Reggae als Herzfrequenz: Hans Söllner im Gespräch Ich hab keine Feinde. Ich sag manche Sachen, und wenn einer mich als Feind ansieht, ist das sein Problem und definitiv nicht meins. Ich hab es immer als Medizin gesehen.
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Reggae als Herzfrequenz: Hans Söllner im Gespräch
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Reggae als Herzfrequenz: Hans Söllner im Gespräch

So unkompliziert und umgänglich wie Hans Söllner im Gespräch, ist auch sein Team im Vorfeld... Interview? Klar, wir sollen doch einfach zum Konzert in die Schleppearena  nach Klagenfurt kommen, sein Team holt uns beim Merch-Stand ab. Ob wir Fotos machen können? Hat er sicher nichts dagegen, aber am besten wir fragen ihn selbst, er sitzt eh dort drüben, sagt man uns.

Die Band isst gerade im Backstagebereich, Söllner setzt sich zu uns an einen Tisch, gegen Fotos hat er nichts einzuwenden. Die Dreadlocks sind ja bekanntlich schon länger kurzen Haaren gewichen, er trägt eine blaue Adidasjacke und Jeans. Das erste Mal live gesehen - erzähle ich ihm später - habe ich ihn glaube ich 1993, und ich habe noch ein Foto mit ihm, da war ich zwölf Jahre alt und hatte schulterlange Haare, trug Doc Martens mit roten Schnürsenkeln, und er hatte noch Dreadlocks. Worauf wir beide lachen mussten. 

Hans Söllner im Gespräch.

stadtbekannt: Lieber Hans, danke, dass du dir Zeit nimmst für uns.

Hans Söllner: Gern.

Du machst ja jetzt quasi eine Oldschool-Söllner Tour: zurück in die Wirtshäuser.

Naja, was heißt zurück in die Wirtshäuser: die sind ja allaweil noch da. Es ist so, dass ich mich ganz ehrlich freue, dass nicht mehr geraucht werden darf – weil so kann ich Wirtshäuser spielen. Wenn du vor zehn, fünfzehn Jahren dort gespielt hast, und 200, 300 Leute haben drinnen geraucht: da hast du genau zwei Lieder gespielt und dann hast nicht mehr singen können, oder du hast g'spieben. Das ist eigentlich der Grund, warum ich das mache, weil nicht mehr geraucht werden darf, und weil du auch kein Lüftungsgeräusch mehr hast. Alles ist ruhig, die Leute können sitzen, essen – und wir haben eine Gaude. 

Welche Kapazitäten werden das sein auf der Tour?

200, 300 Leute. Ich hab gsagt, nicht mehr als dreihundert. Das sind normale Wirtshäuser halt.

Und du spielst solo?

Ja, probier ich (lacht).

Das wird schon klappen, ganz unroutiniert bist du ja nicht (lacht).

Ja, ich kann schon a bisserl Gitarre spielen und singen auch (lacht). Schau ma wie des wird! Ich mach das derweil einmal nur in Bayern, und dann schau ich weiter. Vielleicht wird das ein fester Bestandteil, dass ich das jedes Jahr im Herbst in einem anderen Bundesland mache. Vielleicht fang ich mit Bayern an, dann geh ich nach Baden-Württemberg und so weiter. Ich such mir dann halt kleine Sachen, wo es dann auch nicht schlimm ist wenn nur vierzehn Leute kommen oder 30. Da verliert keiner was: ich spiel auf Eintritt und sag, okay, ich nehm halt das mit was da ist – und wenn 20 Leute da sind, dann krieg ich eben für 20 Leut, und wenn 150 da sind eben für 150. Verstehst? Das ist der Deal, und ich glaub, dass das schon korrekt ist.

Also kann es gut sein, dass du auch zu uns kommst – wenn du ein Nichtraucherwirtshaus findest.

Das geht bei euch auch nicht mehr recht lang so weiter. Das (Rauchverbot Anm.) ist ja auch zeitgemäß – so, wie die Atomkraft einstellen, das müsste man ja auch eigentlich sofort machen. Das ist wie mit dem Nikotin: entweder sofort oder gar nicht, aber in 20 oder 25 Jahren – da sagen's dann „wir ham a neue Technologie, da brauch ma bloß außen eine Plastikfarbe raufstreichen, dann kann da ein Flugzeug reinfliegen und das wird dann zurückgefedert ins Weltall“. Die können uns ja einfach alles erzählen.

Du bist hauptsächlich mit Band unterwegs, das letzte Solo-Album war die „241255“, oder? 

Das war ja in dem Sinne kein Solo-Album, sondern ein Zusammenschnitt aus 14 Jahre unterwegs sein. Die letzten fünf Jahre kann ich mich gar nicht erinnern, solo gespielt zu haben. Ich komm mit welcher Besetzung ich Spaß hab. (fragt in die Runde seiner Band, die hinter uns sitzen) Seit wann spielen wir? Sechs, sieben Jahr? (Einwand eines Kollegen Söllners, er sei schon zehn Jahre dabei). Aso? Na, aber die kleine Besetzung, fünf Jahr? Wir nehmen das ned so genau, wir wissen ja ned amal was wir für ein Jahr haben. Letztes Jahr war doch dieser Jahrhundertsommer, das war 2004? (lacht)

Du hast früher ja auch E-Gitarre gespielt in der großen Besetzung!

Ja, aber da hab ich ja nur so getan!

Du hattest ja das Bob Marley-Modell von der Les Paul – keine Lust mehr auf E-Gitarre?

Na, das ist nicht meins. Du brauchst immer irgendwas dazu, Verstärker, Kabel, irgendwas. Mit meiner Gitarre, wenn da heut hundert Leut da sind setz ich mich hin und spiel so für die Leut. Das ist mir einfach lieber.

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signatur_markus Markus Brandstetter

Geschichten rund um den Song Noir. Von strauchelnden Protagonisten, Mythen und Mixtapes.

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super

gehweida 2011-07-14 12:03:59

jö, ein interview mitm hans! danke, schön den im stadtbekannt-universum zu sehen! :-)

Ja der Hans Söllner

Charles 2011-07-14 12:09:20

Ist ja ein lustiges Kerlchen und durchaus witzig zu lesen. Aber wache Ansichten hat er halt schon einige. War mit 16 auch irgendwie lässiger der Typ, als er es heute ist...

Wieso?

Nina 2011-07-14 12:13:20

Ist doch eh ein sehr netter Typ. Halt mehr einer mit Bauchgefühl und Emotion, aber das ist doch nichts schlechtes!

hans = super

michi 2011-07-14 12:14:30

finde auch dass der charles ein dolm ist. hans ist super, und das mit dem bauchgefühl triffts!

Netter Kerl

Kalimero 2011-07-14 12:58:14

Ich find der Söllner ist einfach ein netter Kerl udn ein guter Mensch.

yeah!

da charlie 2011-07-14 13:01:52

geh weida stadtbekannt sing ma mitanand! peace, mann!

weiter so

laura 2011-07-16 11:00:12

Gute Ansichten und Einsichten vom/ins Leben....

Bam

Bam 2011-07-23 16:53:26

Da Michi is hoid a pfunds Kerl, der oide Bazi ! ;-)

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