Wien – Grätzltipps – 18. Währing

Eingang Anton Baumann Park (c) Maltschnig stadtbekannt.at
Eingang Anton Baumann Park (c) Maltschnig stadtbekannt.at

Der Wasserturm im Anton-Baumann-Park

24. August 2015 • 18. Währing

Wasserturm in Dornröschenschlaf

Was U-bahn-benutzern der U6 Michelbeuern lediglich als Durchgangsstrecke dient, benutzen Anrainer oder Schüler der nahe gelegenen Schule auch als Ort der Begegnung.

Der Park ist ein Stück grünes Kleinod, das weder mit landschaftlichen oder sonstigen spannenden Details aufwarten kann, unaufregend und etwas schäbig. Jedoch mittendrin ragt ein kleiner baufälliger, in die Jahre gekommener Turm.

 

Zur Geschichte des Wasserturms

Wasserturm Anton Baumann Park (c) Maltschnig stadtbekannt.at

Wasserturm Anton Baumann Park (c) Maltschnig stadtbekannt.at

Das, was zunächst wie eine Kapelle im Dornröschenschlaf anmutet, stellt sich als ehemaliger Wasserturm heraus. Als Teil der Kaiser-Ferdinand-Wasserleitung gegen Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut, um den Bezirk Währing, mit gefilterten Trinkwasser aus der Donau zu versorgen. Der Hintergedanke einen Turm zu errichten, hatte technische Gründe: auf diese Art und Weise konnte ausreichend hoher Druck im Trinkwassersystem erzeugt werden, um Wasser zu den jeweiligen Haushalten zu pumpen. Zu jener Zeit wurde die obere Plattform des Turms angeblich auch als Aussichtswarte genutzt und gab Einblicke in die umliegenden Bezirke bis hin zum Prater preis.

Mit Bau der ersten Wiener Hochquellwasserleitung wurde die Wasserleitung am Ganslberg – von sporadischen Nutzungen während Trinkwasserengpässen einmal abgesehen – 1873 stillgelegt. „Ganslberg“ rührt übrigens vom nahegelegenen Edelmayr’schen Gasthaus her, dessen Spezialität Gänsebraten war und dem Hügel in unmittelbarer Nähe seinen Namen verlieh. Mit der Stilllegung der Wasserleitung verfiel auch der dazugehörige Turm immer mehr und war schon des Öfteren in der Vergangenheit von Abbruch bedroht. Anrainerprotesten ist es zu verdanken, dass er auch heute noch wucherndem Grün und Taubenbeschlag trotzt. Der Turm genießt heute Denkmalschutz. Davon, dass der Park 2007 mit über 40.000 Euro Fördergeldern der EU saniert worden ist, merkt man hier jedoch nichts bis wenig.

Taube Anton Baumann Park (c) Maltschnig stadtbekannt.at

Taube Anton Baumann Park (c) Maltschnig stadtbekannt.at

Heute fristet der ehemalige Wasserturm ein trostloses Dasein inmitten des kleinen Kinderspielplatzes im Anton-Baumann-Park und wartet nur darauf aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst zu werden.

Anna Maltschnig

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