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Buchrezension: Floridsdorf
Im Metroverlag erschienen von Brigitte Biedermann und Barbara MaderFloridsdorf – ist eine aufregende Gegend, so präsentieren die Autoren Brigitte Biedermann und Barbara Mader den oftmals unterschätzten Bezirk. Das Buch bestärkt das Bauchgefühl, dass der Leser schon seit langem hat, in Floridsdorf ist die Wiener Seele daheim, vielleicht im Verborgenen aber dennoch. Denn aus dem 21. Wiener Gemeindebezirk kommen nicht nur zahlreiche prominennte Wiener, sondert hier findet man auch einige Wiener Institutionen, die die Stadt zu dem machen was sie ist. Die Autoren gehen mit 19 stadtbekannten Floridsdorfern auf Entdeckungsreise, so lernt man den Bezirk in Transdanubien aus dem Blickwinkel von Louie Austen, Brigitte Ederer, Willi Resetarits, Erika Pluhar oder Peter Pacult kennen.
Woran unser Floridsdorfer Herz hängt
Die Reise durch Floridsdorf beginnt für den Leser mit Kurzportraits jener Orten die nicht nur den prominenten Floridsdorfern am Herzen liegen: Den Eissalon Benner, einen Familienbetrieb der schon seit den 60er Jahren Kinderherzen höher schlagen ließ, wenn es gegen Ende der Eissaison gratis Eis für alle gab und die Kinder mit Kanistern und Thermosflaschen loszogen um ja genug von den kühlen Köstlichkeiten zu ergattern. Oder dem Gasthaus Birner das seit hundert Jahren ein Herzstück des Bezirks ist und wo man in Ruhe seinen Tafelspitz genießen kann.
Der Stadtspaziergang führt den Leser weiter zum Karl-Seitz-Hof - einem Architekturjuwel aus der Zeit des Roten Wiens, weiter zur Fleischerei Schuller, wo in der vierten Generation Pferdeleberkäs verkauft wird und der Peter Pacult als Stammkunde treu geblieben ist, obwohl er als zu klein befunden wurde um als Fleischhauer Karriere zu machen. Das Buch macht einen Schlenker zum Café Fichtl einer echten Floridsdorfer Institution, wo Brigitte Ederer schon in ihren Jugendjahren öfter zu Gast war.
Anekdoten von prominenten Floridsdorfern
In den 19 Streifzügen durch die Biografien der prominenten Wiener, wird man auch in ein Floridsdorf aus früheren Tagen entführt. So erzählt Willi Resetarits über den Bruckhaufen und die Arbeiterstrandbadstraße die bis in die 60er als Mülldeponie genutzt wurden. Erst 1964 wurde das Gebiet im Zuge der internationalen Gartenschau saniert und es entstand der Donaupark.
Aber auch viele biografische Anekdoten finden sich in den Interviews wieder, so erzählt Loie Austen über sein erstes Akkordeon, das seine Eltern beim „Sandrieser Hans von nebenan“ für ihn erstanden haben, obwohl sie arme Leute waren und gerade so durchkamen.
Man taucht ein Stück weit in das Lebensgefühl des Bezirks in den 60iger bis 70iger Jahren ein, wenn Brigitte Ederer aus ihren Jugendjahren und ihrer Kindheit erzählt: „Es war eine schöne Kindheit“ wie sie meint, „wir haben zwar nicht viel gehabt, aber die anderen auch nicht und deshalb ist es uns nicht aufgfallen. […] Die echte Freiheit spürte man in den Weiten des nahegelegenen Jedleseer Auparks oder im Spitzer Park.“
Fazit
Floridsdorf ist eine gelungene Mischung aus biografischen Anekdoten, in denen die Schauplätze aus den Kindertagen und der Jugend der 19. Prominenten Floridsdorfern geführt wird und man geht mit den Autoren auf Entdeckungsreise durch die schönen, skurrilen und geschichtsträchtigen Orte des Bezirks.















































