Franz Joseph von den Gebrüdern Moped im Gespräch Es ist manchmal einfach notwendig, sich klipp und klar zu positionieren. Franz Joseph über Politik. Der Club der Erträglichen. Franz Joseph über den Houseverstand und mehr.
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Franz Joseph von den Gebrüdern Moped im Gespräch
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Franz Joseph von den Gebrüdern Moped im Gespräch

Als Kabarettist ist Franz Joseph seit 2008 gemeinsam mit Martin Moped unter dem Namen „Gebrüder Moped“ auf den Bühnen zuhause – viele kennen ihn sicher auch von seiner 2007 aufgelösten Band Houseverstand – auch als sich politischen und sozialkritischen Themen annehmenden Blogger ist er aktiv. „Bist du Moped“ heißt das aktuelle moped'sche Programm, mit dem dieses Jahr noch die heimischen Bühnen bespielt werden. Ein gänzlich neues, „Jausengegner“, feiert Anfang nächsten Jahres die Premiere. Im Rüdigerhof treffe ich Franz Joseph zum Gespräch.

Franz Joseph im Gespräch.

stadtbekannt: Derzeit seid ihr ja noch mit eurem Programm „Bist du Moped“ unterwegs – im Dezember aber gibt es euer neues Programm, „Jausengegner“. Kannst du schon ein wenig darüber erzählen?

Franz Joseph: Die Premiere ist im Jänner, die Vorpremieren sind schon im Dezember. Das ist mir wichtig, weil das dann noch ein wenig weiter weg ist. Ich kann noch nicht so viel darüber erzählen, weil wir noch am Material sammeln und am Sondieren sind. Thematisch wird es im weitesten Sinne um Essen, Trinken und derlei gehen – als roter Faden. Unsere ganzen Themen, unsere Perspektiven gehen eben vom Thema Essen aus, im großen und im kleinen Sinne – global und lokal zum Beispiel. Wie wir das dann genau ordnen und sondieren, wird sich zeigen, da sind wir gerade dabei.

Also noch mitten im Arbeitsprozess.

Genau. Bis dahin spielen wir noch unser mittlerweile schon seit zwei Jahren laufendes Programm „Bist du Moped“, und sind schon froh, wenn es einmal nicht heißt, dass das unser aktuelles Programm ist (lacht). Im Dezember gibt es die zwei Vorpremieren, und im Jänner dann die Premiere im Niedermayer. Das nächste Jahr dann mit Aufführungen von „Jausengegner“ aufzufüllen, daran arbeiten wir gerade.

Leser deines Blogs wissen ja, dass du ja seit einiger Zeit Vegetarier bist. Hatte dieser „Selbstversuch“, wie du das genannt hast, einen Einfluss auf die Auswahl der Thematik des neuen Programms?

Ja, schon. Unsere Programme beginnen so, dass Martin und ich uns zusammensetzen. Wir fahren dann auf Klausur, buchen uns irgendwo ein Zimmer. Das machen wir im Lauf des Arbeitsprozesses ein paar Mal, einerseits zum Besprechen, was uns interessieren könnte, dann auch zum Schreiben. Im Frühling waren wir unterwegs und haben Ideen ausgetauscht – und sind darauf gekommen, dass diese Idee etwas sehr nahes ist. „Ernährung“ ist jetzt ja auch nicht das Hauptthema des Stücks, aber wir brauchen eine Art Faden – so wie es bei „Bist du Moped“ eben unsere Heimatregion Kaisersebersdorf war, ist es diesmal eben das Essen. Wir landen immer bei Themen, die uns sehr nahe sind, das war auch beim ersten Programm „Gaga“ schon so. Wie du schon gesagt hast, hat sich bei mir im letzten Jahr in puncto Essen eben einiges getan: zuerst wollte ich „vegetarisch“ einmal austesten, dann auch „vegan“. Eingependelt hat sich das bei vegetarisch. Vegan find ich schon gut, ich kann das jedem empfehlen einmal eine Zeit lang zu machen. Wenn du vegan nicht gewohnt bist, musst du dich die ganze Zeit damit beschäftigen – weil „unterwegs essen“ oft nicht möglich ist, du musst viel selbst zubereiten und dich damit auseinandersetzen. Martin wiederum setzt sich viel mit der Thematik auseinander, weil er sehr gerne kocht und spezielle Sachen einkauft. Der macht halt nur nicht so ein Trara darum wie ich (lacht). Als wir dann die Fotosession gemacht haben, war uns das nochmal klar: das müssen wir machen!

