Lokalführer – Bäckereien

(c) stadtbekannt.at
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Der Wiener Bäcker ums Eck

22. Februar 2013 • Bäckereien, Ganz Wien aufgelistet, Gut zu wissen

Wir haben für euch einige kleine Wiener Bäckereien besucht in denen man nicht nur leckere, selbst gemachte Mehlspeisen, Backwerk und Brot bekommt, sondern den Charme der kleinen Wiener Handwerksbetriebe noch mit zum Kipferl gratis dazu.

Vor einiger Zeit hat sich stadtbekannt aufgemacht um euch jene türkischen Bäckereien ums Eck vorzustellen, die für viele von uns zur Institution geworden sind und sich durch hervorragendes Backwerk abheben, hier gehts zum Artikel.
Natürlich gibt es in Wien aber auch zahlreiche Wiener Bäckereien, die uns täglich mit fischen Semmeln, Brot, Mehlspeisen, wie Strudeln oder Kipferl und anderen Köstlichkeiten versorgen. Einige dieser Betriebe haben wir für euch besucht und mit ihnen über ihr Handwerk, den Alltag in der Backstube und noch einiges mehr geplaudert…

Morgenstund hat Gold im Mund

Dieser Spruch kommt wohl nicht von ungefähr, denn wer einer der Wiener Bäckerstuben einen Besuch abstattet weiß, dass in diesen dann zu arbeiten begonnen wird, wenn der Großteil der Wiener Stadtbevölkerung schläft. Zwischen 2:00 und 02:30 Uhr früh starten diese Bäcker in ihren Arbeitstag. Wer beispielsweise an der Bäckerei am Mittersteig des Nächtens vorbeispaziert, kann beim offenen Fenster beobachten, wie in der Backstube begonnen wird Teig zu mischen und allerlei Backwerk zubereitet wird. Der Beruf ist nichts für Zartbesaitete, denn nächtliche Arbeitszeiten gehörten schon immer zum Beruf der Bäckermeister dazu.
Schließlich strömen die Kunden ja schon ab 6:00 Uhr früh ins Geschäft um sich ihre Jause für die Arbeit mitzunehmen. Außerdem beliefern die Familienbetriebe auch Supermarktketten und andere Abnehmer. Das Besondere an den kleinen Betrieben ist, dass hier alles von Hand und mit viel Liebe und Herzblut zubereitet wird, denn eines steht fest, wer diesen Beruf heutzutage noch ausübt, ist mit Herz und Seele dabei.

Woran man gutes Brot erkennt? Fragen wir einen der es wissen muss – einen Bäcker: „Gutes Brot erkennt man daran, dass es sich lange hält und nicht schon nach einem Tag hart wie Stein ist, so wie beim Brot im Supermarkt. Unser selbstgemachtes Brot schmeckt mir am besten, wenn es zwei drei Tage alt ist, da entfaltet es erst sein volles Aroma.“

Kein Stück gleicht dem anderen

Ein echtes Unikat bekommt man auch nur beim Bäcker seines Vertrauen. Ein weiteres Spezifikum von selbstgemachtem Backwerk ist, wie beispielsweise bei den Semmeln, dass kein Stück dem anderen gleicht. Da die Semmeln handgemacht sind, hat jedes Stück seine eigene Form. Auch hier gibt es einen großen Unterschied zur Massenware, denn wer im Supermarkt eine Semmel kauft sollte diese recht schnell verzehren, da sie sonst nach einiger Zeit meist ausgetrocknet, zäh oder „lätschert“ schmeckt.

<!–Die Bäckerei Baschtarz am Mittersteig in Wieden

Für viele Bewohner des Grätzls ist die Bäckerei am Mittersteig ein Herzstück des Viertels, hier kommen die „Leut` noch zum Reden zam“. Die Bäckerei ist auch ein beliebter Treffpunkt zum Plauschen und Kaffee trinken. Wer des Nächtens an ihr vorbeigeht, kann sich dem vertrauten Geruch von frischem Brot kaum entziehen. Die Backstube ist schon über 80 Jahre alt, ebenso wie das Geschäftslokal. Was hier verkauft wird ist traditionelles Wiener Backwerk. Wer aus der großen Auswahl wählen möchte, sollte allerdings früh aufstehen, wie uns auch die Verkäuferin erzählt. Denn die frischen Semmerln, Strudel und Zöpfe sind sehr begehrt. „Um 10 Uhr sind viele Sachen schon weg.“ Aber auch für jene, die am Nachmittag vorbeischauen, gibt es noch eine ansehnliche Auswahl an Gebäck und Mehlspeisen.

