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Die schönste Toilette Wiens
Das 19. Jahrhundert in Wien war eine ziemlich schmutzige Sache: in vielen Häusern gab es keine Toiletten und öffentliche Bedürfnisanstalten waren gänzlich unbekannt – dementsprechend waren die hygienischen Zustände in der Hauptstadt. Erst mit dem Berliner Wilhelm Beetz, der 1860 nach Wien kam, änderte sich die Situation: der Toiletten-Magnat brachte Wien Erleichterung.Die Jugendstiltoilette
Unter den über fünfzig öffentlichen Toiletten „für Menschen beiderlei Geschlechts“, die bis 1905 in Wien errichtet wurden, war auch die erste unterirdische Bedürfnisanstalt von Wien – die Jugendstiltoilette am Graben, die heute unter Denkmalschutz steht, aber noch immer in Betrieb ist. Aber auch wenn die Toilette in jedem Reiseführer steht, nur wenige Touristen verirren sich in den relativ versteckten Keller, auf deren streng nach Geschlechtern getrennte Abgänge nur zwei Laternen mit dezenter Aufschrift und ein im Sommer blumengeschmücktes Gitter hinweisen.
Edle Materialien
Wagt man sich also wirklich hinunter und zahlt die kleine Gebühr von 50 Cent, taucht man ein in eine andere Zeit. Die Jugendstil-typische Freude an edlen Materialien stand bei den Planungen wohl im Vordergrund: Eichen- und Teakholz bei den Klobrillen, Trennwänden und Schiebetüren der Toilettenkabinen, außerdem überall Messingarmaturen und -beschläge, edle Lampen und viel geschliffenes Glas – gepflegt, sauber und in perfektem Zustand.
Die freundliche Klofrau schließt persönlich mit einem Schlüssel die Toilettenkabinen hinter den Besuchern zu – wobei Kabinen eigentlich noch zu kurz gegriffen ist: jede Toilette ist ein kleiner Raum, der mit einem eigenen Waschbecken, Seifen- und Handtuchspender ausgestattet ist. Bei den Herren gibt es zusätzlich noch einen Raum mit zwölf „Pissständen“, Pissoirs, die ebenfalls sehr opulent ausgestattet sind.
Fazit
Wer also einmal in der Innenstadt verzweifelt auf der Suche nach Erleichterung ist, für den ist die Jugendstiltoilette der absolut richtige Ort – aber auch allen anderen sei ein Besuch ans Herz gelegt: neben der Opern-Toilette am Karlsplatz oder dem Pratersauna-Klo ist die öffentliche Bedürfnisanstalt wohl eines der schönsten stillen Orte der Stadt.










































Interessant
Erich 2011-04-21 12:50:16
Ich hab mich noch nie dorthin runtergetraut, aber nach dem Artikel werde ich es wagen ;)
toll!
sergio 2011-04-21 12:55:29
wien, die jugendstilstadt <3 das klo wurde ja angeblich von loos geplant... glaub ich aber irgendwie nicht.
ich war da...
jehova 2011-04-21 12:56:01
dort unten stinkts!
@jehova
Paul 2011-04-21 12:58:05
bei welchem öffi klo stinkt es nicht ;)
unterm joseph stinkt's - sagte man
kathmo 2011-04-21 13:46:26
von der new design university gibt's eine diplomarbeit über diese toilette - kann man auf der landesbiblio niederösterreich ausleihen. sehr empfehlenswert ;)
stieglambulanz
warkus fürst der finsternis 2011-04-22 09:49:25
wer's gerne disco mit lcd hat gehe in die stieglambulanz, da gibt's lcds im fake-glitzer-marmor, für unterhaltung beim pipi machen ist also gesorgt.
stiegl ambulanz
jehova 2011-04-22 11:30:25
also die in der stiegl ambulanz find ich ziemlich prollig, da komm ich mir vor wie in der nachtschicht.
Im Hundertwasser Kunsthaus
Miss Understanding 2011-12-19 20:10:06
im Kunsthaus Hundertwasser, nicht verwechseln mit dem Hundertwasserhaus gibts auch ein sehenswertes Klo.