Wenn man zwei Jahre lang mit einem Programm unterwegs ist: verändert sich das Programm eigentlich ständig?

Genau – es verändert sich, wir merken es aber während dessen gar nicht. Wir haben uns letztens ein Video von einer der ersten Aufführungen angesehen, und da haben wir es schon gemerkt (lacht). Es wird einfach ein Wenig g'schmeidiger, man ändert Sachen, bringt Aktuelles ein. Es ist immer in progress, irgendwie. Manche Sachen verändert man natürlich schon bewusst, lässt Sachen weg, nimmt Sachen dazu – oft ist man dann aber, eben wenn man sich ein Video von alten Vorführungen ansieht – überrascht.

Seit wann gibt es die Gebrüder Moped, und wie kann man sich eure Arbeitsweise vorstellen?

Wir kennen uns schon ewig, seit der Schule. Das sind ja mittlerweile auch schon zwanzig Jahre. Martin und ich haben immer schon viele Sachen zusammen gemacht: er war zum Beispiel der Agent von Houseverstand (Franz Josephs damaliger Band, Anm.), er hat auch die Medienmanufaktur gegründet. Wir haben damals schon in der Schule Blödsinn gemacht, und sind es einfach gewohnt, miteinander zu arbeiten. Unsere Arbeit basiert auf gegenseitigem Respekt – bei den Klausuren läuft es so ab, dass wir eben Grundkonzepte umreißen, und uns dann schon aufteilen. Schreiben tun wir alleine – dann tauschen wir die Texte aus, und zerstören die uns eigentlich. Wir dürfen, können und mögen das, uns gegenseitig schon auch reinzufahren. Natürlich ist das nicht immer so easy und leiwand wie das jetzt klingt, auch wenn man den Prozeß schon kennt – aber es bringt einfach irrsinnig viel. Wir arbeiten oft, als wären wir zwei Einzelkünstler, und geben uns oft hartes Feedback. Oft kämpft man ein bisschen, aber man lernt die Texte einfach so gut kennen, dass sie am Ende bereits beinahe durchberarbeitet rauskommen. Ich finde diese Arbeitsweise super: man schickt einen Text, kriegt ein paar Tage später ein Text-File zurück, wo einfach ein paar Gedanken dabeistehen. Man hat sozusagen ein Parallelhirn. Das passiert natürlich ohne größere Kränkung, auch wenn ich das gerade so hart „wir zerstören uns gegenseitig die Ideen“ gesagt habe – eigentlich erweitern wir die Ideen ja. Aber das kennst du als Künstler ja selbst, am Anfang ist das natürlich schon eine sensible Sache. Das passiert ja in einem normalen Bandprozess auch. Auch, dass man miteinander gewisse Dinge abcheckt, ob man die machen soll – zum Beispiel unsere Internet-Videos über Scheuch. Die Idee kam uns bei einer Klausur, wir fanden das lustig. Alleine wäre das keinem eingefallen glaube ich, aber zu zweit haben wir es dann einfach gut gefunden und dann auch gleich gemacht. Es ist einfach schön, ein sofortiges Feedback zu haben. Natürlich schreiben bei Einzelkünstlern auch Leute mit, Schreiber, Regisseure – wir stehen dann aber auch gemeinsam auf der Bühne, und müssen es auch gemeinsam verantworten. Interessant ist auch, dass wir im Laufe der Monate oft vergessen, was von wem kommt. Nicht die Grundgerüste, aber bei Pointen - der kleinsten Einheit quasi im lustig sein – wissen wir oft nicht, welche von wem kommt. Vielleicht, weil wir so ein großes „Wir-Gefühl“ haben. Vielleicht aber auch, weil wir so vergesslich sind. (lacht).

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signatur_markus Markus Brandstetter

Geschichten rund um den Song Noir. Von strauchelnden Protagonisten, Mythen und Mixtapes.

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!!!

!!! 2011-08-17 15:02:48

Gerhard Dörfler looking at things ist SO GUT!!!

Privat.Politisch.Pikant

Winnetou 2011-08-17 19:57:41

oder grob, gröber Gröbchen?

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