Die Strottern im Gespräch Dieser Wiener Ductus gibt ja vor wie du singst Walther ist jemand der immer sein musikalisches Leben riskiert Für Radio Niederösterreich und Burgenland sind wir wahrscheinlich zu avanciert Umso unwürdiger du alterst, desto besser
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Die Strottern im Gespräch
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Die Strottern im Gespräch

Stadtbekannt traf die Strottern zum Gespräch im Schutzhaus. Eine Unterhaltung zwischen den Stühlen, über Wienerlied, Jazz und die Feigheit österreichischer Radiosender, bis hin zur Erkenntnis, dass alt werden gar nicht mal so schlimm ist.

Das Gespräch führte Philipp David Köstenberger.

Stadtbekannt: Muss man eigentlich Wiener sein um Wiener Musik beziehungsweise das Wienerlied zu verstehen?

Klemens Lendl: Nein überhaupt nicht. Wir haben da ganz andere Erfahrungen gemacht. Es gibt Regionen, oder Städte wo aus irgendwelchen Gründen diese Wiener Lebenshaltung verstanden, oder auch nachvollzogen beziehungsweise in irgendeiner ähnlichen Form gelebt wird. Das muss aber nichts mit geographischer Nähe zu tun haben. Es ist aber immer wieder spannend darüber zu spekulieren warum etwas irgendwo funktioniert und wo anders nicht. Und es geht ja auch um Musik. Die ist genauso wichtig, wie der Text. Sie transportiert inhaltlich viel mehr, als man glaubt. Und die Musik wird tatsächlich überall verstanden.

Wird man als Wienerliedermacher außerhalb Wiens anders wahrgenommen? Gibt es einen Unterschied wenn ihr beispielsweise im Burgenland auftretet oder so wie heute im Schutzhaus? Wird man gar noch expliziter zum Wiener Liedermacher?

KL: Das ist unterschiedlich. Das kommt natürlich ganz auf die Veranstaltung an. Mit dem Wiener Lied befinden wir uns ja zwischen allen Stühlen, denn Wienerlied Veranstalter gibt es eben nur in Wien und deshalb kommen wir in ganz verschiedene Ecken unter. Manchmal in der Weltmusik, im Jazz, im Theater-Randbereich, oder auch bei klassischen Festivals, wo du als Exot mit deiner Musik giltst. Zwar ist Wien immer ein Thema, aber wie sehr es da jetzt tatsächlich um's Wienerlied geht und wie sehr der Veranstalter oder Publikum überhaupt Assoziationen damit verbindet, ist ganz unterschiedlich.

Ihr habt also nicht den Eindruck, dass eure Musik in den Bundesländern anders als in Wien aufgenommen wird?

KL: In den Bundesländern schon. Das unterscheidet sich aber auch wieder von Bundesland zu Bundesland.

Gibt es diesbezüglich irgendwelche besonderen Anekdoten zu erzählen?

KL:
Wir bilden uns halt ein, ob das stimmt oder ob man sich das jetzt selber einredet sei dahingestellt, dass uns zum Beispiel Vorarlberg liegt, wir fühlen uns dort besonders wohl. Ich habe das Gefühl, dass die Vorarlberger uns nahe stehen. Zumindest bei dem, was wir transportieren wollen in unseren Liedern, denn es gibt ja auch ganz andere Facetten von Wien die wir überhaupt nicht groß beleuchten.

Zum Beispiel?

KL: Naja, diese Heurigen-Lieder, die interessieren uns nicht, gehören aber auch zum Wiener-Lied, werden jedoch von anderen sicher mehr geschätzt und behandelt als von uns. Das was uns interessiert ist eher das gebrochene Wiener-Selbstvertrauen, das ist für mich schon ein wichtiges Thema. Und ob das wieder zu so einer eigenartigen Verschlossenheit führt, welche den Vorarlbergern auch nicht fremd zu sein scheint, reimt man sich eben zusammen. Das bei – sich - bleiben und nichts - hergeben, um das geht es eigentlich.

Unser Eindruck ist: In Vorarlberg reden die Leute halt wirklich gar nichts, und in Wien reden sie halt einen Blödsinn, um sich zu verstecken. In Bayern beispielsweise müssen wir lustiger sein, da stehen die Leute nicht so auf die Poesie, die auch in vielen Liedern bei uns drinnen steckt. In der Schweiz haben wir diesen Sommer gespielt, und so gut haben wir uns überhaupt noch nicht verstanden gefühlt. Wir haben dort eigentlich ein ganz schwieriges Programm gespielt. Wir haben gar nicht darauf geachtet welche Vokabeln oder welche Lieder wir nehmen, außerdem waren wir da mit Blech (Bläser) und unserem neuen Projekt dort, dessen Lieder eigentlich ganz weit weg sind von der Wiener-Tradition und trotzdem haben wir uns dort verstanden gefühlt.

Es braucht also gar keinen Wiener-Kontext?


KL: Wir brauchen ihn nicht unbedingt. Es ist uns überhaupt ein Anliegen aus diesem ganz engen Wienerlied-Zirkel auszubrechen. Dieser ist uns sonst zu fad. So sehr fühlen wir uns dieser traditionellen Wiener-Musik dann auch wieder nicht verbunden.


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Warat i du....

Klaus 2012-01-25 11:53:20

super interview!! ganz toll, die strottern sollte mal live gesehen haben, soviel gelacht und geweint hab ich selten !!

Die Strottern

Voitl 2012-01-25 13:10:30

ganz groß: http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=9i9x0_T9_Nw#!

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