Wien – Leben

Spittelberg Punsch (c) STADTBEKANNT Mautner
Spittelberg Punsch (c) STADTBEKANNT Mautner

Die Invasion der Punschstände

8. November 2015 • Leben

Jedes Jahr wieder poppen Mitte bis Ende November an allen möglichen Orten in Wien die Weihnachtsmärkte und Punschstände aus dem Boden und laden zum Genuss alkoholischer Heißgetränke im Freien ein. Obwohl sich eigentlich bei der Kälte niemand sonst freiwillig unter freiem Himmel aufhalten möchte, sind die „Standln“ immer gut besucht. Die charakteristischen rustikalen Hüttchen werden wieder aus dem Keller geholt und überall verteilt. Man muss sich eigentlich fragen, wo die immer alle herkommen.

 

Vorweihnachtliche Traditionen

Die Vorweihnachtszeit wird generell immer weiter nach vorne gezogen, Anfang November bekommt man mittlerweile bereits Dekoration für die stillste Zeit im Jahr. Ähnlich verhält sich dies auch mit den Punschständen, die immer früher Besucher anlocken wollen. Die ersten Adventmärkte, wie das Weihnachtsdorf im Alten AKH oder der Weihnachtsmarkt am Hof öffnen ihre Türen bereits rund um den 13 November. Winter im Museumquartier gibt es bereits seit 5 November. In jeglicher Art wird Punsch kombiniert, ob klassisch mit Beeren oder Orange, bis hin zu eher ausgefallenen Rezepten, wie Mango oder Ananaspunsch. Daneben werden natürlich auch noch Glühwein und Jagatee unter die Bevölkerung gebracht. Man mag es eigentlich gar nicht glauben, aber ursprünglich stammt der Punsch aus Indien, wo er über die britische Ost-Indien Kompanie nach England kam, um von dort seinen Siegeszug in Europa anzutreten. Heute wird Punsch ja fast nur noch heiß getrunken, daher bietet sich das Getränk einfach am besten an, es in der kalten Jahreszeit zu genießen – mittlerweile ist schon fast zur Tradition geworden.

 

Die Wärme, die von den ausgeliehenen Punsch-Tassen ausgeht, zieht die Wiener anscheinend magisch an, kommen doch jedes Jahr Tausende Besucher. Manch einer sammelt sogar die verschiedenen Häferl, in denen das Heißgetränk serviert wird.
Neben den Punschständen gibt es natürlich auch ein Sammelsurium an anderen „Standln“ in denen man alles nur erdenklich Unnützliche erwerben kann. Von Duftkerzen bis hin zu handgewerktem Schmuck findet sich bestimmt für jeden Besucher etwas.

 

Das Christkind kommt bald

Egal ob es einem passt oder nicht, die vorweihnachtliche Zeit ist auf alle Fälle hiermit eingeläutet worden. Jeder kommt irgendwann in den Genuss an einem Punschstand vorbeizukommen um von den ewig selben Liedern, die sich seit Jahren wiederholen, beschallt zu werden. Vielleicht macht das aber auch den Charme der Adventmärkte aus, denn ihre Beliebtheit scheint nicht nachzulassen – ganz im Gegenteil. Immer länger und immer früher findet die Invasion der Punschstände statt und sind nicht mehr aus dem Wiener Stadtbild im Winter wegzudenken.
Bedenklich wird es wahrscheinlich erst dann werden, wenn wir alle mit Badehosen am Weihnachtsmarkt Punsch trinken werden.

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