Wien – Leben

Ausblick über Wien (c) STADTBEKANNT
Ausblick über Wien (c) STADTBEKANNT

„Den Zuschauern ist es egal ob es stimmt, sie wissen ja nicht wie es wirklich war.“

29. Mai 2010 • Leben

Hier findet ihr den zweiten Teil des Interviews.

Was wurde nicht alles geschrieben und gesagt über sie? Die einen feierten sie als das die strahlende Siegerin einer zukunftsweisenden PR-Aktion, andere verteufelten sie als das böse Antlitz der Debilisierung unserer Politik. Auch in der Stadtbekannt-Redaktion sorgte sie für hitzige Diskussionen und mehrere Berichte. Obwohl wir viel zu wissen glaubten, schaffte sie es doch uns im Interview zu überraschen. Bei Stadtbekannt kommt die ehemalige Superpraktikantin Doris „Reez“ Wollner selbst zu Wort. Sie erklärt was wahr ist und was nicht, wie sie Innenministerin Maria Fekter erlebte und welche Wirkung sie auf Andreas Khol hatte. Im Gespräch spart sie auch nicht mit kritischen Worten über Parteien und ATV.

Stadtbekannt: Du warst der Superpraktikant. Hast du bei der ÖVP eigentlich ein Praktikum oder ein Volontariat gemacht?
Reez: Eigentlich passt keiner von beiden Namen

Stadtbekannt: Warum?
Reez: Weil ich einfach eine Woche mitgelaufen bin und das beobachtet habe. Aber in einem Praktikum oder Volontariat sollte man eigentlich was lernen und mitnehmen für’s Leben. Das war in dem Sinne nicht so. Sicher, für mich persönlich, aber es hat mir jetzt keiner irgendwas unterrichtet, gezeigt oder erklärt. Dass ich auf Facebook Dinge poste und anderen Menschen darüber berichte ist kein Lernprozess.

Stadtbekannt: Es gibt aber eine Unterscheidung zwischen Volontariat und Praktikum. Für ein Volontariat bekommt man beispielweise kein Geld, wie es bei dir ja auch war, weshalb ein ÖVP-NR sogar zugegeben hat, dass es ein Volontariat und kein Praktikum war.
Reez: Ich habe eine Woche Urlaub in einem Designerhotel gekriegt plus 500 Euro Taschengeld. Ich glaube das war zusammen 3.500 Euro wert, also ich will nicht sagen, dass ich kein Geld bekommen habe. Für eine Woche Aufwand, eine Woche Urlaub mit Essen, An- und Abreise.

Stadtbekannt: Wenn dich dein Chef in Urlaub bezahlen würde, wärst du auch begeistert?
Reez: Sicher ist die Praktikumsituation schlimm, aber man darf das jetzt nicht mit normalen Praktika vergleichen. Das geht nicht.

Stadtbekannt: Wenn du nicht viel profitiert hast, glaubst du, dass die ÖVP von dir profitiert hat?
Reez: Das denke ich auf jeden Fall.

Stadtbekannt: In welcher Beziehung? Nur durch Medienöffentlichkeit oder hast du auch Kompetenz eingebracht?
Reez: Es war monatelang Berichterstattung im Vorfeld. Dann während dieser Praktikantenwoche und die Woche davor und danach gab es sehr intensive Berichterstattung in allen Medien. Ich habe eigentlich nie schlecht gesprochen, ich glaube also schon, dass ich ein positives Image bewirken konnte.

Stadtbekannt: Wie siehst du das persönlich, da du sehr breit in den Medien vertreten bist…
Reez: (lacht) jetzt zum Glück nicht mehr…

Stadtbekannt: Warum zum Glück nicht mehr?
Reez: Der Rummel war doch sehr groß während der Superpraktikantenwoche.

Stadtbekannt: Hast du damit gerechnet oder war’s dir zu viel?
Reez: Hmmm, ich habe natürlich damit gerechnet und ihr habt’s sehr gut recherchiert, wie ihr ja wisst war ich auch bei Österreichs schlechteste Autofahrer und dementsprechend habe ich das schon ein bisschen gekannt und wusste ungefähr was auf mich zukommt, aber dass da gar so viel negativ gegen mich persönlich kommt, damit habe ich eigentlich nicht gerechnet. Da war ich im ersten Moment schon ein bisschen schockiert und hab‘ mir gedacht, wenn die Leute nichts anderes zu tun haben, sollen sie das halt machen.

