Wien Ausblick (c) STADTBEKANNT
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Die Weltspitze in Griffweite

16. Mai 2010 • Allgemein

Die Sensation lag in der Luft, als Österreich gestern Abend zum Auftakt der Handball-Euro auf den Gruppenfavoriten Dänemark traf. Viele der 6.000 Zuschauer in der Linzer TipsArena waren wegen Problemen bei der Ticketkontrolle noch gar nicht auf ihren Plätzen als die Gastgeber vor einer halbleeren Halle schon loslegten wie die Feuerwehr. Nach wenigen Minuten führte man bereits mit zwei Toren Unterschied. Wachten oder träumten die heimischen Fans? Wer war hier der Europameister und wer der Underdog aus dem alpinen Kernland musste man sich fragen? 

Doch ein vergebener Siebenmeter von Spielmacher Viktor Szilagyi riss die Zuschauer schnell wieder aus ihren Träumereien und gab dem österreichischen Spiel einen ersten Dämpfer. Die Nordlichter erhöhten nun den Druck und gingen wie erwartet mit 8:6 in Führung. Doch die Österreicher ließen sich vom harten und schnellen Spiel des Gegners jedoch nicht irritieren und kamen noch vor dem Pause zum 13:13 Ausgleich. Die rot-weiß-roten Handballcracks kämpften auf Augenhöhe. Insbesondere der beim dänischen Mittelständler Viborg engagierte Vytautas Ži?ra und der quirlige Kreisläufer Patrick Fölser erwiderten Tor um Tor. Einzig der linke Flügel Konrad Wilczynski, sonst eigentlich ein Leistungsträger der Mannen von Teamtrainer Dagur Sigurdsson, fand an diesem Abend nie zu seiner Form. Nach einigen vermeidbaren Fehlern von Goalie Marinovic lag man zur Pause mit 15:17 im Rückstand.

Auch die zweite Hälfte beginnt mit einem Paukenschlag der Österreicher. Nach einer Granate ins Kreuzeck von Szilagyi netzte Patrick Fölser zum 17:17 ein. Nun brodelte die Halle, die Fans aber auch die Spieler schnupperten an der Sensation. Niemand hatte erwartet dass das heimische Team den Skandinaviern auf diese Art und Weise Paroli bieten könnte.
Doch nun häuften sich die technischen Fehler und nach Fölsers vergebenen Chance zum 21:21 Ausgleich kippte das Spiel immer mehr. Die Österreicher mussten ihrem kämpferischen Spiel Tribut zollen und gerieten zeitweise mit fünf Toren in Rückstand. Schlussendlich reichte es noch zu einem respektablen 29:33 gegen den Europameister. Ein Ergebnis, das Hoffnung geben kann für die weiteren Spiele gegen Olympiavize-Island und Serbien.

Besonders die Leistungen von Fölser und dem überragenden Vytautas Ži?ra sind ein Versprechen für die kommenden Partien. Mit einer geschlossenen Teamleistung konnte man verhindern, dass das Danish-Dynamite so richtig zündete. Steigern muss sich vor allem Flügelspieler Konrad Wilczynski wollen die heimischen Cracks beim Duell mit den isländischen Landsleuten von Teamtrainer Dagur Sigurdsson am Donnerstag eine Chance haben. Gespannt kann man sein ob dieser gegen die Jungs von der Insel ebensoviel Risiko eingeht wie gegen die Dänen und wieder Mare Hojc zum Empty-net-Sturmlauf schickt. Eine Variante die für viel Stimmung und Aufsehen sorgte. Im zweiten Spiel können die Österreicher nun zeigen ob sie neben guter Stimmung auch für zählbare Ergebnisse sorgen können. Dann nämlich muss der Aufstieg in die Hauptrunde kein Traum bleiben und auch wir in Wien können vielleicht eine Sensation bejubeln. 

Gruppe B, in Linz:

Dänemark – Österreich 33:29 (17:15)

Linz, SR Lazaar/Reveret (FRA)

Tore: Mogensen 7, Hansen 5, Christiansen 4, M. Knudsen 4, Söndergaard Sarup 4, Eggert Jensen 3, Svan Hansen 2, Lindberg 1, Laen 1, H. Knudsen 1, Nielsen 1 bzw. Ziura 7, Weber 6, Fölser 5, Szilagyi 4, Schlinger 4, Hojc 2, Abadir 1

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