Nightlife

UBahnabgang (c) STADTBEKANNT Fontanesi
UBahnabgang (c) STADTBEKANNT Fontanesi

Die U-Bahn soll immer fahren

28. Mai 2010 • Nightlife

Im kommenden Jahr möchte die Wiener SPÖ, die mit absoluter Mehrheit regiert und eigentlich eh entscheiden kann was immer sie für vernünftig hält, die Wiener mittels einer Volksbefragung selber zu Wort kommen lassen.
Noch ist nicht klar was alles gefragt wird. Aber fix ist bereits, dass der U-Bahn Nachtbetrieb an den Wochenenden ein Thema sein wird. Versprochen wurde auch, dass das Ergebnis der Befragung dann auch genau so umgesetzt wird.

Ein Schelm wer jetzt denkt diese Befragung hätte irgendetwas mit den Wahlen im kommenden Jahr zu tun. Oder wer sich wundert warum solche Befragungen im Vorwahlkampf schon, ansonsten aber eher nicht vorkommen. Aber sei’s wies sei. Die Befragung kommt und da ist es wohl Zeit sich zu überlegen, wie man das denn so sieht mit dem U-Bahn-Nachtbetrieb.

Gleich vorneweg, das Ergebnis steht wohl fest. Denn irgendwie habe ich Schwierigkeiten mit der Vorstellungen, dass sich jetzt Massen mobilisieren mit den Slogans „Nein zur Nachtfahrt“, „Mehr Schlaf für U-Bahnfahrer“, oder ganz nach der alten Liesl Gehrer „Sollen die Jungen doch Kinder kriegen, statt immer Party dann brauchen´s auch keinen Nachtbetrieb“.
Das wird’s wohl nicht spielen. Den meisten wird’s eher wurscht sein, weil sie selber Berufs-, oder Altersbedingt nur mehr selten des Nächtens unterwegs sind. Die, die hingehen werden wohl dafür stimmen. Also haben wir dann ab nächstem Jahr einen verlängerten U-Bahnbetrieb. Ob es wirklich einen durchgehenden Betrieb geben wird, oder dieser nur Teile der Nacht umfasst, dass steht alles noch nicht fest.

Ein Traum wird wahr?
Klingt doch super, oder? Seit Jahren schauen wir voller Neid nach Berlin, wo man auch spätabends noch gemütlich mit der U-Bahn heimkommt und wundern uns warum in Wien nicht möglich ist, was dort längst Standard ist.
Wie oft habe ich selbst schon die NightLiner verflucht, wenn zum Beispiel im Winter eine halbstündige Wartezeit im Freien – Kälte inklusive- angesagt ist. Der Heimweg mit der U-Bahn aber so viel schneller wäre. Dumm nur, dass nicht alle Wiener so nahe an der nächsten U-Bahn Station wohnen, wie ich es glücklicherweise von mir behaupten kann.

Einige Aspekte am Nachtbetrieb sind unklar und es ist auch nicht sicher ob wir im Vorfeld der Befragung wirklich erfahren, wie diese gehandhabt werden. Beispielsweise fahren an Wochenenden ja jetzt die NightLiner. Wenn der U-Bahn Nachtbetrieb kommt ist wohl kaum damit zu rechnen, dass die Nachtbusse an den Wochenenden alle erhalten bleiben. In der Natur der U-Bahn liegt es aber nun mal, dass sie nur wenige neuralgische Punkte anfahren kann. Das NightlLner-Netz ist hingegen sehr viel dichter. Wenn nun aber an den Wochenenden zukünftig viele NightLiner eingespart werden, wird der Weg nach Hause für etliche Wiener möglicherweise länger als bisher sein, trotz U-Bahn-Nachtbetriebs.

Der U-Bahnbetrieb wird auch etwas kosten. 5 Millionen Euro schätzt die SPÖ. Jetzt stellt sich natürlich die Frage wer diese Mehrkosten trägt. Kommt das aus dem Wiener Budget, oder werden die Gebühren erhöht? Beides denkbar, auch eine Mischung aus beidem. Bis wir das aber wissen wird’s wohl länger dauern, denn vor den Wahlen, werden Öffi-Tarife traditionell eher nicht erhöht. Dafür danach umso lieber.

Meine Befürchtung ist, dass man im kommenden Jahr zwar über den Nachtbetrieb abstimmen kann, über die Rahmenbedingungen aber wenig bis nichts im Vorfeld erfährt. Ob der U-Bahn Nachtbetrieb den Weg nach Hause dann wirklich spürbar erleichtert und die Kosten auch nicht explodieren, dass müssen wir wohl abwarten.

 

, , , , , , , , , ,

Weitere Artikel

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

« »