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U6 Station Josefstädter Straße (c) STADTBEKANNT
U6 Station Josefstädter Straße (c) STADTBEKANNT

Die U-Bahnstation des Grauens

15. Juli 2011 • Skurriles11 Kommentare zu Die U-Bahnstation des Grauens

Eine Drogenhölle schlimmer als einst Sodom und Gomorrha und jetzt die Sommerkatastrophe der Wiener Linien – was ist nur mit der U6 Station Josefstädterstraße los?

Die Gratiszeitung Heute warnt uns schon seit Monaten. In großen Lettern und mit vielen Rufzeichen wird auf die Drogenszene, die sich um die U6 Station Josefstädterstraße sammelt, hingewiesen. Manchmal gar die ganze Josefstadt zum neuen Drogenbezirk erklärt.

Das der U-Bahnstation nahe gelegene Obdachlosenzentrum Josi kam ebenfalls ins Gerede. Zum Glück reagierte der Fonds Soziales Wien mit tollen Flugzetteln, die Verhaltensregeln im öffentlichen Raum erklären, beispielsweise dass Urinieren im öffentlichen Raum nicht erlaubt ist(!), wie die Wiener Bezirkszeitung berichtete.

Aber selbst diese todesmutige Maßnahme konnte den Fluch von der U-Bahnstation scheinbar nicht entfernen. Wie ein gefährliches Geschwür scheint sie die an sich beschauliche Josefstadt immer mehr mit ihren diabolischen Kräften zu beeinträchtigen.

Die Katastrophe beginnt

Das volle Ausmaß des Fluches, der über der U-Bahnstation liegt, wurde jedoch erst kürzlich offensichtlich. Von 18. Juli bis Ende August ist die U6 zwischen Westbahnhof und Alserstraße gesperrt. Als Grund gilt die Sanierungsarbeit an der U-Bahnstation Josefstädterstraße, die sich als schwieriger herausstellte, als ursprünglich geplant.

Wer eins und eins zusammen zählen kann, erkennt jedoch sofort, von wegen Sanierungsarbeiten – es ist der Fluch der U-Bahnstation, der jetzt zunehmend auf das gesamte U6 Netz ausgreift und eine sichere Benutzung der U-Bahn verunmöglicht.

Die sommerlich leidgeprüften WienerInnen müssen sich nun neben Gluthitze, nicht zur Gänze klimatisierten Öffis, Gelsen und übervollen Schwimmbädern auch noch mit einem Schienenersatzverkehr entlang der U6 plagen.

Der Fluch und sein Geheimnis

Zwischen Lange Gasse und Lederergasse zwitschern es die Hofratswitwen von den Dächern, saniert wird hier gar nichts. In diesen traditionell sehr säkularen Kreisen glaubt man aber auch nicht an einen Fluch. Der geheime Plan der Wiener Linien sei es vielmehr, die Drogenszene, die das beschauliche Grätzel zunehmend in das Tijuana Wiens verwandelt, zu vertreiben. Die unzähligen Drogentoten und mehr oder weniger unschuldigen Opfer von Drive-By-Shootings, die in das Mauerwerk des Otto Wagner Baus eingemauert wurden, sollen heimlich und ohne Wissen der Öffentlichkeit entfernt werden. Zu diesem Zweck wurde sogar eine U-Bahnsperre in Kauf genommen.

Diesem der Hitze entsprungenen Unsinn, wie man es zwischen Blindengasse und Albertgasse nennt, entgegnet man dort, dass sich in Wirklichkeit alles ganz anders verhält. Otto Wagner selbst hat bei Bau der Josefstädterstation einen geheimen Zugang zur U5, die es damals natürlich noch nicht gab, die er aber antizipierte, errichten lassen. Bei den Bauarbeiten stieß man entweder auf einen Indianerfriedhof, oder eine alte ägyptische Grabstätte – was von beiden, darüber gehen die Meinungen auseinander- und seither lastet ein Fluch über der Station.

Zwischen Feldgasse und Schönborngasse verfolgt man eine andere Theorie. Schuld am Fluch, der auf der Station lastet, ist die Drogenszene vor Ort. Diese hat mit ihren mysteriösen heidnischen Ritualen den Fluch erst hervorgerufen, der das Grätzel jetzt plagt. Vodoo-Graffitis, Urin und manch magischer Trick haben die Station in einen Hort des Bösen verwandelt. Umfassende Sanierungsarbeiten dienen dem entfernen der Graffiti, mittels Flugzetteln wird die Bevölkerung aufgefordert, dort nicht mehr zu urinieren. Mit dieser Doppelstrategie hofft man, den Fluch besiegen zu können.

Ob Fluch, Drogenhölle, oder doch etwas anderes. Spätestens Ende August werden wir wissen, wie es weiter geht.

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11 Antworten auf Die U-Bahnstation des Grauens – Verstecken

  1. Patrick sagt:

    ROFL
    Nice One

  2. Mischa sagt:

    Ein Indianerfriedhof
    Tolle Vorstellung. Ich trau mich shcon gar nicht mehr hingehen in die verfluchte Josefstadt.

  3. magdalena Janis sagt:

    Genau ein Fluch!
    Das muss es sein;)

  4. Charles sagt:

    Fürchtet euch!
    Sehr und auch viel!

  5. michi sagt:

    😀
    made my day *michzerkugel*

  6. svob sagt:

    josefstadt
    die armen, armen wiener!!! jetzt wird noch mehr gejammert…

  7. stadtbekannt sagt:

    @svob
    Geht das überhaupt?;)

  8. Vielmetti sagt:

    Mitten im Achten
    Das ist sicher auch der Grund, warum seinerzeit "Mitten im Achten" so desaströs gescheitert ist. 😉

  9. jaja sagt:

    eher auf sand gebaut
    wie im film : 40 wagen westwärts lol

  10. Sandra sagt:

    🙁
    Wenn es nicht so traurig wäre würde ich darüber lachen. Ich wohne genau bei der Station, also neben der Kirche und ich finde das alles nicht mehr lustig. Und es fühlt sich tatsächlich wie ein Fluch an, weil ich erst seit einem Jahr hier wohne. Oft will ich einfach nur zurück nach Niederösterreich…

  11. Sandy sagt:

    Fehler
    Es heißt Josefstädter Straße statt Josefstädterstraße und Alser Straße statt Alserstraße

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