Wien – Debatte

Sebastian Kurz / Foto - STADTBEKANNT
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Die JugendkandidatInnen im Porträt: Sebastian Kurz ÖVP

19. April 2011 • Debatte5 Kommentare zu Die JugendkandidatInnen im Porträt: Sebastian Kurz ÖVP

Die JugendkandidatInnen der Parteien im Porträt: Teil III Sebastian Kurz ÖVP

Die wohl größte Überraschung bei der Umbildung des ÖVP Regierungsteams war die Bestellung von Sebastian Kurz zum Integrationsstaatssekretär. Im Zuge unserer Wahlberichterstattung haben wir ihn porträtiert. Ein Profil des neuen Integrationsstaatssekretär, das wir aus aktuellem Anlass zum (Wieder-)lesen anbieten.

Die JugendkandidatInnen im Porträt: Sebastian Kurz ÖVP

Stadtbekannt stellt euch als kleine Wahlhilfe für die Wiener Gemeinderatswahl die JugendkandidatInnen der größten Parteien, ihre Ansichten und Themen vor. Nach Christoph Peschek (SPÖ) und Udo Guggenbichler (FPÖ) ist diesmal Sebastian Kurz von der ÖVP an der Reihe. Die Wahlkonfrontation, die er mit Martina Wurzer (Grüne) geführt hat, findet ihr hier.

Sebastian Kurz / Foto - STADTBEKANNT

Sebastian Kurz / Foto – STADTBEKANNT

Der Geilmacher

Trotz seiner erst 24 Lenze kann man Sebastian Kurz durchaus schon als alten Hasen auf dem Politparkett bezeichnen. Bereits mit 17 schloss sich der Jugendkandidat der Wiener ÖVP für die Gemeinderatswahl der Jungen Volkspartei an und brachte es vergangenes Jahr sogar zu deren Vorsitzenden. „Ich war schon immer politisch interessiert und hab’ gedacht, ich schau mir einmal eine Jugendorganisation an bei der ich mich selbst einbringen kann. Im Internet habe ich mir angeschaut, was es so alles gibt. Von der JVP war ich sehr angetan und bin dann dort hängen geblieben,“ erinnert er sich an seine Anfangszeit zurück.

Hängen blieb der Meidlinger gleich in urschwarzem Terrain, dem ersten Wiener Gemeindebezirk: „Ich kam dort durch Zufall hin über einen Bekannten, weil das dort eine sehr nette Gruppe war.“ Dass Junge es nicht immer leicht haben in Stenzel-Town und die Bezirksvorsteherin oft recht eigene Ansichten über das Treiben in „ihrem“ Bezirk hat konnte er bald am eigenen Leib spüren: „Ich habe viele Konflikte und Streiterein mit Bezirksvorsteherin Stenzel ausfechten dürfen und ich glaube ich habe ihr so nicht nur ihren Job anstrengender gemacht. Wir haben es schon geschafft, sie in vielen Bereichen ein bisschen verständnisvoller und jugendfreundlicher zu machen.“

Allseitiger Applaus scheint es also nicht zu sein, den Sebastian Kurz sucht. Bereits im vergangenen Jahr zeichnete er verantwortlich für eine Kampagne der JVP zur Nacht-U-Bahn, die von vielen Seiten als geschmacklos und sexistisch kritisiert wurde. Trotzdem schreckt er auch heuer nicht davor zurück mit einer sehr kontroversen Kampagne unter dem Motto „Schwarz macht Geil“ in den Wahlkampf zu gehen. Geilmacherinnen im hautengen schwarzen Outfit und etwas züchtiger gekleidete Geilmacher mit Hemd und Krawatte bewegen sich dezent im schwarzen Hummer, dem Geilomobil, durch die Stadt und machen „Geil auf Politik“.

