen Kühltruhen stehen, entschädigt für so manches. Dass die Einkaufsstraßen, an denen man die meisten Eissalons findet, wie leer gefegt sind, macht die ganze Sache nur noch besser.


Sich bräunen bei 15 Grad

Sollen doch die Petzners und die Scheuchs ins Solarium gehen, sich bräunen geht auch bei 15 Grad. Zugegeben, nicht besonders gut und vielleicht ist es auch nur der Rost, der einen knusprig erscheinen lässt, aber egal. Rost ist auch braun und außerdem sagen die HautärtzInnen ja auch immer, dass langsames Bräunen nachhaltiger ist. Egal ob auf der Donauinsel oder Am Himmel, sich bräunen, auf diese Idee kämen die andern, diese Einfaltspinsel, nie.


After Work Cocktail

Die Arbeit ist vorbei und man muss endlich niemanden mehr sehen. Draußen ist wieder das furchtbarste Aprilwetter, aber Schanigartensaison ist und bleibt Schanigartensaison. Ja, die meisten Wirte haben wenig Lust einen im Regen zu bedienen. Aber denen wird man das Gesetz schon noch einbläuen! Dieses Hindernis überwunden, trinkt sich der Afterwork Cocktail im Regen fast so angenehm wie bei strahlendem Sonnenschein. Und die weiße schleimige Substanz, die da im Cocktail schwimmt, mag etwas mit der Meinung, die man dem Wirten gegeigt hat zu tun haben, aber darüber sollte man besser nicht zu viel nachdenken….

Das schönste am Urlaub ist aber das nach Hause kommen. Der Diavortrag, den man vorbereitet hat, wird diesmal garantiert niemanden zum Gähnen veranlassen. Die Fotos werden ohne Widerspruch angesehen werden und über die Mitbringsel wird sich auch garantiert jemand freuen. Das einzige was einen dann doch noch ärgern könnte ist, dass man wieder einmal vergessen hat einen Urlaubsblog zu führen. Der/die LeserIn wartet schon sehnsüchtig darauf.

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