Lifestyle – Skurriles

Regen (c) STADTBEKANNT
Regen (c) STADTBEKANNT

Der flexible Mensch und das Wetter

10. April 2015 • Skurriles

Was es wettertechnisch heißt, Wiener zu sein

Das Wiener Wetter, vor allem im April, hilft den Wienern bei der Adaption an die moderne Arbeitswelt. Flexibilität, Innovationsfähigkeit und die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen sind Anforderungen, die der permanente technologische Wandel und die Globalisierung der Arbeitswelt an uns alle stellen.

Was für ein Glück haben da die Wiener, die eben diese Flexibilität schon mit der Muttermilch aufsaugen. Man nehme nur ein paar Tage der letzten Wochen. Eben noch im tiefsten Winter gefangen, stellte sich ein kurzer Frühsommer ein, nur um abermals von bitterer Kälte abgelöst zu werden. Demnächst wird es wieder warm, es folgen wohl Schneestürme, Hagelfall und Tropenhitze.

 

Innovationskraft Wetter

Wien, das Herz der Centrope Region profitiert von diesem Wetter in jeder Hinsicht. Einerseits denken sich viele, die eigentlich blau machen wollten, sobald sie aus dem Fenster sehen und feststellen, dass es jetzt doch wieder kalt ist, dass sich das blau machen nicht lohnt. Andererseits arbeitet es sich produktiver bei diesem Wetter, weil einen Urlaub zu fixieren erinnert, in punkto Erfolgsaussichten betrachtet, an Lottospielen. Da lässt man den Urlaub doch gerne gleich sausen.

Da es in Wien wettertechnisch nie optimal ist, ist es im Büro eigentlich immer schöner/wärmer/ kühler als draußen, kein Wunder, dass die Wienerinnen ihre Arbeitsstätten am liebsten gar nicht mehr verlassen würden.

Die Wiener Arbeitnehmer sind Dank des Wetters in einer permanenten Innovationsspirale. Denn sie müssen Kleidung für alle Wetterlagen mit Transportbehältnissen, die diese Kleiderberge fassen können, kombinieren. Ein weiterer wichtiger soft skill, die Risikobereitschaft, ist den Wienern quasi angeboren. Wagemutig verlassen sie das Haus in kurzen Hosen und Flipflops, um im schlimmsten Fall buchstäblich Baden zu gehen, wie die Banken in Subprime Papieren.

Lebenslängliches Lernen ist – no na ned – part of the game, denn gelernte Wiener vermögen binnen Sekunden abzuschätzen, wann sich der eben noch strahlende Sonnenschein in bittere Kälte wandeln wird.

Die Förderung der Gruppendynamik kann sich das Wetter ebenfalls auf die Habenseite schreiben, denn die Fähigkeit eine Fahrt im 13A im Sommer zu überstehen, bringt mehr als jedes Gruppendynamikseminar.

 

Fazit

Die Wiener hassen das Wetter und es macht sie nicht froh. Für die Wirtschaft ist es aber super und wie wir alle wissen: Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut. Leider können viele nicht erkennen, dass das Wetter zwar nicht angenehm ist, sie im globalen Standortwettbewerb gegenüber wärmeren und klimatisch angenehmeren Regionen jedoch ganz klar bevorzugt. Deshalb sehen viele, besonders in den öffentlichen Verkehrsmitteln, immer so verdrießlich drein. Tief in ihrem Innersten wissen aber auch sie, was sie am Wiener Wetter haben …

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