Hinter den aufsehenerregenden Kampagnen geht es Kurz aber auch um die Themen, die kommuniziert werden sollen. Als Angebot der Wiener ÖVP an junge WählerInnen will er dabei natürlich vor allem Verbesserungen für seine Zielgruppe anstoßen. Nicht nur für diese fordert er in Wien freies Wlan an öffentlichen Plätzen und passenderweise auch gleich die entsprechenden Sitzmöglichkeiten zum surfen oder arbeiten. Die frische Luft dort ist eben viel gesünder als das stickige Audimax. Vielleicht wollte er es auch aus diesem Grund zur Zeit der Besetzung polizeilich räumen lassen.

Als positives Ergebnis seiner politischen Arbeit verbucht der JUS-Student die Einführung der Nacht-U-Bahn Anfang September. Trotz anfänglicher Ablehnung hat die SPÖ-Regierung diesen Vorschlag der Wiener JVP nach einer Volksabstimmung umgesetzt. Ein Erfolg auf den, geht es nach dem 24-Jährigen, in der Zukunft noch weitere folgen sollen.

 

Sebastian Kurz im Interview

 

Stadtbekannt: Die ÖVP gilt oft als die Partei der älteren Generation. Ist es leicht in der ÖVP jung zu sein?

Kurz: Ich glaube ganz im Gegenteil. Ich weiß, dass das Image aus früherer Zeit der ÖVP noch anhaftet, aber die ÖVP ist jünger als man denkt. Die ÖVP ist österreichweit klar die Nummer Eins bei jungen Wählern. Bei den Unter-Dreißigjährigen war die ÖVP bei den letzten drei Landtagswahlen (Vorarlberg, OÖ, Burgenland) immer klare Nummer 1. Im Ergebnis: definitiv jung. Die Roten haben junge Gesichter die sie vorne hinstellen, wie die Laura Rudas, der HC Strache probiert nicht einmal das, weil er sich selbst als eh als der ewig Jungebliebene sieht. Er spielt den David Hasselhoff von Wien, obwohl er der Vater aller sein könnte die da in der Disco sind. Der probiert nicht einmal ein junges Gesicht hinzustellen, weil er für sich beansprucht immer noch 22 zu sein. Wir sind die einzigen, die in jedem Bezirk mindestens einen Unter-Dreißigjährigen haben, der fix Bezirksrat wird nach der nächsten Wahl. Wir werden jetzt in Wien mit ein oder zwei Unter-Fünfundzwanzigjährigen Landtagsabgeordneten vertreten sein, es gibt bei keiner anderen Partei einen Unter-Fünfundzwanzigjährigen.

Stadtbekannt: Ist es ihr persönliches Wahlziel in Wien die stärkste Kraft bei den Unter-Dreißigjährigen zu werden?

Kurz: Die stärkste Kraft ist in Wien einfach deswegen nicht möglich, weil wir in Wien allgemein von 18 Prozent ausgehen und es dann auch in einer Zielgruppe nicht schaffen können Stärkste zu sein. Das ist rein rechnerisch nicht möglich. Unser Ziel ist natürlich bei den Jungen gut abzuschneiden und wir werden bei den Jungen definitiv über unserem normalen Parteiergebnis abschneiden. Wenn man sich bei der ÖVP die Mitarbeiter der Landes- und Bundespartei anschaut, es ist beeindruckend wer da am Ruder sitzt. Nicht nur, dass die ÖVP einen recht jungen Generalsekretär hat. In der Bundespartei ist von drei Bereichsleitern einer etwas über Vierzig und die anderen sind 29 und 31 Jahre alt. Da sind junge Leute am Ruder, das merkt man überall von man hinschaut.

Stadtbekannt: Könnte man nicht bösmeinend sagen, die ÖVP-Jugend ist etwas parteikonformer als die der anderen Parteien, zum Beispiel die SJ oder die GAJ?