Stadtbekannt: Was hast du als besonders negativ aufgefasst?
Reez: Wenn Kommentare unterhalb der Gürtellinie sind: Mein IQ liegt bei dem eines Fünfjährigen, meine Haare sehen aus wie ein Putzlappen. Solche Dinge die, die persönliche Ebene angreifen und das hat nichts mit dem zu tun. Im Standard und in der Presse gab es zwei Artikel die waren inhaltlich nicht ok, weil sie eigentlich nichts mit der Superpraktikantensache zu tun hatten. Da habe ich mir schon gedacht, könnt ihr nicht über etwas anderes schreiben was mehr Menschen bewegt, als wenn im einem Presse-Artikel steht, dass meine Haare ausschauen wie … wie auch immer. Das war ein Artikel nur über mich und nur negativ gegen mich. Warum schreibt ein Presse-Journalist so was? Das ist eigentlich schlimm.

 

Reez erklärt wie es wirklich war mit ihrem Praktikum für Josef Pröll.

Stadtbekannt: Es gab recht schnell auch Schiebungsvorwürfe gegen die Internetwahl beim Superpraktikanten, es kursieren sogar Grafiken über das Stimmenwachstum. Wie siehst du das?
Reez: Ich muss sagen, bei manchen Stimmen weiß ich selbst nicht, wie sie zu Stande gekommen sind so schnell. Ich muss ehrlich zugeben, bei meinen Stimmen auch. Ich hatte meine Fans, aber ob ich dann wirklich so viele Stimmen hatte… Ich weiß zumindest von keinem der für mich geschummelt hat und ich hätte auch niemanden drum gebeten, weil ich es einfach nicht wollte. Aber wie die Stimmen zu Stande gekommen sind, weiß ich nicht. Der Resul hat an einem Tag glaube ich 10.000 Stimmen dazubekommen und das gibt’s nicht, also ich kann es mir nicht vorstellen.

Stadtbekannt: Schlussendlich hat aber mit dir keine wirklich ÖVP-nahe Person gewonnen.
Reez: Ich glaube das wollten sie auch nicht. Ich glaube das war Absicht. Sonst hätten sie gleich jemanden aus ihren eigenen Reihen nehmen können der halt eine Woche lang erzählt wie toll die ÖVP ist. Ich glaube, dass es da leichter ist, wenn man jemand Fremden nimmt, der das übernimmt, weil es auch glaubhafter wirkt.

Stadtbekannt: Wie war dein Praktikum abseits vom Krawatten aussuchen?
Reez: Die Aufgabe von meinem Praktikum war und das war auch schon vorher definiert, dass ich einfach eine ganze Woche mitlaufe, bei allen Terminen dabei bin und das einfach mitprotokolliere bei Facebook und bei den Medien wiedergebe. Es gab auch keine andere Aufgabenstellung. Dann hat der Reinhold Lopatka seinen fünfzigsten Geburtstag gehabt und dafür habe ich die Rede schreiben dürfen. Aber das war im Vorfeld nicht ausgemacht, im Prinzip sollte ich nur darüber berichten wie das ausschaut und ich habe vorher auch eine Verschwiegenheitsklausel unterschreiben müssen, dass ich keine politischen Inhalte wiedergebe die dort besprochen werden.

Stadtbekannt: Was an den Themen von Josef Pröll hat dich besonders angesprochen?
Reez: Na die Finanzthemen haben mich jetzt nicht so interessiert. (lacht) Ich seh’ jetzt schon wieder die nächste negative Schlagzeile. Ich bin schon interessiert daran was in der österreichischen Politik passiert, aber ich habe da keine speziellen Themen die mich besonders reizen würden.

Stadtbekannt: Wie geht man mit den ungewohnten Kameras um?
Reez: Man gewöhnt sich eigentlich schnell dran. Es ist jetzt nicht so schlimm.

