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Filmkritik: "Stichtag"
Während der anzugtragende Yuppie-Architekt Peter Highman (Robert Downey jr.) auf dem Weg zu seiner schwangeren Frau und der Geburt des ersten Kindes ist, will Möchtegern-Schauspieler Ethan Tremblay (Zach Galifianakis) nach Hollywood um dort Karriere zu machen. Weil sie wegen eines Zwischenfalls im Flugzeug auf die No-Fly-Liste kommen machen sie sich auf zum gemeinsamen Roadtrip nach Los Angeles. Auf dem Weg zwischen ihnen und der Stadt der Engel liegen eine schräge Gras-Apothekerin mit verzogenen Kindern, ein schlagkräftiger Irak-Veteran, zwei kiffgeile mexikanische Grenzbeamte und natürlich mehrere Unfälle.Die Geschichte ist so wenig komplex wie neu. Zwei Typen (Robert Downey jr. und gurken mit dem Auto quer durch die USA und müssen an einem gewissen Tag an der Küste ankommen. Wie auch sonst gerne sind es ein Dummer und ein G’scheiter, ein Ernster und ein Scherzbold, ein Planer und ein Patscherter. Die gegenseitige Sympathie ist zuerst endenwollend entwickelt sich auf dem Weg aber zu einer richtigen Freundschaft. Beide verfolgen ihre eigenen Ziele und gewinnen mit Fortdauer der Reise doch immer mehr und mehr Verständnis für den anderen.
Fehlende Ideen
Irgendwie kommt einem alles bekannt vor an Todd Phillips Roadmovie-Komödie "Stichtag". Der Plot, die Gags, die Charaktere, das war alles schon einmal da. So kann man sich den gesamten Film gegenüber des Gedankens nicht erwehren: Das muss doch besser gehen. Und ja, das kann es, wenn man sich beispielsweise die 80er-Komödie „Der Volltreffer“ ansieht.
War Phillips Vorgänger-Film „Hangover“ noch ein witziger und spritziger Beitrag zum Film-Genre „Ey Mann, was woa meine gestrige Leistung?“ so kommt „Stichtag“ einfach nicht wirklich vom Fleck. Die einzelnen Episoden passen eher in überdrehte College-Trip-Filme vom Zuschnitt eines „Road Trip“ als zu den beiden doch nun mal leider erwachsenen Figuren in „Stichtag“. Auch der ewige Kifferschmäh wird durch beständiges Todreiten auch nicht lebendiger. Dazu passt auch Zach Galifianakis, bei dem immer schwer einzuschätzen ist ob er hier eine Filmrolle spielt oder dieser Typ einfach in verschiedenen Filmen auftaucht. Galifianakis wiederholt einfach seine vollkommen verspulte Performance aus „Hangover“, eine Mischung aus Yeti und Hunter S. Thompson, und versucht damit einen anderen Film zu bestreiten. Kein Zweifel, dass man dabei schmunzeln kann, doch empfiehl es sich bei großer Liebe zu dieser Art des Humors doch eher zum Vorgänger zu greifen.
Einzig Robert Downey jr. versprüht als stocksteifer Karrieretyp in „Stichtag“ so etwas wie freiwillige Komik. Wirklich herausreißen kann das die ganze Produktion leider auch nicht. So kann man Regisseur Todd Phillips nur wünschen, dass er in „Hangover 2“ zumindest ein paar neue Beiträge zum Thema zu bieten hat und wir nicht die nächsten sieben Teile einer Serie über uns ergehen lassen müssen die herzlich wenig Esprit versprüht.
„Stichtag“
Regisseur: Todd Phillips
Buch: Alan R. Cohen, Alan Freedland, Adam Sztykiel, Todd Phillips
Darsteller: Robert Downey jr., Zach Galifianakis u.a.
FSK freigegeben ab 12 Jahren
USA 2010, 95 min
Trailer:
Zu sehen in folgenden Kinos:
Apollo Kino
UCI Kinowelt Millenium City










