Kurz: Wir sind in unserem Ergebnis erfolgreicher und da gibt es unterschiedliche Wege. Mein thematischer Konflikt mit Ursula Stenzel wurde groß in den Medien ausgetragen. Es gibt aber auch viele andere Themen wo es einfach sinnvoll ist, gemeinsam die Stärke der ÖVP zu nutzen, um unsere Themen durchzusetzen. Wir waren zum Beispiel dafür, dass Zivildiener nicht benachteiligt werden. Da gibt es viele Bestrafungen. Man darf nicht zur Polizei, man darf nicht Jäger, nicht Förster werden, um den Zivildienern das Leben danach schwerer zu machen, weil sie doch ach so böse Zivildiener sind. Wir haben uns gemeinsam mit der Innenministerin Fekter hingesetzt, waren in den Gremien stark, sind an dem Thema lange dran geblieben. Nach einem halben Jahr haben haben wir exakt das Ergebnis gehabt, das wir wollten. Es wäre natürlich auch gegangen vor der Bundespartei zu demonstrieren, im Ergebnis wären wir dann anders ausgestiegen.
 

 

 

 

Kurz: Mein könnte immer jammern, ich sehe aber keinen Grund zu jammern. Wir haben die Idee (Anm. die Nacht-U-Bahn) gehabt uns war es wichtig, dass junge Leute in Wien mehr Lebensqualität haben. Das ist mir neben allem Parteistrategischem und Wahlstrategischem der wichtigste Punkt. Ich habe mich wirklich aufrichtig am 3. September gefreut wie wir alle gemeinsam nach einem Jahr Kampf in die erste U-Bahn eingestiegen sind. Diese idealistische Freude ist stärker als das Beleidigtsein, wenn uns die SPÖ ein Thema wegnimmt. Was ich aber wirklich arg finde ist, wenn öffentliche Gelder und Gelder der Wiener Stadtwerke dafür verwendet werden, um anderen Parteien Themen wegzunehmen und Wahlwerbung für die SPÖ zu machen. Die SPÖ hat es geschafft, dass die Wiener Stadtwerke und die Wiener Linien 1,5 Millionen Euro für Kampagnen ausgegeben haben „Ja, die U-Bahn kommt“ und „Danke, lieber Michael Häupl, dass du uns die U-Bahn gebracht hast“. Das ist eine Form der Korruption die man nicht akzeptieren kann, das ist eine Sauerei. Ich finde es schade, dass Medien mit Inseraten so zugedeckt werden, dass sie sich nicht einmal mehr trauen über so etwas zu berichten.

Stadtbekannt: Man könnte ja jetzt den Herrn Finanzminister fragen, ob er es ähnlich sieht. Er schaltet ja auch ganz gerne Inserate.

Kurz: Der Finanzminister hat eine Kampagne gemacht…

Stadtbekannt: …wo er uns vorgerechnet hat wie viel Schulden wir alle haben.

Kurz: Ja, es schalten alle Ministerien Inserate. Der Finanzminister hat das gemacht mit einer Kampagne zu einem Thema, wo man weiß, es ist ein wichtiges. Wo jeder weiß unsere Systeme gehen krachen, wenn es nicht bald Bewusstsein dafür in der Gesellschaft gibt. Er hat das zu einem Zeitpunkt gemacht, wo eh schon Fünf vor Zwölf war, weil man in Griechenland gesehen hat was passieren kann, wenn man nicht einlenkt. Das Ziel dahinter war ja ein hochwertiges und er hat es nicht gemacht als persönliche Profilierungskampagne einen Monat vor der Wahl, sondern er macht das obwohl die Nationalratswahlen drei Jahre weit weg sind und er macht das zu einem Thema, das alles andere als positiv besetzt ist. Das ist nicht vergleichbar. Der Unterschied ist: Tut man das in der wirklich notwendigen Rolle eines Ministers, der das mit seinem Budget tut, oder schafft man es mit einem Machtnetzwerk und Machtmissbrauch, dass Betriebe wie die Wiener Linien, die eigentlich nicht dazu verpflichtet wären, das machen.

Stadtbekannt: Welche sind die wichtigsten Themen für Junge Menschen in Bezug auf die Sie etwas umsetzen wollen nach der Wahl?

Kurz: Wir haben viele Themen die uns wichtig sind. Es ist leichter gegen die Innovationsfeindlichkeit in Wien anzukämpfen, wenn man im Gemeinderat sitzt. Wir fordern 24h Wlan an öffentlich Plätzen in Wien, dass es hier nicht nur Holzbänke gibt, dass es da ein bisschen moderner ist und es vielleicht Enzis gibt, wie im Museumsquartier. Wlan gibt es in Österreich inzwischen schon in Graz und Schwechat. Dort ist es möglich, wir verstehen nicht warum es in Wien nicht möglich ist. Das ist klar gewollt, ähnlich wie die U-Bahn, und es ist noch dazu wesentlich billiger als die U-Bahn.

