Kultur

Stephansdom Wienblick (c) STADTBEKANNT
Stephansdom Wienblick (c) STADTBEKANNT

Ein etwas anderer Ausblick

29. Mai 2010 • Kultur

Der Wiener Stephansdom – Zentrum der Innenstadt, Wiener Wahrzeichen und österreichisches Nationalsymbol. So gut wie alle Wiener laufen in regelmäßigen Abständen an ihm vorbei. Ins Innere des Doms hingegen verirren sich in der Regel hauptsächlich Kirchgänger und Touristenmassen. Und wer kann schon von sich behaupten je zur Pummerin hinaufgefahren zu sein oder gar die 343 Stufen des Südturmes erklommen zu haben?

Jetzt wäre der optimale Zeitpunkt dies nachzuholen… 
Derzeit können Besucher nämlich nicht nur die Aussicht über die Dächer Wiens genießen, sondern auch das neue Werk von Michail Michailov bewundern. Der Künstler mit dem klingenden Namen hat auf dem Flachdach gegenüber des Doms einen 30m langen Schriftzug mit den Worten „ICH FERGEBE DIR“ installiert.

„Ich fergebe dir“
Dabei handelt es sich um eine Mitteilung an Staat und Kirche mit der Michailov auf die zahlreichen Hindernisse aufmerksam machen möchte, denen Migranten, Künstler und andere Menschen, die aus der Norm fallen, fortwährend gegenüber stehen. „ICH FERGEBE DIR“ soll diese gesellschaftlichen Probleme in Erinnerung rufen und ihnen gleichzeitig „vergeben“.

Das falsch geschriebene Wort im sonst so perfekten 1. Bezirk steht für die sozialen Unterschiede in unserer Gesellschaft und soll diese damit in Frage stellen. Die goldenen, reflektierenden Buchstaben ändern Intensität und Farbe abhängig von Wetter- und Lichtverhältnissen. „ICH FERGEBE DIR“ scheint daher fast schwarz, erstrahlt in Gold oder ist nahezu unsichtbar. Die individuelle „Fergebung“ ist also bedingt durch die Witterungsverhältnisse. 

Ausschließlich vom Hauptturm des Stephansdoms oder von der Pummerin aus kann „ICH FERGEBE DIR“ bis Juli 2010 gelesen werden.

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