Stadtbekannt: Nervt das selbst einen Politiker wie den Josef Pröll, wenn es so viel ist?
Reez: Ich glaube teilweise hat es ihn schon genervt, aber er hat das sehr gelassen gesehen und sich wahrscheinlich gedacht eine Woche erträgt man das. (lacht) Es war ok und wenn wir zum Beispiel essen waren haben sich die Kameras schon zurückgezogen.

Stadtbekannt: Apropos essen: Du hast im Standard-Interview erzählt, dass Josef Pröll bis zu 19 Stunden arbeitet am Tag. Mit hygienischen Bedürfnissen und Essen schläft er dann ein bis zwei Stunden täglich. Das sieht man ihm jetzt gar nicht an.
Reez: (lacht) Nein, das wundert mich selbst auch. Ich glaube man hat’s mir nach einer Woche mehr angesehen als ihm nach Jahren. Ich weiß nicht wie er das macht, das ist echt schlimm.

Stadtbekannt: Aber man kann schon davon ausgehen, dass die Arbeitszeit so lang ist?
Reez: Ich habe gesagt bekommen, dass das eine Standardwoche ist, also eine normale Arbeitswoche. Es ist hart. Also ich war froh, dass es nach einer Woche vorbei war. Ich habe nur zweimal mit meiner Mama telefoniert und einmal mit meinem Freund, aber auch nur weil meine Therme gerade kaputt war und ich wollte, dass das repariert wird. Meine ganzen Freunde habe ich eigentlich nicht gehört, die haben immer nur SMS geschrieben. Du hast da keine Zeit sie zu beantworten. Ich bin sowieso ständig mit dem Handy herumgerannt, aber das war, weil ich dokumentiert habe für Facebook und nicht weil ich jetzt privat herumgeschrieben habe.

 

Durch ihr eigenes Praktikum und ihre Arbeit macht sich Reez auch Gedanken über die Jobsituation junger Menschen.

Stadtbekannt: Wie bist du zu deiner jetzigen Arbeit in einer Werbeagentur gekommen, auch über ein Praktikum?
Reez: Ich war nach dem Praktikum beim Bundesministerium für Landesverteidigung (BMLV) bei der Bank Austria für eineinhalb Jahre, als gerade die Umstellung auf UniCredit Group war und alle Werbemittel geändert werden mussten. Da war ich befristet dort und dann hab ich mich total gut mit dem Typen aus der Internetabteilung verstanden und der hat die Werbeagentur gekannt, weil die Megacard Betreuung gemacht haben und hat mich rüber geschubst auf die andere Seite. (lacht) Man braucht leider oft Beziehungen.

Stadtbekannt: Ist es gerade als junger Mensch sonst schwieriger?
Reez: Ich muss sagen der Werbeagentur-Job war über Beziehungen, der BMLV-Job war über Beziehungen, der BankAustria-Job auch. Eigentlich alle großen Jobs die ich hatte waren über Beziehungen. Studentenjobs, die hab ich auch so gekriegt, aber das ist auch leichter. Für die echten Jobs ist es aber oft wirklich wichtig.

Stadtbekannt: Wenn’s mal nicht klappt mit einem Job, rufst du dann bei Josef Pröll an?
Reez: Ich habe seine Nummer nicht. Ich wollte sie eigentlich auch gar nicht haben (lacht).

Stadtbekannt: Siehst du Probleme in der allgemeinen Praktikumssituation?
Reez: Es sollten zumindest Berufspraktika die man machen muss für die Uni, für’s Studium geregelt sein, dass man einen fixen Platz bekommt, dass die Leute annähernd gleich viel Gehalt kriegen. Ich musste selbst ein Berufspraktikum machen und hatte Glück eines zu finden, aber andere haben ein dreiviertel Jahr gesucht, Hunderte Bewerbungen geschrieben und dann ohne Geld gearbeitet, bei weiter laufenden Kosten. Wenn man ein Praktikum macht, um sich wirklich persönlich weiterzubilden muss es nicht unbedingt bezahlt sein. Ich beispielsweise wollte ein Praktikum im Modepalast machen um in der Organisation mitzuhelfen. Das wäre auch unbezahlt gewesen, sie hätten nur die Handykosten bezahlt. Das wäre für mich persönlich eine Weiterbildung gewesen und da hätte ich auch drei Monate Zeit investiert.