Stadtbekannt: Was sind umgekehrt für Sie Dinge in Wien, die ganz gut funktionieren? Sie betonen in Ihrer Wahlkampagne ja auch, dass Wien nicht eine ganz lebensunwerte Stadt ist.

Kurz: Wien ist wunderschön. Wien ist definitiv meine liebste Stadt. Ich war noch nicht in unendlich vielen Städten dieser Welt, aber doch schon in einigen und ich habe noch keine gefunden, die mir besser gefällt als Wien. Ich will da wohnen, ich fühle mich da wohl. Wien ist auch gar nicht so schlecht verwaltet. Erstens stört mich aber die Innovationsfeindlichkeit. Wien ist zwar die schönste Stadt der Welt, aber man kann auch was dafür tun, dass Wien die modernste Stadt der Welt ist. Ich hätte gerne ein Wien mit all den schönen Seiten die es hat, aber trotzdem ein Wien, das so eine moderne Metropole ist, dass es auch in Zukunft wettbewerbsfähig ist, dass es interessant ist für Unternehmer, dass es interessant ist für junge Leute. Der zweite Punkt: Wien ist zwar gut verwaltet, nur wird das mit einem unendlichen Aufwand getan. Der Wiener Bürgermeister leistet sich einen Hofstaat von 65.000 Beamten. Im Vergleich: Die gesamte EU hat 30.000 Beamte.

Stadtbekannt: Dagegen könnte man argumentieren, dass die EU keine Krankenhäuser usw. verwalten muss. 

Kurz: Genau, aber Bayern, das ungefähr so groß ist wie Österreich, hat wesentlich weniger Beamte als Österreich und die Stadt Wien zusammen. Egal womit man es vergleicht. Bayern schafft es mit wesentlich weniger Beamten.

Stadtbekannt: Föderalismus ist augenscheinlich teuer… 

Kurz: Ja und vor allem, wenn man ihn so zur Spitze treibt wie der Bürgermeister in Wien. Man kann immer versuchen das System auszureizen, um zu sehen, wie lang geht’s denn noch und bis jetzt hat es ja auch funktioniert. Nur ist es einfach nicht mehr leistbar und ich sehe auch nicht ein, warum man es sich leisten sollte, dass der Bürgermeister einer Stadt, und ich sehe schon es ist die Bundeshauptstadt, sich einen Hofstaat mit 65.000 Beamten leistet, nur damit alle ein Parteibuch haben und damit die Absolute dann auch noch in Zukunft gesichert ist.

Schwary macht geil / Foto - STADTBEKANNT

Schwary macht geil / Foto – STADTBEKANNT

Stadtbekannt: Viele Menschen finden der Bürgermeister sieht auf Ihren Plakaten besser aus, als auf seinen eigenen. War das eine schlaue Idee ihn so prominent in Szene zu setzen?

Kurz: Es ist definitiv eine schlaue Idee. Der Beweis ist gerade geliefert worden. Die Wahlplakate der ÖVP-Wien haben es selten geschafft Thema bei einem Interview zu sein, jetzt ist es wieder Thema. (lacht) Insofern war die Idee schlau.

Stadtbekannt: Sie waren mit ihrer Jugendkampagne massiv in den Medien. Kann man sagen, dass einer 18-Prozent-Partei nichts zu plump ist um in die Medien zu kommen wie mit dem Geilomobil usw.?

Kurz: Nein, wir haben das mitgebracht, weil wir es so toll finden!

Stadtbekannt: Meinen Sie das ernst?

Kurz: Was?

