Kultur

Mario Barth
Mario Barth

Die schlimmsten deutschen Comedians

2. März 2013 • Kultur

Alle, die wir nicht sehen wollen – und hoffentlich nie müssen

Klar, in Österreich gibt es auch ein paar Kabarettisten, die nicht besonders lustig sind. Bei der redaktionsinternen Diskussion gab es da bezüglich gewisser Namen großen Konsens, Gernot Rudle, Christoph Fälbl, Monika Weinzettl beispielsweise finden die meisten von uns nur sehr bedingt lustig.

Mit dem Großteil der hiesigen Humoristen und Kabarettisten sind wir aber eigentlich ganz gut dran, das Spektrum reicht prinzipiell von großartig bis eh okay. Geht es aber um das Thema deutsche Comedians, so fallen uns viele ein, die gar nicht gehen. Ein kleiner, natürlich subjektiver, Überblick über die schlimmsten deutschen Comedians.

 

Mario Barth

Der Allerschlimmste. Mit unfassbar reaktionären, stumpfsinnigen Mann-Frau Witzen füllt der blonde Berliner, zu unserem Unverständnis, ganze Stadthallen im deutschsprachigen Raum. Mario Barth trägt ein T-Shirt in Langenscheidt-Optik auf dem „Deutsch-Frau, Frau-Deutsch“ steht, nennt seine Kabarettprogramme „Männer sind Schweine, Frauen aber auch“ oder „Männer sind peinlich, Frauen manchmal auch“ und beglückt uns seit 2011 mit einem Rollenbild wo er sich für nix anderes interessiert als für Bier, Titten, Fußball schauen und Technik und die Frau nicht einparken kann, immer über Gefühle reden will und immer die Fernbedienung für die falschen Programme einsetzt. Mit nölender Stimme („kennste?kennste?ick hab ne Freundin …“) pflegt Barth einen Humor, dessen Horizont ungefähr vom Pissoir über den mit deutschem Pils gefüllten Kühlschrank bis zum Fernseher reicht. Wo er dann mit Hand in der Hose sitzt und sich aufregt, dass auf Arte die Menschen entweder französisch reden oder so geschwollen intellektuell, und dann lieber auf die sexiesten Sportclips umschaltet, ehe ihn seine Freundin zusammenscheißt und er dann ein Programm drüber schreibt. Muss nicht sein.

 

Oliver Pocher

Oliver Pocher hat immer genervt, Oliver Pocher wird immer nerven. Als Harald Schmidt den früheren Viva-Moderator in seine Sendung holte, wollte er uns damit vielleicht sagen, dass eh alles schon egal ist. Am Anfang waren alle noch baff, was das jetzt sollte – irgendwann hat es uns nicht mehr gewundert, so unmotiviert wie Schmidt gewirkt hat. Oliver Pocher bleibt einfach Stefan Raab für Arme. Ein bisschen nach unten treten, halblustige Zoten reißen und halbärschige Stimmimitationen zum Drüberstreuen: er hat es damit schon weit gebracht, der Oli – warum, fragen wir uns dennoch.

 

Kaya Yanar

Ja, es gab vielleicht einmal eine Zeit, da waren die Türkenklischees noch originell, wenn sie von türkischstämmigen Deutschen kamen. Alles mit üs und ös versehen und tief in die Stereotypenkiste greifen, die immer selben alten Charaktere runterrattern und die Menge tobte. Das ging vor 10 Jahren gut, und alle sind sie drauf aufgesprungen, Türken und Nichttürken. Ist mittlerweile aber leider – sollte es denn jemals lustig gewesen sein – heute völlig unlustig – Kaya Yanar aber beglückt damit den deutschsprachigen Raum nach wie vor, wird von Harald Schmidts Firma produziert und bringt ganze Hallen dazu, sich halb tot zu lachen. Genau wie alle anderen, die türkische Klischees aufgreifen (Badesalz waren da auch ganz miserabel) mittlerweile völlig unlustig. „Ha-Ha-Humor“, kann man das nennen. Trägt zur Völkerverständigung auch nicht wirklich viel bei, auch wenn jene Herren dem sicher einen Mehrwert dieser Art attestieren wollen. Sürry, nücht lüstig.

 

Cindy aus Marzahn

Es gibt so viele schrille „Ulknudeln“, die unaushaltbar sind. Extraschrille Personen, denen die affektierte Crazyness aus dem inflationär bemake-upten Gesicht schreit. Die schlimmste von allen ist Cindy aus Marzahn. Als würde man Nina Hagen mit Hella von Sinnen kreuzen: Cindy aus Marzahn ist das unlustigste, was Ulknudel-Allemanien zu bieten hat. Und doch sieht man ihr wunderschönes Antlitz andauernd des Nächtens im deutschen Fernsehen, sogar eine eigene Show hat sie. Hölle. Hölle Hölle Hölle Hölle.

 

Thomas Hermanns

Der wie ein Pferd bezahnte Moderator ist als Gastgeber für den Quatsch Comedy Club verantwortlich, der Cerberus der Haha-Helvete, der Wächter des Tores zur Pointenhölle. Jeden Quatsch-Comedy Club mit seinem gefälligen alltäglichen Zotenhumor eröffnend, ist er verantwortlich für das Who is Who des grausamen Comedy-Fetischmus.

 

Ingo Appelt

War einmal als bitterböse verschrien, ist mittlerweile ungefähr so nervig wie der angesoffene Onkel auf der Familienfeier, der zu späterer Stunde seinen Mund nicht halten kann und einen halblustigen Witz nach dem anderen reißt. Wenn böse, dann Niels Ruf: Ingo Appelt ist bemüht böse, und das kann nur furchtbar sein.

 

Michael Mittermeier

An ihm scheiden sich die Geister. Für mich ist Mittermeier Konsens-Humor, Lachen für die ganze Familie, der „Wetten Dass“ der Comedy Szene. Immer den gleichen Tonfall, meistens die selbe Kerbe. Muss nicht sein.

 

Weitere unlustige Kandidaten:

Olaf Schubert
Anke Engelke
Atze Schröder
Otto Walkes (post 2000)
Badesalz
Rüdiger Hoffmann
Ingo Oschmann
Markus Maria Profittlich
u.v.m.

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