Wien – Grätzltipps – 1. Innere Stadt

Basiliskenhaus (c) STADTBEKANNT
Basiliskenhaus (c) STADTBEKANNT

Die Schönlaterngasse

5. August 2012 • 1. Innere Stadt, Grätzltipps3 Kommentare zu Die Schönlaterngasse

Zwischen Heiligenkreuzerhof und Postgasse

Schon seit dem Hochmittelalter ist die sagenumwobene Schönlaterngasse belegt, die versteckt zwischen dem pittoresken Heiligenkreuzerhof und der Postgasse liegt. Benannt wurde sie nach der am Haus Nummer 6 befestigten Laterne, welche noch heute als Kopie dort zu besichtigen ist – das Original befindet sich im Wien Museum. Das wirklich interessante an dieser Gasse ist allerdings im Haus gegenüber vorgefallen:

 

Das Basiliskenhaus

Wir schreiben das Jahr 1212. Eines frühen Morgens tönt furchtbares Geschrei aus dem Haus Schönlaterngasse 7. Der Hausbesitzer, ein Bäckermeister, tritt kreidebleich vor die zusammengelaufene Menge vor dem Haustor und kann nur stammeln: das Dienstmädchen Anna habe aus dem Hausbrunnen Wasser holen wollen, da bemerkte es ein paar funkelnde Augen in der Tiefe und einen furchtbaren Gestank, der ihr den Atem verschlug. Daraufhin ließ sich der Geselle mit einem Seil hinab um nachzusehen.

 

Der König der Schlangen

Was er da sah ließ ihm den Atem stocken: am Boden des Brunnens sitzt ein Basilisk, ein hässliches Tier, das aus dem Ei eines Hahns geschlüpft ist, welches von einer Kröte ausgebrütet wurde und als König der Schlangen eine Krone auf dem Kopf trägt. Und was damals offenbar zur Allgemeinbildung gehörte: jeder, der dem Basilisken in die Augen blicke, müsse sterben. Was danach passierte, darüber streiten die Quellen: manche behaupten, der tapfere Bäckersbub habe sich mit einem Spiegel den Brunnen hinuntergelassen und den Basilisken mit seiner eigenen Hässlichkeit geblendet. Andere sagen, die pragmatisch denkenden Wiener haben den Brunnen einfach mit Erde und Steinen angefüllt und den Basilisken so erstickt.

 

Das Haus heute

Das Haus selbst belegt beide Geschichten: unter einer Sandstein-Statue eines Basilisken – heute das Hauszeichen des Basiliskenhauses – ist auf einem Fresko der Bäckersbub mit einem Spiegel abgebildet, der die Kreatur gerade blendet. Auf dem darunter geschriebenen Text aus dem Jahr 1932, nach dem Originaltext aus 1577, wird die zweite Geschichte wiedergegeben Auf jeden Fall sind das Haus, sowie die gesamte Gasse und der daneben liegende Heiligenkreuzerhof sehenswert. Die Schönlaterngasse 7 – ein schönes Zeugnis aus dem sagenumwobenen mittelalterlichen Wien.

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Das Basiliskenhaus

Schönlaterngasse 7
1010 Wien
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