Stadtbekannt: Wärst du als „Praktikantin der Nation“ auch bereit die Praktikumproblematik mehr in die Öffentlichkeit zu rücken? Die Plattform „Generation Praktikum“ hat sich beispielsweise in die Superpraktikanten-Diskussion eingeschaltet.
Reez: Wenn sie auf mich zukommen würden und mich um Unterstützung bitten, würde ich sie auf jeden Fall unterstützen, allein durch mein Praktikum kennen mich viele Leute, aber ich denke mir, dass sie da auf mich zukommen sollten.

Stadtbekannt: Die ÖVP verwehrte sich vor kurzem gegen einen Mindestlohn für Praktika. Hättest du Josef Pröll etwas anderes geraten?
Reez: Ich denke schon. Das sollte nicht nur das Anliegen eines Josef Pröll sein, sondern von sämtlichen Politikern. Ich denke, dass das ein Fehler ist, weil wir die Generation sind die nachkommt und um die sollte man sich auch kümmern.

Stadtbekannt: Vielleicht einmal den Andreas Khol (ein anderer Generationenvertreter Anm. d. A.) anschreiben?
Reez: Wer ist das?

Stadtbekannt: Der Obmann des ÖVP-Seniorenbundes.
Reez: Ah, den kenn‘ ich eh. Der war in der Klubsitzung ziemlich angetan von mir und hat angeblich noch nie so viel geredet wie in dieser Sitzung wo er neben mir saß. (lacht)

Stadtbekannt: Wie hast du die anderen PolitikerInnen die du kennen gelernt hast erlebt?
Reez: Es waren alle sehr bemüht um mich und sehr nett. Die Maria Fekter hat mich sehr überrascht, weil sie in den Medien komplett anders rüberkommt durch ihre Themen und ihre Art aufzutreten.

Stadtbekannt: Du hast während deinem Praktikum gesagt, dass Innenministerin Maria Fekter persönlich sehr sympathisch ist. Wie stehst du zu ihren politischen Aktivitäten, wie ihrem Umgang mit AsylwerberInnen?
Reez: Es ist ein Unterschied ob ich sage, ich finde sie persönlich nett… (lacht) Nein, das finde ich natürlich nicht ok, absolut nicht. Deshalb bin ich schon angegriffen worden, weil ich gesagt habe die Frau Fekter ist nett, obwohl sie solche Inhalte vertritt. Reez erzählt auch über ihre eigenen politischen Ambitionen.

Stadtbekannt: In einem Interview für die JVP-Steiermark deutest du an, dass du selbst etwas politisch tun willst. Hat sich da was ergeben bei der JVP?
Reez: Der Sebastian Kurz (Chef der JVP, Anm d. A. ) hätte in der Woche um mich geworben und mir ein paar Sachen erzählt, aber im Prinzip mag ich eigentlich nicht zur JVP gehen.

Stadtbekannt: Du möchtest dich also nicht parteipolitisch binden.
Reez: Ja, erstens möchte ich mich parteipolitisch nicht binden…

 

Reez Wollners einzige politische Heimat ist und bleibt die Pinke Partei Österreichs (PiPÖ) die sie selbst gegründet hat.

Stadtbekannt: Außer an die PIPÖ?
Reez: Ja, genau, an die PIPÖ. (lacht) Ich bin auch nicht so ÖVP-nahe wie das überall zitiert wurde. Ich habe erst gestern wieder auf derstandard.at bei den Postings gelesen: Warum ich bei Bundespräsident Fischer in der Facebook-Gruppe bin, nachdem ich doch so ÖVP-nahe bin. Ich möchte mich davon distanzieren, dass ich ÖVP-nahe bin. Ich habe das Praktikum dort gemacht, ich bin mitgelaufen, aber ich glaube ich hätte mich auch beworben, wenn das von der SPÖ initiiert worden wäre. Die ÖVP war für mich nicht der Grund mitzumachen. Ich habe mir am Anfang eher überlegt: Soll ich überhaupt mitmachen, das macht die ÖVP.

Stadtbekannt: Bringst du dich in den Gemeinderatswahlkampf für die ÖVP ein?
Reez: (lacht) Sicher nicht.

