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Mehr als Mode - Die Sammlung Katarina Noever
Im Wien Museum am Karlsplatz widmet man sich derzeit unter anderem der Sammlung Katarina Noever, eine Modesammlung, die die Wiener Lifestyle-Avantgarde seit den 60er Jahren dokumentiert. Eine Empfehlung.Insgesamt 187 Objekte bilden die Modesammlung Katarina Noever, die das Wien Museum Karlsplatz erst kürzlich zur eigenen Modesammlung hinzugekauft hat. Man hat angekauft, da die Modesammlung wie kaum eine andere die 60er und 70er Jahre dokumentiert. Die Stücke stammen allesamt aus dem Kleiderschrank von Katarina Noever, ihres Zeichens It-Girl der 60er und 70er Jahre, Teil der Wiener LIfestyle-Avantgarde dieser mode- und kunsttechnisch doch eher prüden, konservativen und distanzierten Zeit.

Katarina Sarnitz (Noever) in einem Kleid von Etoile, 1964/65 / Foto: Roland Pleterski/WestLicht/AnzenbergerAgency
Von Missoni bis zu Wiener Mode
Große Marken wie Missoni oder Armani sind hier ausgestellt, aber auch Stücke von unbekannten oder sogar anonym gebliebenen DesignerInnen. Die kleine Ausstellung präsentiert liebevoll die einzelnen Stücke, während auf einem Schild genau verzeichnet ist, um welche Marke es sich dabei handelt und bei welchen Anlass Katarina Noever das jeweilige Kleidungsstück getragen hat.
Hüte, Taschen, Kleider, Mäntel: Sie alle erinnern an eine längst vergangene Zeit, zeichnen sich durch hochwertiges Handwerk aus und weisen kaum Abnutzungsspuren auf - was wohl guter Pflege und gutem Handwerk zu verdanken ist. Neben dem 2nd Hand Kleid aus einem kleinen Laden in NY hängen also große Namen, oder asiatischer Kleidung, die durch einfache Schnitte ihren ganz eigenen Beitrag zur Ausstellung liefert.

Startbild: Etoile Modenschau im Hundertwasser-Atelier, späte 1960er-Jahre (c) Roland Pleterski/WestLicht/AnzenbergerAgency
Strickmantel von Missoni, 1979 © Wien Museum
Katarina Noever und Wiens kulturelles Gedächtnis
Neben der Modesammlung werden auch Fotos und Mediendokumente ausgestellt, die Katarinas Leben als Top-Model und Kulturvermittlerin dokumentieren. 1971 gründete sie gemeinsam mit Peter Noever die Section N, "eine Art urbaner Salon", wie der Pressetext mitteilt. Hier wurde auf eine Art und Weise Raum für internationales Design, Kunst und Mode geschaffen, die sogar heute noch als innovativ gelten würde. Im etwas verschlafenen Wien schaffte man mit der Section N einen Knotenpunkt, eine Anlaufstelle und auch eine Verkaufsstelle für Designer-Lampen, Möbel oder Steirische Filzpatschen - das Angebot war umfangreich und einmalig.

Katarina Noever vor dem Geschäftslokal "Section N" (1971-1987), 1010 Wien, gestaltet von Hans Hollein. Foto: (c) Eduard Hueber
Und während wir Katarina Noever cool im Armani Anzug posen sehen, versuchen, uns ins Wien der 60er Jahre zurückzuversetzen und im Geiste das lange, weiße Seidenkleid aus New York anzzuiehen, werden wir auf die Boutique Étoile aufmerksam. In den 60er Jahren war sie einer der bekanntesten Boutiquen in Wien, gehalten hat sie sich immerhin bis 2000. Katarina Noever selbst war zuerst Model für die Boutique und dann Stammkundin, denn hier wurden mit der Zeit auch einige internationale Labels wie Armani, Jil Sander oder Basile nach Wien geholt. Einige der Stücke, die sie dort erstanden hat, sind ebenfalls ausgestellt.
Mehr als Mode?
Hält die Veranstaltung, was sie verspricht, wird hier mehr als Mode ausgestellt? Die Frage lässt sich recht leicht beantworten, denn es ist viel mehr ein Gefühl, dass hier transportiert wird, als das reine Präsentieren von Kleidung. Das Gefühl, einen Einblick zu bekommen in eine Ära, die lang hinter uns liegt, aber die Wege für die Etablierung von internationaler Mode und Design in Wien geebnet hat.
Veranstaltungsinfo
Wo? Im Wien Museum am Karlsplatz
Wann? Vom 1.2. bis 20.5.2012
Homepage des Wien Museums
Spezialführungen
Jeweils am Sonntag um 16:00 Uhr
26. Februar 2012, 16: Katarina Noever
25. März 2012: Ingrid Reder (ehem. Boutique Etoile)
15. April 2012: Ingrid Reder
22. April 2012: Katarina Noever
Startbild: Etoile Modenschau im Hundertwasser-Atelier, späte 1960er-Jahre (c) Roland Pleterski/WestLicht/AnzenbergerAgency













































Die 1970er
Prüde? 2012-02-03 16:35:32
waren doch nicht prüde.
oje...
karli 2012-02-03 18:16:19
inhaltlich ziemlich mangelhaft.
Die Kulturberichterstattung finde ich sonst informativer.
Necke 2012-02-03 19:56:37
Cindy Shermann zum Beispiel. Das ist doch keine Information da steht im Grunde nur, dass es dem Journalisten gefallen hat. Dazu ein paar Bilder. In Zukunft bitte wieder etwas mehr Substanz, Information und Meinung. Schließlich will ich wissen ob ich mir das ansehen soll oder nicht. Nur hilft mir euer Artikel da kein bisschen weiter.
Also mir hat's gefallen
Kosta Koralis 2012-02-03 20:17:43
Schöne Bilder, gut geschrieben, interessante Ausstellung.