Wien – Grätzltipps – 10. Favoriten

Böhmischer Prater (c) STADTBEKANNT
Böhmischer Prater (c) STADTBEKANNT

Der böhmische Prater

12. Mai 2015 • 10. Favoriten

Kleiner Prater, große Erinnerungen

Was für viele Favoritner der Inbegriff eines Kindheits-Sonntagsausfluges ist, das ist für den Rest von Wien ein grauer Fleck auf der Landkarte: der böhmische Prater, der versteckt im Laaer Wald auf seine Besucher wartet, droht beinahe in Vergessenheit zu geraten. Dabei ist ein Besuch mehr als lohnend!

Ist der Wiener Wurstelprater, dem der kleine Favoritner Bruder seinen Namen verdankt, mit seinen Retro-Attraktionen schon eine Zeitreise in die Vergangenheit, so versetzt der böhmische Prater seine Besucher noch weiter zurück: in die Ära der damaligen Wiener Ziegelfabrik, deren böhmische und mährische Gastarbeiter ihre Werkskantine mit Schaustellern und anderen Attraktionen zum beliebten Ausflugsziel machten. Nicht nur der Name erinnert an diese Zeit, denn trotz des Bombardements im Jahre 1944 sind einige Fahrgeschäfte bis zu 100 Jahre alt. Und auch, wenn sich die Besucherzahl sehr klein hält, wir finden, es lohnt sich vorbeizuschauen!

 

Nostalgisch

Der böhmische Prater liegt an nur einer Straße, die durch dicht bewaldetes Gebiet führt, und umfasst neben vielen Gastronomiebetrieben und dem ehemaligen Tivoli-Veranstaltungszentrum (heute „MUSIC OASE„) auch einige Fahrgeschäfte. Diese sind zwar unspektakulär und oft altmodisch, werden allerdings mit viel Liebe in Betrieb gehalten und versprühen ebenso viel Charme. Neben den Kirtag-Klassikern wie Autodrom und Karussells sind einige Vergnügungen besonders hervorzuheben: etwa die handgebaute „Raupe“ aus dem Jahr 1926, die sich mit lautem Krach und Getöse im Kreis bewegt. Eines der ältesten Karussells Wiens liegt fast vis à vis, dessen klassische Pferdefiguren Anfang des Jahrhunderts noch händisch betrieben wurden. Ein weiteres Highlight ist das kleine Riesenrad mit seinen offenen Kabinen, das zwar nur etwas über 20 Meter hoch ist, allerdings dank der erhöhten Lage am Laaer Berg – immerhin 250 Meter – einen fantastischen Ausblick über das südliche Wien bietet.

Böhmischer Prater (c) STADTBEKANNT

Böhmischer Prater (c) STADTBEKANNT

Familiär

Im böhmischen Prater geht es zudem äußerst familiär zu, beinahe wie auf dem Land. Wenn nicht gerade Sonntagsausflugszeit ist oder wenn düstere Wolken den Himmel verdunkeln, besteht das Publikum großteils aus den ansässigen „Wiener Originalen“, die an den dortigen Theken ihren ständigen Lebensmittelpunkt haben – man hat das Gefühl, jeder würde jeden kennen. Doch Freundlichkeit und Flexibilität wird hier immer groß geschrieben – für uns sperrte ein bereits geschlossenes Fahrgeschäft sogar extra wieder auf.

Böhmischer Prater Süße Tram (c) STADTBEKANNT

Böhmischer Prater Süße Tram (c) STADTBEKANNT

Die Anfahrt

Man nimmt am Besten den 68A vom Reumannplatz zur Station Urselbrunnengasse oder die Straßenbahn 6 bis Absberggasse – hier muss man allerdings einen etwas längeren Fußweg in Kauf nehmen.

Der böhmische Prater

Laaer Wald 30
1100 Wien
http://www.böhmischerprater.at/

In den Sommermonaten bei Schönwetter täglich von 10.00 bis 21.00 Uhr
(Zeiten gelten wetterbedingt als Richtlinie)

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