Stadtbekannt: Wie steht’s mit den eigenen politischen Ambitionen Bundespräsidentin zu werden?
Reez: (lacht) Das war so: Die ÖVP hat natürlich vorab, bevor sie wussten wer überhaupt genommen wird einen Fragebogen ausgeschickt mit „Ich bin, meine Hobbys sind, Blabla…“ und da war auch der Punkt dabei „In zwanzig Jahren bin ich… oder will ich…“, da haben natürlich viele der anderen Kandidaten geschrieben „Eine Familie haben und ein Haus und was weiß ich was“ und nachdem ich doch PR studier hab ich mir gedacht: Was kann man da schreiben, was verwenden sie dann weiter und ist doch ganz positiv? Da habe ich dann halt geschrieben „…bin ich die erste Bundespräsidentin Österreichs“, aber dass das wirklich ein politisches Ziel von mir ist würde ich nicht unbedingt sagen.

Stadtbekannt: Aber du unterstützt den jetzigen Bundespräsidenten, zumindest mit deiner Stimme.
Reez: Ja, sicher.

Stadtbekannt: Ist Barbara Rosenkranz für dich kein Thema?
Reez: Ohne Mut und keine Werte. Nein, auf keinen Fall. (lacht) Nein, also ich stimme für Heinz Fischer und das könnt’s auch gerne schreiben.

Stadtbekannt: Die Gretchenfrage, wie hältst du es mit der Religion?
Reez: Ich glaub nicht an Gott und bin kein religiöser Mensch.

Stadtbekannt: Bist du noch in der Kirche?
Reez: Nein, ich bin ausgetreten schon seit acht Jahren, seit ich 18 bin. Ich bin gleich ausgetreten und spätestens jetzt wäre ich ausgetreten

Stadtbekannt: Auch der Herr Gehring von den Christen kann dich also nicht begeistern?
Reez: (lacht) Nein, der auch nicht. Den Heinz Fischer hab ich persönlich kennen lernen dürfen.

Stadtbekannt: Wie ist er so?
Reez: Das war lustig. Wir haben ihn auf der Raststätte am Weg nach Schladming getroffen obwohl gar nicht ausgemacht war, dass wir ihn treffen. Das konnten wir dann auf persönlicher Ebene tratschen. Es waren aber nicht nur er und ich sondern seine ganze Begleitmannschaft und Josef Pröll und ich. Das war eigentlich ganz nett, er war sehr entspannt.

Stadtbekannt: Wie war das in Schladming? Da muss ja eine ganze Meute Menschen auf dich eingestürmt sein. Hast du Hansi Hinterseer kennen gelernt? Hermann Maier?
Reez: Nein, nein. Wir sind hingekommen, damit wir uns noch ins goldene Buch der Gemeinde eintragen. Also der Pröll, nicht ich. (lacht) Danach sind wir auf diesem VIP-Hang gestanden und in der Pause im VIP-Zelt. Als die Veranstaltung zuende ging und wir zum Hotel wollten sind wirklich Massen an Jugendlichen auf Pröll eingestürmt, mich haben sie eh nicht erkannt, und haben sich ur gefreut. Er hat gemeint das war für ihn eigentlich auch arg, weil er hat das noch nie so erlebt, dass die Jugendlichen so auf ihn einstürzen und so positiv gestimmt sind.

Stadtbekannt: Wie stehst du heute, nach dem Ende deiner eigenen, zu Doku-Soaps besonders auf ATV. Siehst du dir so etwas an?
Reez: Ich muss sagen ich hab mich über die Darstellung von mir in ATV wirklich geärgert. Weil im Zuge des Praktikums hat das so ausgesehen, als hätte ich keine Ahnung von dem was ich tue, würde immer nur zu spät kommen, gar nichts checken und such den Pröll dauernd.

Stadtbekannt: Ja das war ständig zu sehen, dass du den Pröll suchst
Reez: Das war nicht so, ich bin kein einziges mal zu spät gekommen und nichts. Aber sie haben halt alles so zusammengeschnitten, wie sie es haben wollten und ich habe mir das nicht erwartet. Weil ich hab‘ mir gedacht es geht um eine politische Partei und da sollte man vielleicht doch eher die Tatsachen darstellen, so wie sie sind und nichts erfinden, aber das war leider nicht so.

