Mark Dion Sealife 2012 (c) Georg Kargl fine arts
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Mark Dion Sealife 2012 (c) Georg Kargl fine arts

Die Wunderkammer des Mark Dion

Vitrinen mit scheinbar organischen Objekten, Zeichnungen und Anordnungen von seltsamen Naturwesen und ins Surreale kippende Skulpturen - der amerikanische Künstler Mark Dion verwandelt Georg Kargl fine arts in ein naturwissenschaftliches Studierzimmer.

Fragen zur Geschichte des Naturverständnisses beschäftigen den Künstler Mark Dion seit mehr als zwanzig Jahren. Aus seiner fast schon obsessiven Leidenschaft des Sammelns entwickelt er Arbeiten, die sich mit dem Thema der Naturwissenschaft als gesellschaftliches Konstrukt beschäftigen. Häufig arbeitet er in Kooperation mit naturkundlichen Museen und Sammlungen, macht ihnen in seinen Arbeiten jedoch ihr Monopol auf die wissenschaftliche Naturinterpretation streitig.

Geht man ein paar Schritte weiter zur Kerstin Engholm Galerie, erblickt man mit Jan Svankmajer ebenfalls einen Künstler, die sich mit dem Thema Naturwissenschaft beschäftigt. Anders als Svankmajer, der mit seiner Werkgruppe „Historiae Naturae“ eine Art surrealen Gegenentwurf zur traditionellen Naturwissenschaft präsentiert, etabliert Dion eine ironische Reflexion über Ordnungs- und Sammlungssysteme: In einer klassischen Museumsvitrine etwa präsentiert der Künstler eine Vielzahl an farbigen Präparaten, die sich bei genauerem Hinsehen jedoch nicht als naturwissenschaftliche Objekte entpuppen. Vielmehr handelt es sich bei den scheinbaren eingelegten Lebewesen um Kinder-, Hunde- und Erwachsenenspielzeug aus Plastik.

Marc Dion (c) Galerie Georg Kargl
Mark Dion: Game Bird Group, 2006

Eine andere Arbeit mutet wie ein fehlgeschlagener Genversuch an, wenn sich ein riesenhafter Hirschkäfer einer gefesselten Ratte bemächtigt. Dions visuell eindringlichen Werke regen die Betrachter an, ihre Vorstellungen und Vorurteile bezüglich der Kategorie „Natur“ zu hinterfragen und gleichzeitig auch biologische und auch philosophische Überlegungen miteinzubeziehen. So werden die BesucherInnen bereits gleich zu Beginn mit einer Arbeit konfrontiert, die eine durch Ölpest zerstörte Natur assoziieren lassen.

Barbara Pflanzner

Mark Dion – Fresh Sculpture
Georg Kargl fine arts
bis 10.3.2012
Eintritt frei.


Fotocredits:
(c) Georg Kargl fine arts
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