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Einmal Kunst zum mitnehmen, bitte.
Das Konzept der ARTmART Kunstmesse ist so simpel wie genial: 250 von einem Kuratorenteam ausgewählte KünstlerInnen sind dazu eingeladen, ihre Werke von 16.11.-21.11. im Wiener Künstlerhaus bei freiem Eintritt auszustellen und zum Verkauf anzubieten. Das Interessante dabei ist die Auflage die die KünstlerInnen erfüllen müssen: Jedes Werk darf nur €80 kosten.Einmal Kunst zum mitnehmen, bitte.
Die Vorteile des Konzepts liegen auf der Hand: der extrem niedrige Preis der Werke schafft einerseits für das Publikum einen niederschwelligen Zugang zum Kunstmarkt und einen einfach Einstieg ins Kunstsammeln, andererseits zwingt das die Künstler dazu, in ökonomischen Bahnen zu denken: was für etablierte KünstlerInnen ein Dumpingpreis ist kann für junge und noch unbekannte Teilnehmer eine Chance sein, vielleicht erstmals über direkte Verkäufe für ihre Arbeit Geld zu lukrieren und bietet auch die Chance von einem breiteren Publikum wahrgenommen zu werden.
Kunst in der Juniortüte
Doch nicht alles ist so einfach wie es klingt. Das sich hier öffnende Spannungsfeld ist scheinbar endlos: Der Wert von Kunst an sich und die soziale und ökonomische Situation des Künstlers werden hier in Frage gestellt. Ist jedes Kunstwerk in dieser Ausstellung tatsächlich gleich viel wert? Ist Kunst zu Dumpingpreisen (der Name der Messe gemahnt wohl nicht zufällig an den US-Diskonter Walmart) und mit Fliessband-Verkauf eine Verflachung und Banalisierung oder eine geniale Methode die Möglichkeiten des Kunstmarkts neu abzustecken? Und ist wirklich nur verkäuflich, was man an die Wand hängen kann? Künstler die im performativen Bereich arbeiten können ihre Werke meist nur schwer in „greifbares“ umsetzen und sind hier ja eher benachteiligt. Die zahlreichen durch die ARTmART aufgeworfenen Fragen lassen den Gedanken aufkeimen, dass die Messe selbst ein Akt der Subversion ist, ein performatives Kunstwerk, eben eine „Ausstellung mit experimentellem Marktcharakter“.
Wie dem auch sei, helfen Sie einem hungernden Künstler: ein Kunstwerk von der ARTmART ist doch das perfekte Weihnachtsgeschenk.
Näheres zum Verkaufsablauf und zum vielfältigen Programm mit Führungen und Podiumsdiskussionen auf der Homepage der Messe.
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Raphael Maria Dillhof „Es scheint so, dass in unserer Kultur das Leben dasjenige ist, was nicht definiert werden kann, aber gerade deswegen unablässig gegliedert und geteilt werden muss." (Agamben) |










