Stadtbekannt: Also fühlst du dich eher negativ dargestellt, oder jedenfalls nicht der Wahrheit entsprechend?
Reez: Nicht der Wahrheit entsprechend. Ich hab‘ mich ur aufgeregt. Alle haben zwar gesagt, ja du bist so sympathisch rüber gekommen, so nett und so lieb, aber wenn der Rest dann nicht passt ist es halt auch zach.

Stadtbekannt: Hat es im Zuge der Show auch Interviews mit dir gegeben?
Reez: Ja die ganze Zeit. Die waren die ganze Zeit mit den Kameras mit und haben mich immer wieder dazwischen etwas gefragt und sobald ich etwas gesagt habe sind sie zum Pröll gerannt und haben ihn gefragt damit das etwas bissiger wird das Ganze.

Stadtbekannt: Glaubst du, dass du etwas vorgeführt wurdest im Zuge der Show?
Reez: Wie ich rüber komm kann ihnen eigentlich egal sein und natürlich ist es lustiger wenn ich dem Pröll nachrenne und ihn nicht finde, zum Beispiel wie sie das am Jägerball gezeigt haben. Er hat gewartet bis er einmarschieren darf und wir haben die Loge gesucht, wo seine Frau sitzt, damit wir uns hinsetzen können. Sie haben es so dargestellt, als würde ich ihn suchen und so wurde das alles dargestellt. Auch der ÖVP kann egal sein wie ich dargestellt werde.

Stadtbekannt: Kann man sagen die ÖVP hat von dem ganzen mehr profitiert als du?
Reez: Ich denk‘ schon. Stadtbekannt: Trägst du ihnen etwas nach? Reez: Nein, ich habe mich ja selbst dazu beworben, es hat mich keiner dazu gezwungen, ich hab‘ das freiwillig gemacht.

Stadtbekannt: Aber über deine Darstellung warst du nicht besonders erfreut?
Reez: Nein, natürlich nicht.

Stadtbekannt: Hattest du auch mit dem Herrn Heinzel zu tun?
Reez: Ja, er hat mich zweimal interviewt.

Stadtbekannt: Stellt er wirklich so scharfe Fragen, wie es immer rüber kommt?
Reez: Er hat es probiert, aber ich glaube er konnte mich nicht aufs Glatteis führen und dann hat er deswegen beide Male schnell wieder abgebrochen, weil da für ihn nichts zu holen war.

Stadtbekannt: Was hat er denn probiert?
Reez: Ich weiß es gar nicht mehr. Ich weiß nur mehr, wir waren einmal am Küniglberg bei der Haiti-Gala, da war ich auch am Spendentelefon. Da ist er zu mir gekommen und hat die ganze Zeit Fragen gestellt. Ich habe halt nicht das geantwortet was er hören wollte, aber ich weiß die Fragen nicht mehr.

Stadtbekannt: Ist es interessant die Mechanismen solcher Formate einmal selbst zu sehen?
Reez: Ja sicher, also man muss wirklich aufpassen, was man sagt. ATV will eine Story darstellen und den Zuschauern ist es egal ob es stimmt, weil sie wissen ja nicht wie es wirklich war. Sie stellen es natürlich so dar, dass die Leute interessierter sind und länger zusehen. Das beste war ja, wie ich so verschlafen gewirkt habe im Fernsehen, da sind sie eine Stunde früher gekommen als ausgemacht war. Ich war nur schon deshalb munter, weil ich schon auf war, um meine Haare zu waschen. Sonst hätte ich noch geschlafen. Wenn man um Fünf anfängt zu arbeiten und dann klopft es schon um Vier ist das natürlich ein Schock. Was erwartet man da? Ich hab‘ schon über die Freisprecheinrichtung gesagt: Entschuldigung, ihr habt gesagt Fünf und nicht Vier. Darauf sie: Ja ok, sie gehen jetzt und fünf Minuten später klopft es an meiner Tür und sie sind da und wenn ich die Türe nicht aufmache, ich weiß nicht was sie dann filmen.(lacht) Also mache ich sie besser auf.

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