Wien – Leben

Foto: Bauernhochzeit
Foto: Bauernhochzeit

Die Schlacht um Brüssel oder Asterix bei den Belgiern

3. Juni 2014 • Leben

„Nun ja, ich hätte ein paar Wildschweine, etwas Leberpastete und Cervisia…..es ist halt nicht viel!“
„Nicht viel?!?“ ruft darauf ein fassungsloser Asterix.
Die uns wohlbekannten Gallier sind bei den Belgiern zu Gast und Kantineken, die Frau des Belgierhäuptlings, macht sich Sorgen, ob die Gäste, die ihr Mann ohne Vorwarnung mit ins Dorf gebracht hat, in ausreichendem Maße bewirtet werden können. Die genussverwöhnten Belgier definieren „nicht viel“ auf ihre Weise und so biegt sich die Festtafel unter gebratenen Hühnern, Würsten, Schinken, Kuchen, riesigen Laiben Brot, jeder Menge Bier und natürlich Wildschweinen.
Wahrend die üppige Ausspeisung natürlich vor allem Obelix jede Menge Labsalbung zu
spenden vermag, erfahren wir den eigentlichen Grund des Besuches.

 

De bello gallico

„Von allen diesen (Stämmen) sind am tapfersten die Belgier.“
Dieser aus der Schulzeit leidlich bekannte Satz stammt aus Julius Cäsars „De bello gallico“.
Nachdem Gallierhäuptling Majestix diese Einschätzung zu Ohren kommt, beschließt er, tief in Stolz und Ehre gekränkt, nach Belgien aufzubrechen und zu beweisen, dass er und seine Mannen die tapfersten sind. Asterix und Obelix begleiten ihn natürlich auf dieser Reise. In Folge verwüsten Gallier und Belgier in einem eifrigen Wettkampf verschiedene Römerlager. Schließlich begibt sich Cäsar selbst nach Belgien, um den vermeintlichen Aufstand zu befrieden. Auf die Frage der Streitparteien hin, wer denn nun die Tapfersten seien, wirft ihnen ein entnervter Julius ein: „Ihr spinnt alle miteinander!“ an den Kopf.

 

Im belgischen Dorf findet ein Festchen statt

Auf der vorletzten Seite des Bandes „Asterix bei den Belgiern“ ist ein, die gesamte Seite einnehmendes, Bild abgedruckt. Es zeigt Asterix und seine gallischen Freunde an einer Tafel mit den Belgiern ein Festmahl feiernd.
Bei diesem Kunstzitat handelt sich um das Gemälde „Die Bauernhochzeit“ vom flämischen Maler Pieter Bruegel der Ältere. Das Bild ist eine realistische Darstellung einer bäuerlichen Hochzeitsgesellschaft in Flandern im ausgehenden 16. Jahrhundert. In der Asterixversion ersetzte der Zeichner Albert Uderzo die Menschen durch die Protagonisten des Comicheftes, wobei das Thema der Hochzeit fehlt. Es waren Bilder wie dieses, die Pieter Bruegel den Beinamen „Bauernbruegel“ eintrugen. Der Maler vermittelt darauf einen lebhaften Eindruck der Lebensweise der Landbevölkerung, wie sie bis dahin in der Kunst unbekannt war.
Sehen kann man das Gemälde im Kunsthistorischen Museum Wien. Die dortige Bruegel-Sammlung gilt als die größte der Welt. Neben der Bauernhochzeit können dort unter anderem auch die Werke „Großer Turmbau zu Babel“ und „Die Jäger im Schnee“ bewundert werden.

Weitere Artikel

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

« »