Spezialitäten:
Das wirklich gute selbstgebackene Brot, das hier noch viel Zeit zum Ruhen hat, Gebäck und Topfen- oder Apfelstrudel, Topfengolatschen, diverse Striezel, Krapfen und vor allem die Linzer Augen sind sehr zu empfehlen.

Bäckerei Baschtarz
Mittersteig 3A
1040 Wien
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Die Bäckerei Ruhm am Meidlinger Markt und am Rochus Markt

Hier bekommt man nicht nur wirklich gute Wiener Mehlspeisen, sondern auch noch ein Lächeln gratis zum Kaffee dazu. Ob im Morgengrauen, an kühlen Wintertagen oder im Sommer, in der Bäckerei Ruhm bekommt man schon früh morgens frischen und starken Kaffee mit einem Kipferl oder Linzeraugen dazu. Das wissen die Leute am Meidlinger Markt  auch zu schätzen, der österreichische Familienbetrieb lebt von seinen treuen Stammgästen. Der unverwechselbare Wiener Schmäh und die Freundlichkeit der Verkäuferinnen, macht das kleine Lokal zu einem besonderen Ort am Markt. Im Sommer sitzen die Stammgäste im kleinen Schanigarten hinter dem Marktstand und plaudern über den Markt und die Veränderungen hier. Man kennt sich und weiß, was man an der Bäckerei hat. Die Bäckerei Ruhm gibt es am Meidlinger Markt seit neun Jahren. Geliefert werden die Produkte aber, wie uns die Verkäuferin erzählt, aus der Backstube der Bäckerrei Ruhm in Sieghartskirchen.

Spezialitäten:

Neben Klassikern wie dem Grahamweckerl, Kornspitz oder dem Mohnstrizerl, bekommt man hier auch Olivenweckerl, Zwiebelstangerl, Rucula-Raps- oder Jogurtweckerl. Bei den Mehlspeisen sind viele Klassiker dabei: von der Biskuitroulade, Schaumbechern, den Punschkrapfen bis hin zu Nussecken, Kardinalsschnitten und Marillenkuchen, bekommt man hier fast alles was das Herz begehrt.

Meidlinger Markt
1120 Wien
Mo – Fr 8:00 – 18:00 Uhr
Sa 7:00 – 14:00 Uhr

Rochus Markt
1030 Wien
Mo – Fr 6:00 – 19:30 Uhr
Sa 6:00 – 17:00 Uhr

Die Bäckerei Schrammel

Zwischen TU und Naschmarkt ist der stadtbekannte Wiener Traditionsbetrieb, die Bäckerei Schrammel beheimatet. Auch wenn das Schaufenster und der Schriftzug an anno dazumal erinnern, davon darf sich der Besucher nicht  abhalten lassen. Viele Kunden lieben gerade die antiquierte Optik der Bäckerei, die alten Holzregale und die zuvorkommende Bedienung. Dieser Wiener Bäcker versorgt nicht nur seine zahlreichen Stammkunden, das arbeitende Völkchen sowie Studenten und Mitarbeiter der TU Wien mit seinen Köstlichkeiten, sondern beliefert auch Supermarktketten wie Spar mit seinem Brot. Die Produkte werden in der Backstube mit Hand und nach nach Altwiener Backrezeptur gefertigt.

Spezialitäten:

Schon beim Betreten des Lokals wird man vom Duft desFeingebäcks und der Mehlspeisen dazu verführt, mehr mitzunehmen als geplant. Doch wer einmal hier war kommt immer wieder gerne in die Bäckerei, denn die vielfältigen Strudelvariationen wie Topfen-, Apfel und verschiedene Obststrudel, Nuss- und Mohnbeugerl, Kekse, Kuchen, Brot und Gebäck sind allzu verlockend.

Paniglgasse 17a
1040 Wien
http://www.backkunst-schrammel.com/

Öffnungszeiten:
Mo-Fr 06:00 – 19:00 Uhr
Sa 06:00 – 13:00 Uhr

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