Wien – Leben

Das letzte Abendmahl (c) STADTBEKANNT
Das letzte Abendmahl (c) STADTBEKANNT

Der Heilige Gral in Wien

2. Mai 2016 • Leben, Wien

Ewige Jugend und Glückseligkeit

Überlieferungen beschreiben den Heiligen Gral als ein wundertätiges Gefäß in Form einer Schale, eines Kelchs oder eines Steines. Er soll ewige Jugend, Glückseligkeit und Speisen in Hülle und Fülle bieten.

“Has he been telling you that the Holy Grail is a cup?” fragt Leigh Teabing in der Verfilmung des Dan Brown Romans “The Da Vinci Code”. Er belächelt seinen alten Freund Professor Robert Langdon und jene Legenden des Grals, in denen dieser als Kelch oder Schale beschrieben wird. Teabing zufolge sei die wahre Geschichte vom Heiligen Gral eine völlig andere. Seine Theorie veranschaulicht er mithilfe Leonardo da Vincis Gemälde “Das letzte Abendmahl”. Nach der christlicher Erzählung wird der Heilige Gral als Kelch verstanden, den Jesus Christus beim letzten Abendmahl mit seinen Jüngern benutzt hatte. Auf da Vincis Bild findet sich jedoch kein Kelch.

 

Maria Magdalena

Teabing erklärt weiter, der Apostel rechts von Jesus sei nicht Johannes, sondern in Wirklichkeit Maria Magdalena. Die unglaubliche Geschichte geht weiter: Magdalena soll von Jesus schwanger gewesen und nach dessen Kreuzestod ins heutige Frankreich geflohen seien. Das aus dieser Verbindung entstandene Kind sei somit der eigentliche Heilige Gral und das größte Geheimnis des Christentums. In diesem Kind und seinen Nachfahren lebe Jesus Christus und sein Blut bis heute fort.

Wer “Das letzte Abendmahl” mit dem da Vinci Code selbst “entschlüsseln” will, braucht nicht nach Mailand zu fahren. Man kann dies auch in der Minoritenkirche in Wien tun, wo eine Nachbildung in Originalgröße hängt.

Foto: STADTBEKANNT Zucker

Foto: STADTBEKANNT Zucker

Die größte Achatschale der Welt

In einer anderen Interpretation ist der Gral eine Schale, die durch göttliche Fügung in einer Höhle unter dem Kreuzigungshügel Golgota versteckt wurde. Sie soll Blutstropfen, die vom Kreuz Jesu hinuntergefallen sind, aufgefangen haben. Eine solche Schale wurde angeblich bei der Eroberung Konstantinopels im Jahr 1204 erbeutet und gelangte später in den Besitz der Habsburger. Verschiedene Beschreibungen berichten von einer rätselhaften Inschrift, die den Namen Christi in griechischen Buchstaben zeigen, jedoch nicht etwa eingeritzt oder aufgemalt, sondern in der Maserung des Steines selbst. Aufgrund des Erscheinens dieser besonderen Inschrift wurde die Schale unmittelbar mit Christus in Verbindung gebracht und als der Heiliger Gral angesehen.

Die mit 76 Zentimetern größte aus Achat – ist härter als Stahl – geformte Schale kann in der Kaiserlichen Schatzkammer in der Hofburg Wien bewundert werden.

Wer Lust auf noch mehr Mythen und Legenden rund um den Heiligen Gral bekommen hat, kann sich auf die Suche nach dem Vermächtnis der Tempelritter begeben. Auch die angeblichen Hüter des Grals haben ihre Spuren in Wien hinterlassen.

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