Stadtbekannt: Diese Kampgane. Kondome verteilen tut inzwischen ja jeder…

Kurz: Na, machen Sie es einmal auf (verteilt Geilmacher-Gummis). Kondome verteilen ist das richtige Stichwort. Das ist ein Geilmacher-Gummi zum Lutschen. Ich bin sonst keiner, der ein Kondom essen würd‘. Das ist definitiv essbar, es ist nämlich ein Geilmacher-Zuckerl, das es schafft, junge Menschen ganz geil zu machen. Ganz geil sind sie, wenn sie am 10. Oktober die ÖVP Wien wählen, weil die ja bekanntlich Wien geil macht. Dass Kondome jeder verteilt ist richtig, wir tun es trotzdem nicht.

Stadtbekannt: Mit einem Geilomobil und Geilmachern durch Wien zu ziehen, halten sie das für wichtig? Glauben Sie, das ist das Thema, das Junge anspricht? Sind es weniger Jobs oder Berufsaussichten die sie interessieren?

Kurz: Ja, das sind die Themen die junge Leute ansprechen. Aber jeder der schon einmal mit  jungen Menschen in Kontakt war und jeder der erfolgreich wahlkämpft weiß, dass es meistens nicht schlau ist jungen Leuten mit dem Stellwagen ins Gesicht zu fahren und nur mit Themen zu kommen.  Darum nehmen wir die Kampagne als Aufhänger um ins Gespräch zu kommen. Ich glaube echt, dass Politik nicht spaßbefreit sein muss. Es muss nicht unendlich tief sein, alles hat natürlich Grenzen, aber es ist nichts schlimmes dabei, eine Kampgane zu machen die heißt „Schwarz macht geil“.

Stadtbekannt: Also Sexismusvorwürfe sind für Sie spaßbefreit.

Kurz: Ich erkenne den Sexismus nicht.

Stadtbekannt:  Einerseits verteidigen Sie junge Menschen, sie wären nicht nur am Partymachen sondern auch an Themen interessiert, andererseits docken Sie genau an diesem Hedonismus an. Warum?

Kurz: Ja weil das ja nichts Schlechtes ist. Politik ist nicht fernab von jeder Lebensrealität. Man kann es natürlich so betreiben und ich könnte den ganzen Tag im Dreiteiler rumrennen und sagen, das ist alles ganz ernst und wir dürfen es nicht lustig haben. Das ist nicht so! Wir haben es in der Jungen ÖVP lustig, wir haben es im Büro lustig, uns macht der Wahlkampf Spaß. Das sind ganz normale junge Leute die da am Werken sind, die finden genau die selben Dinge lustig wie jeder andere normale Mensch. Die sind alle nicht spaßbefreit. Da findet man es witzig, wenn man etwas verpackt wie ein Kondom und dann ist ein Zuckerl drin. Das ist der normale Schmähfaktor und das ist vollkommen legitim. Uns geht’s darum, mit unseren Themen durchzukommen, wir wissen inzwischen werblich wie wir das tun. Wir haben das bei der U-Bahn das erste Mal ausprobiert. Ich habe es mehrfach inzwischen ausprobiert bei Kampagnen die teilweise ein bisschen anrüchig waren, bei anderen die es nicht waren.
Es gibt leider sehr viele Spitzenpolitiker die sich das nicht trauen und es gibt leider viel zu viele Leute im politischen Bereich die irrsinnig spaßbefreit sind und glauben, es muss immer alles todernst sein. Mit dieser Mentalität schaffen sie es, dass sich immer mehr junge Leute von der Politik abwenden, weil sie sagen „Das ist sowieso alles scheinheilig, das ist alles immer überernst, da darf man sowieso nicht normal sein“. Wir gehen einfach einen anderen Weg. Man muss auch jungen Leuten dort begegnen wo sie sind und es ist doch nichts schlechtes am Abend in Lokalen oder in Discos unterwegs zu sein, weil dort halten sich junge Leute auf.

Stadtbekannt: Machen Sie eine Discotour?

Kurz: Ja sicher. Ich gehe ja privat auch gerne weg. Warum sollte ich jetzt grad‘ krampfhaft im Wahlkampf nicht weggehen?

Stadtbekannt: Was will die ÖVP tun um im Duell SPÖ gegen ÖVP überhaupt wahrgenommen zu werden?

