Wien – Ganz Wien aufgelistet

MAK Halle (c) STADTBEKANNT Mautner

Die besten Lernoasen Wiens

10. Jänner 2016 • Ganz Wien aufgelistet, Gut zu wissen

Pauken ohne Trompeten

Der Jänner ist für Studenten gefüllt mit den Nachwehen der Weihnachtsferien und der Vorfreude auf die Semesterferien. Dazwischen schwindelt sich aber noch die absolut anstrengendste Zeit im neuen Jahr hinein: die Prüfungszeit! Wir haben uns gefragt: Wo kann man in Wien am besten pauken?

Die gefürchtetste Zeit im Leben eines jeden Studierenden ist da: Prüfungszeit! Da zuhause plötzlich bemerkt wird, wie schmutzig es hinter dem Kasten und dem Bett ist und die kostbare Lernzeit eher für Putzexzesse draufgeht, pilgern ganze Ströme Lernwilliger stattdessen in Richtung Bibliotheken um dort ungestört büffeln zu können. Aber Exil-Lernen birgt einige Tücken denn: Nicht in allen Bibliotheken lernt es sich gleich gut. Wo geht man wochenends hin? Welche Lesesäle haben besonders lange offen? In welchen Kaffeehäusern kann man ungestört lesen und lernen?  STADTBEKANNT hat sich schlau gemacht und präsentiert euch die besten Wiener Lernstätten.

 

Die Klassiker

Hauptbibliothek

Der Studentenklassiker: Der Lesesaal in der Hauptbibliothek. Inmitten von gediegenem Ambiente lässt es sich wunderbar lernen, außerdem ist es so schummrig, dass man sich auch nicht von Sonnenschein und tollem Wetter ablenken lassen kann weil man schlichtweg jedes Gefühl für Zeit verliert. Gerade aber während der Prüfungszeit sollte man hier wirklich früh aufkreuzen, da es bei derartig großem Andrang schon mal passieren kann, dass man keinen Spind mehr bekommt und sich dann eine andere Alternative suchen muss.

TU Wien

Ebenfalls eine sehr nette, große Bibliothek in der man in kleinen Lernparzellen ungestört büffeln kann. Wenn die Gedanken doch mal abschweifen kann man das Treiben am Karlsplatz beobachten, da der Lesesaal rundum verglast ist.

WU Bibliothek

Wenn man keine Angst vor herabfallenden Betonplatten hat, dann ist auch die WU Bibliothek zu empfehlen. Hell und immer noch neu lässt es sich hier inmitten Polo-tragender Wirtschaftsstudenten und einem Hauch Spaceshuttlefeeling ganz gut lernen.

 

Die Wochenendalternativen und Ausdauerbibliotheken

Nationalbibliothek

Die Mutter aller Bibliotheken. Untergebracht in der Hofburg, lässt es sich in Wien nirgendwo so nobel lernen wie in der Nationalbibliothek. Man sollte sich allerdings nicht über den Wassersprühnebel wundern: Um die Bücher zu schützen wird an der Decke in regelmäßigen Abständen Wasserdampf versprüht, nass wird man dabei natürlich nicht. Da man hier aber immer Lichtbildausweis und Benützungskarte braucht, ist es am besten man nimmt sich gleich eine Jahreskarte um 10€, da eine Tageskarte um 3€ auf Dauer doch etwas teuer wird.

AKH

Der AKH Lesesaal (Ebene 5C), besser bekannt als die „Kammer des Schreckens“, ist nur etwas für ganz Hartgesottene oder wirklich Verzweifelte. Um Punkt 9.00 Uhr wird der Lesesaal gestürmt, spätestens zu Mittag wird die Luft immer schlechter, am späten Nachmittag kollabieren die ersten Opfer und ab 20.00 Uhr sitzen im Lesesaal nur mehr Lernzombies. Gut, dass es einen Starbucks im AKH gibt mit dem man sich von Zeit zu Zeit mit Koffein wiederbeleben kann. Allerdings sollte man seinen Platz gut sichtbar reservieren, denn trotz der klaustrophobischen Lernatmosphäre sind die Plätze sehr begehrt.

Architekturzentrum MQ

Die wohl netteste Wochenendlösung verspricht die Bibliothek des Architekturzentrums im MuseumsQuartier. Hell, freundlich, mit Tageslichtluken lässt es sich hier wunderbar pauken und die Lernpausen kann man sich im MQ vertreiben. Aber hier muss man ebenfalls zeitig auftauchen, da es nur sehr sehr wenige Sitzplätze gibt und der Andrang u Semesterbeginn- und Ende entsprechend groß ist. Es kann auch passieren, dass die Bibliotheksdamen etwas säuerlich darauf reagieren, wenn man seine Jus- oder Medizinunterlagen auspackt, daher sollte man zumindest so tun als ob man sich für Architektur interessiert und sich ein Buch mit an den Tisch legen.

MAK

Der Lesesaal im Museum für Angewandte Kunst (MAK) am Stubenring ist ebenfalls ein sehr beliebter Wochenendlernplatz. Sehr hell und freundlich ist es dort durch die fast deckenüberspannende Milchglasdecke, wer also gerne noch etwas von den wechselnden Tageszeiten mitbekommt wird sich im MAK wohlfühlen.

 

Wiener Kaffeehäuser

Café Jelinek

Das Cafe Jelinek (Otto-Bauergasse 5, 1060 Wien) ist ein typisches Altwiener Kaffeehaus, in dem man ungestört, da keine (oder nur wenig) Hintergrundmusik, seine Melange trinken und nebenbei Adorno oder Anatomiewälzer lesen kann. Ein Vorteil gegenüber Bibliotheken: Wer gerne beim Lernen eine Zigarette zur besseren Konzentration raucht, kann dies im Jelinek im Raucherbereich tun.

Café Sperl

Auch im Cafe Sperl (Gumpendorferstraße 11, 1060 Wien) kann man in den Samtenklaven wunderbar lernen, nebenbei Mehlspeisen essen und Häferlkaffee trinken und sich ganz in seine Bücher vertiefen. Die Kellner sind unaufdringlich und anscheinend an vertiefte Studierende gewöhnt.

Café Raimund

Man merkt langsam, wir haben eine Vorliebe für Wiener Kaffeehäuser, aber dort wird man einfach nicht mit Fahrstuhlmusik oder sogenannter Loungemusik vollgeplärrt und die Preise sind meistens auch so moderat, dass man sich zwei, drei Kaffees über den Nachmittag verteilt leisten kann (im Gegensatz zu amerikanischen Kaffeehausketten). Auch das Café Raimund (Museumsstraße 6, 1010 Wien) fällt unter die wunderbare Kategorie „Traditionsreiches, alteingesessenes Wiener Café“. Die Bedienung ist ungewöhnlich freundlich und herzlich, es gibt (ebenfalls untypisch) sehr guten und preisgünstigen Kaffee und man kann wunderbar lernen. Keine Hintergrundmusik, wenig bis gar keine Touristen, bequeme Sitzgelegenheiten. Wir können das Raimund nur weiterempfehlen!

 

Wir wünschen euch viel Erfolg bei euren Prüfungen!

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