Kultur – Musik

Stephansdom Wienblick (c) STADTBEKANNT
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Die SPÖ geht unter die Hip Hopper

28. Mai 2010 • Musik

 

Böse Zungen könnten ja behaupten, dass die SPÖ gemerkt hat, dass es politisch nicht so funktioniert und deshalb jetzt auf Hip Hop Crew umsattelt. Aber das wollen wir uns lieber nicht vorstellen…

Es gibt Dinge, die die Welt nicht braucht. Dazu gehören tendenziell Menschen die nicht singen können, uns aber trotzdem mit ihrem Geträller behelligen. Im privaten Bereich rät man solchen Menschen ja gerne ihr Gesangestalent unter der Dusche auszuleben. Bei Promis und Politikern gibt es diese Option bedauerlicherweise nicht. Singende Sportler, allen voran Toni Polster, Rainer Schönfelder und viele andere gehen uns seit Jahren mit Gesang auf die Nerven.

HC Strache haben wir es zu verdanken, dass diese Unsitte auch in die Politik Einzug gehalten hat. HC er ist unser Mann – der uns noch retten kann. Noch in Erinnerung? Ja der Stabreim kann in den falschen Händen zu einer gefährlichen Waffe werden. Der Text durchaus holprig, mit dem  Gesangestalent kaum eine Chance auf die zweite Runde bei Starmania und der Inhalt, um es höflich zu formulieren, Geschmackssache. Trotzdem waren die Sprechgesanggehversuche von HC Strache in aller Munde und in den Medien ein viel beachtetes Thema.

Wahlkampfzeit, Liederzeit

Nächstes Jahr wählt Wien und HC Strache hat uns neues Liedmaterial bereits angedroht. In der SPÖ Wien hat man sich offenbar gedacht, was Strache kann können wir schon lange und beschlossen selber unter die Hip Hopper zu gehen. Das Peinlichkeitspotential einer solchen Aktion ist ja nun nicht gering und wenn Michael Häupl jetzt wirklich angefangen hätte, HC zu dissen und in einer Battle herauszufordern, dann hätten sich die nicht tauben Wiener wohl schleunigst nach einem Exil für die Wahlkampfzeit umsehen müssen.

Bei der SPÖ hat aber offenbar die Vernunft gesiegt, oder aber jemand hat sich an Michael Häupls letzte Performance beim Arbeiterliederabend erinnert, ihn höflich zur Seite genommen und ihm die Idee ausgeredet. Jedenfalls hat die SPÖ auf eigene Talentproben verzichtet und sich professionelle Verstärkung geholt. Gemeinsam mit der Austrian DJ Federation und  dem HipHop Magazin The Message wurde der Rap Collabo-Song „Ich bin Wien“ produziert. Unter anderem mit den Wiener Mundart-Rappern A.Geh und Dauawizzy von der Rooftop Clique, Funke und Deph Joe, außerdem MAdoppelT aus Floridsdorf, StvdB von Herbe Mischung, der Wiener Balkan-Rapper Kid Pex sowie Wiens Female-MC-Kombo MTS.

Ganz ehrlich, ich war positiv überrascht. Keine billige Parteiwerbung, sondern eine professionell produzierte Hommage an die Stadt.  Wien wird von verschiedenen Künstlern in seinen positiven und negativen Facetten dargestellt. Strache bekommt sein Fett ab, die kulturelle Vielfalt Wiens wird gelobt und einige Künstler mit Migrationshintergrund erhalten die Möglichkeit ihre eigene Sicht auf die Stadt zu präsentieren.

Zusätzlich hatten Junge Künstler die Möglichkeit eigene Songs einzusenden, von denen einige zusammen mit dem „Ich bin Wien“ Collabo Song, auf einem  „Ich bin Wien“ Sampler veröffentlicht werden. Auf der Homepage ich bin Wien kann man sich die Talentproben gratis downloaden.

 

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