Wien – Denkmäler & Kunstobjekte

Wiener Secession - Spruch (c) STADTBEKANNT
Wiener Secession - Spruch (c) STADTBEKANNT

Die Farben der Jahrhundertwende

5. Februar 2018 • Denkmäler & Kunstobjekte, Gut zu wissen

Historische Orte, lokale Geschichten

Das Jahr 1918 hat sie uns alle genommen, doch heute noch sind sie im Stadtbild präsent. Auf den Spuren dreier Zeitgenossen.

Die großen Weggefährten Gustav Klimt, Egon Schiele und Otto Wagner hinterließen zeitlebens quer über die Stadt Wien verteilt ihre historisch und kulturell bedeutsamen Fuß- und Handabdrücke. 100 Jahre nach ihrem Ableben begeben wir uns nun auf die Suche nach physischen und geistigen Relikten und lassen uns auf einen Spaziergang durch die Geschichte ein.

Gustav Klimt - Geschäft (c) STADTBEKANNT

Gustav Klimt – Geschäft (c) STADTBEKANNT

Teil I: Gustav Klimt

Innenstadt

Als Ausgangspunkt des ersten Teils unseres nostalgischen Stadtrundgangs soll die Wiener Innenstadt dienen, genauer gesagt die Operngasse vor den Toren des Café Museum. Selbiges wurde um die Jahrhundertwende eröffnet und sollte sich bald als Treffpunkt der Wiener Kunst- und Intellektuellenszene etablieren. Seit seinen Anfangstagen zählten so auch die drei Hauptcharaktere unserer Geschichte zum illustren Stammpublikum. Somit ist es leicht denkbar, dass sich dort auch ihre privaten Wege das ein oder andere Mal kreuzten. Das Kaffeehaus selbst und sogar Teile der Originalausstattung können heute nach überstandener Krise und kurzzeitiger Schließung glücklicherweise wieder besucht und bewundert werden.

Fenster Cafe Museum (c) Nohl stadtbekannt.at

Cafe Museum (c) Wetter-Nohl stadtbekannt.at

Ende …

Wir wollen nun den individuellen Fährten Gustav Klimts weiter in die Vergangenheit folgen, tief in die Belle Époque rund um die Jahrhundertwende. Die nächste Station unserer Reise findet sich im Hauptgebäude der Universität Wien an der Ringstraße und damit vorgreifend ausgerechnet bei Klimts letztem auf öffentlichen Auftrag hin erstellten Werk. Das Unterrichtsministerium und die Universität selbst hatten ihn ihm Jahr 1894 zur Fertigung dreier Deckengemälde im Großen Festsaal der Universität bestellt. Nach inhaltlichen und visionären Diskrepanzen zwischen Klimt und den Auftraggebern legte der Künstler schließlich den Auftrag zurück und die sogenannten „Fakultätsbilder“ fanden nie ihren vorgesehenen Ausstellungsort. Seit 2005 aber werden im Festsaal Reproduktionen der an der Decke angebrachten Werke gezeigt.

Burgtheater (c) STADTBEKANNT

Burgtheater (c) STADTBEKANNT

… und Anfang

Das Gegenteil gilt jedoch für Klimts Deckengemälde im nahe gelegenen Burgtheater. Selbige kamen nicht nur im Zuge der Verwirklichung des ersten öffentlichen Auftrags an den Maler zustande, sondern verhalfen ihm darüber hinaus auch zum endgültigen Durchbruch. Neben den vier Bildern hoch über den beiden Prunkstiegen sind im sogenannten „Klimtraum“ an der Burg auch noch diverse Entwürfe des Künstlers sowie sein einziges gemaltes Selbstportrait ausgestellt. Daneben durfte sich Klimt auch in der Eingangshalle des Kunsthistorischen Museums auf Wunsch des Staates hin schöpferisch der Nachwelt hinterlassen. Sein Zyklus der Stilepochen europäischer Kunst ist perfekt im Originalzustand erhalten.

Wiener Secession (c) STADTBEKANNT

Wiener Secession (c) STADTBEKANNT

Der Zeit ihre Kunst

Die Secession am Karlsplatz trägt aber wohl die deutlichste Handschrift Klimts im öffentlichen Raum. In der 1897 gegründeten Künstlervereinigung versammelte er als deren erster Präsident andere zeitgenössische Kritiker des vorherrschenden Konservatismus wie Koloman Moser und später Oskar Kokoschka und Egon Schiele um sich. Im Untergeschoss des Ausstellungshauses der als bedeutendste Institution des österreichischen Jugendstils angesehenen Secession wird Klimts schöpferischer Zenit, der weltberühmter Beethovenfries, permanent der Öffentlichkeit präsentiert.

Klimt Villa (c) STADTBEKANNT

Klimt Villa (c) STADTBEKANNT

Der Kunst ihre Freiheit, stadtauswärts

Zum Ende unserer wienerischen Rundreise wenden wir uns noch auf einen Sprung dem dreizehnten Bezirk zu. Hietzing riecht förmlich noch nach dem Fin de Siècle, und das aus gutem Grund, diente Klimt doch das Gartenhaus in der Feldmühlgasse 11 – unweit des letzten Ateliers Egon Schieles – in seinen letzten sieben Jahren als Rückzugsort und Arbeitsplatz. Sein letzter Wirkungsort wurde bis hin zur originalen Farbfassung historisch korrekt restauriert und macht nun ganzjährig die Lebens- und Arbeitssituation des Künstlers erfahrbar.

Grab - Gustav Klimt (c) STADTBEKANNT

Grab – Gustav Klimt (c) STADTBEKANNT

Das Ehrengrab des großen Malers kann am Hietzinger Friedhof besucht werden. Ihm zu Ehren wurde 1924 In Fußnähe seiner letzten Ruhestätte die Klimtgasse getauft.

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