Kurz: Meine Kernaufgabe ist der Jugendbereich. Dem Bereich fühle ich mich verpflichtet und der macht mir auch Spaß. Wir haben die U-Bahn erkämpft und damit stammt das Hauptjugendthema von uns, auch wenn es jetzt mit viel Geld von anderen besetzt wird. Wir haben viele andere Themen die uns wichtig sind, auf die wir ein sehr gutes Feedback bekommen und wir haben eine Kampgane die dazu einlädt mit uns ins Gespräch zu kommen. Wir tun alles was man tun kann und hoffen, dass es möglichst gut für uns ausgehen wird.

Stadtbekannt: Wollen Sie nach der Wahl Stadtrat werden?

Kurz: Nein

Sebastian Kurz / Foto - STADTBEKANNT

Sebastian Kurz / Foto – STADTBEKANNT

Wordrap

Wien ist für mich…  meine Stadt in der ich lebe.

Wenn Sie könnten, wie Sie wollten, was würden Sie in Wien verändern?
  Zu viel, um es in einem kurzen Wordrap anzuführen.

Wiener Lieblingsplatz?  Museumsquartier.

Wo wird man Sie nie sehen?  Bei SPÖ-Machenschaften wo öffentliche Gelder für Wahlkampfzwecke verteilt werden.

Studentenverbindung oder Audimaxismus?  Derzeit weder noch, aber Audimaxismus sicher nicht.

Stadl oder Flex?  Zu später Stunde, beides.

Rauchen oder Nicht-Rauchen?  Nicht-Rauchen.

Radfahren oder Autofahren?  Im Sommer Rad, im Winter Auto.

Naschmarkt oder Brunnenmarkt?  Naschmarkt.

Was ist ein „echter Wiener“? Wenn die Plakate recht haben: HC Strache.

Ein Do und ein Don’t für Wien.  Do: Umsetzung der 24h-U-Bahn.  Don’t: Roter Machtmissbrauch.

Welcher Versuchung können Sie nicht widerstehen?  Mich politisch zu engagieren.

Sebastian Kurz Foto: stadtbekannt.at

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5 Antworten auf Die JugendkandidatInnen im Porträt: Sebastian Kurz ÖVP – Verstecken

  1. Clamo sagt:

    Ich hätte schon mal einen Slogan
    "Integration macht geil" 😉

  2. Freebob sagt:

    Was hat der mit Integration am Hut.
    Ichmeine wenn man sich vorher nie mit einer Materie beschäftigt haben muss, um Minister vom Fach zu werden, dann könnte Fekter ebensogut Finanzministerin werden, oder Norbert Darabos Verteidigungsminister.

  3. Nasti sagt:

    Ich wäre für
    Sebastian Vettel;-)

  4. Joe sagt:

    mangelnde kompetenz
    wie spindelegger schon gesagt hat qualifiziert ihn seine lang… äääh halbjährige erfahrung in der wiener gemeindepolitik und seine arbeit als jvp-chef im sozialen brennpunkt innere stadt doch wohl schon als integrationsstaatssekretär. wo muss mehr integrationsarbeit geleistet werden als dort wo die reichen mit den reicheren streiten?

  5. Cary sagt:

    Gebt ihm eine Chance
    Wie viel schlimmer kann ein 24-Jähriger im Vergleich zu den älteren Politikern sein, die sich allesamt schon mehr als genug geleistest haben? Was ist falsch an Jugend mit Idealen und Visionen?

    Denn Fakt ist: Junge Menschen kämfpen noch für ihre Ideen die Welt ein bisschen besser zu machen. Bei den älteren Politikern ist dieser Kampfgeist schon lange verloren gegangen.

    Zum Thema Kompetenzen möchte ich anmerken: Integrationspolitik ist immer ein heikles Thema, für das es meiner Ansicht nach keine wirklichen Kompetenzen oder fachlichen Ausbildungen gibt. Und gerade hier sehe ich seine Jugend als Vorteil. Er stammt aus einer Generation, die die Problemtiken der kulturellen und sprachlichen Barrieren von klein auf mitterlebt haben.

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