Lifestyle – Skurriles

Schloß Schönbrunn (c) stadtbekannt.at

Der König ist tot, lang lebe der König!

6. Juli 2011 • Skurriles3 Kommentare zu Der König ist tot, lang lebe der König!

Nachdem das Interregnum in Österreich mittlerweile in die 93 Jahre geht und nun auch noch der legitime Thronfolger verstarb, stellt sich dringender den je die Frage, wie es mit der Monarchie in Österreich weitergehen soll.

Otto von Habsburg, hatte wie es sich für den Dauphin der Habsburger gehört, die Staatsbürgerschaften von Österreich, Ungarn, Deutschland und Kroatien. Laut Wikipedia lautete die volle Titulatur bis 1919 „Se. Kais. und Kgl. Hoheit Franz Joseph Otto Robert Maria Anton Karl Max Heinrich Sixtus Xaver Felix Renatus Ludwig Gaetan Pius Ignatius, Kaiserlicher Prinz, Erzherzog von Österreich, Königlicher Prinz von Ungarn“. Ob ähnlich wie bei Guttenberg ein Name hinzugeschummelt wurde, konnten wir nicht eruieren.

Eine bewundernswerte und faszinierende Titulatur, die nun leider geändert werden muss. Aber nicht nur diese, die monarchistische Damenvereinigung, der die verstorbene Innenministerin Liese Prokop angehörte, verteilte einst Schlüsselanhänger mit der Aufschrift „Unser Motto Kaiser Otto“. An diesem Motto nun noch festzuhalten, könnte selbst für eine monarchistische Damenverbindung ein nicht unbedingt progressiver Akt sein. Da der legitime Thronerbe aber Karl heißt, stellt sich die Frage, ob man in Zukunft Schlüsselanhänger mit „Wir machen uns einen Karl“ verteilen wird.

Und da wäre man auch schon in medias res der nun anstehenden Probleme: Karl von Habsburg hat eine unrühmliche Involvierung in den World Vision Spendenskandal, eine mäßig erfolgreiche Parteigründung (Christlich Soziale Allianz) und die Moderation des Fernsehquiz „Who is Who“ vorzuweisen. Die Frage ob Karl Habsburg-Lothringen der am besten geeignete Kronprädent ist, um der Monarchie in Österreich wieder zu altem Glanze und zu einer Beendigung des Interregnums zu verhelfen, wird also mit Sicherheit von manch einem/r bezweifelt werden.

Stadtbekannt überlegt sich deshalb einige alternative Kronprädenten und Prädentinnen:

Mario Max Schaumburg – Lippe wäre wohl in vielerlei Hinsicht der bestgeeignetste Kandidat für die Thronfolge. Durch seinen Promistatus würde er die noch folgende Zeit des Interregnums heiterer gestalten und das ob des fehlenden Herrschers verzweifelte Volk unterhalten. Nicht zuletzt würde er aber Dank seines Reichtumselexiers dazu beitragen, den Reichtum der UntertanInnen zu mehren.

Der Kaiser: Robert Heinrich übt ja schon seit geraumer Zeit für die Rolle als Herrscher. Aus Funk und Fernsehen bekannt, würde sich nun auch eine Real Life Thronbesteigung anbieten. Die Herrschaft, die wohl ähnlich wie auch die TV-Herrschaft unter dem Motto "hart, grausam, aber ungerecht" stünde, würde beim Publikum dennoch für allgemeine heitere Fröhlichkeit sorgen. Nachteil dieser Variante ist, dass viele des Kaisers schon überdrüssig sind und sich eine Ausdehnung der Herrschaft über den Fernsehbereich hinaus kaum vorstellen können. Robert Heinrich würde mit diesen KritikerInnen aber wohl ähnlich verfahren, wie mit unliebsamen Gästen.

Franz Beckenbauer: War, ist und bleibt der Kaiser.

Kaiserbier: "Hast a Kaiser bist a Kaiser" heißt es in der Werbung bekanntlich. Nachteil dieser Variante wäre, dass der Kaiser in ständiger Gefahr leben müsste, verschüttet zu werden. Spätestens nach einigen Wochen, wäre auch der Geruch kaum mehr zu ertragen.

