Kultur – Musik

The Crow

Die großartigsten Filmsoundtracks

17. Februar 2014 • Musik

„The Crow“

Wenn es um Lieblings-Filmsoundtracks geht, denke ich als allererstes immer an „The Crow“. Adaptiert vom Comic aus der Feder von James O’Barr, war „The Crow“ für mich so ein Film, wo atmosphärisch einfach alles perfekt zusammengespielt hat – und dazu haben der von Graeme Revell komponierte Score (der wieder ein eigenes Thema ist) wie auch der Soundtrack wesentliches beigetragen.

 

Hommage an Edgar A. Poe

„Once upon a midnight dreary“ … mit dem gespenstischen, von einer minutenlangen Geräuschkulisse eingeleiteten „Burn“ von The Cure beginnt der Soundtrack gleich mit einem wunderschönen Stück Musik, dessen Text sich wie eine Reminiszenz an Edgar Allen Poes „The Raven“ liest. Ein hypnotischer, treibender Trommel-Rhythmus, elegische, dichte E-Gitarrenwände und Robert Smith mit seiner unverkennbaren, an Tod und Liebe verzweifelnden Stimme erzählen von flüsternden Schatten, die einem abraten nahe zu kommen. „The end is all that’s ever true“, singt Robert Smith, wäre aber nicht er, hieße es nicht „still every night I burn, every night I scream your name“. Said the raven “nevermore” – für mich eines der großartigsten Stücke, das The Cure jemals veröffentlicht haben.

Die Bilder, die hier gemalt werden sind natürlich ausschließlich nächtliche – situiert im Epizentrum einer unschönen, fieberhaften, nicht endenwollenden Nacht. Aber weil sogar eine solche immer noch mehrere Facetten hat, ist der Soundtrack – trotz atmosphärisch dicht gestecktem Rahmen – eklektrisch: so geht’s nach dem maschinellen „Golgotha Tenement Blues“ von Machines of Loving Grace mit dem vielleicht wunderbarsten Lied der Stone Temple Pilots weiter: „Big Empty“ eröffnet akustisch, trocken, mit Akustik- und Slidegitarre und Scott Weiland in Höchstform, ehe aufs Distortion-Pedal gestiegen wird und der hängenbleibenste aller STP-Refrains einem entgegenspringt: „Time to take her home / her dizzy head is conscience laden / Time to wait too long, to wait too long, to wait too long…“.

 

Song für Song ein Genuss

Ähnlich fieberhaft-trommel getrieben und atmosphärisch wie bei “Burn” von The Cure geht’s dann nach den Stone Temple Pilots weiter: die Nine Inch Nails mit einer grandiosen Version von “Dead Souls”, im Original von Joy Division. „When figures from the past stand toll / and mocking voices ring the hall” – das englische Wort “uncanny” trifft es am besten. “They keep calling me”, singt Reznor immer wieder eindringlich.

Es geht Schlag auf Schlag: Rage Against The Machine mit “Darkness”, das elegische „Color Me Once“ von den Violent Femmes, die Rollins Band mit „Ghostrider“ und dann die großartigen Pantera mit einer brutalen Version von „The Badge“, im Original von Poison Idea, dann For Love Not Liza, Medicine, Jesus and The Mary Chain

Und weil es ja nicht den ganzen Tag regnen kann, wie Draven es im Film verspricht, wird der Soundtrack mit dem versöhnlichen und todtraurigen „It Can’t Rain All The Time“ von Jane Siberry abgeschlossen, im Film wohl thematisch der prominenteste Song.

 

STADTBEKANNT meint

Wunderschöner, atmosphärischer Soundtrack, der nie alt wird.

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