Frau Kaiser: Warum eigentlich nicht diese Blume aus dem Gemeindebau krönen? Vereint sie in ihrer Person doch alles, was Österreich grauslich und unangenehm macht. Blockwartmentalität, Denunziantentum, Obrigkeitshörigkeit und Bigotterie. Wer wäre für die verdienstvolle Aufgabe also geeigneter als sie?

Die Kronenzeitung: Österreichs heimlicher Herrscher war immer Hans Dichand. Der ist zwar mittlerweile verstorben, aber zumindest sein Erbe, die Kronenzeitung, könnte man ja krönen. Das hätte den Vorteil, dass aus der in der Zeitung viel beschriebenen "guten alten Zeit", die "gute neue Zeit" würde und das Regierungsprogramm der Krone, in der Krone auch gleich beschrieben werden könnte. Kein Gen, keine EU, keine Ostbanden, kein Atom – so würde sich das Programm wohl zusammenfassen lassen.

Bundespräsident Fischer: Der Bundespräsident ist in der österreichischen Realverfassung in vielerlei Hinsicht eine Art Ersatzkaiser. Gehört es doch zu den Aufgaben zwischen den politischen Lagern zu vermitteln, über dem Parteienstreit zu stehen, kryptisch aber unbestimmt zu reden und ein älterer Herr zu sein. Diesem Aufgabenprofil kamen bislang so ziemlich alle Bundespräsidenten nach, der Schritt aus diesem Ausgabenprofil, einen Kaiser nach der Franz Josef Vorlage aus den Heimatfilmen zu zaubern, wäre durchaus machbar. Es gäbe nur zwei Hindernisse: die Frisur Fischers ist wenig tauglich eine Krone darauf zu platzieren, außerdem müsste sich Fischer von seiner sozialdemokratischen Vergangenheit distanzieren (das schickt sich für einen Kaiser nicht) und statt dessen beispielsweise dem Opus Dei beitreten.

Die Babenberger sind leider 1282 ausgestorben. Vielleicht findet sich aber irgendjemand, der entferntest verwandt ist und solcherart die gute alte Tradition der Babenberger wieder auferstehen lassen könnte. Nach vielen Jahrhunderten der Habsburgerherrschaft hätten sich eigentlich ja die Babenberger wieder eine Chance verdient…

Francesca Habsburg lebt zwar seit 2003 in amikaler Trennung von Karl Habsburg, hat aber für die Wiener Kunstszene viel getan. Von ihrem Gatten könnte sie ja, so sie das wünscht, auch bei einer Thronbesteigung weiterhin in amikaler Trennung leben und die mangelnde Kenntnis der Landessprache wäre auch nicht hinderlich. Schließlich konnte vermutlich auch Richard Löwenherz kein Englisch und beherrschte England trotzdem.

Karl Hohenlohne genannt Kari, hätte ausreichend Humor um das Publikum zu unterhalten, die wohl wichtigste Aufgabe eines Monarchen in heutigen Zeiten, könnte dann aber den Opernball nicht mehr moderieren, was diese Veranstaltung noch langweiliger gestalten würde.

Charlene und Albert: Von Steueroase zu Steueroase sollte der Wechsel nicht allzu schwer fallen. Auch ist das Land nur unwesentlich größer als Monaco. Die Umstiegsschwierigkeiten vom einen Fürstentum zum anderen wären also nicht so groß. Der einzige Unterschied: statt Cote d´Azur gibt es Kitzbühel statt Ernst August, Karl Hernz Grasser.

, , , , ,

Weitere Artikel

3 Antworten auf Der König ist tot, lang lebe der König! – Verstecken

  1. Charles sagt:

    Marika Lichter und Brigitte Jazz
    sollten die infantinnen sein!

  2. Marie Ach so nett sagt:

    Die Bambi sollte Kaiserin werden
    und den Schaumburg ehelichen, das wäre für wahr ein königliches Pärchen.

  3. Miriam sagt:

    Ich selbst wäre gerne Kaiserin.
    Bitte wählt, äh krönt mich!

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

« »