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Topkino Kinosaal (c) STDTABEKANNT
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Das Wort zum Tatort vom 26.2.2012 – „Der traurige König“

27. Februar 2012 • Film / TV4 Kommentare zu Das Wort zum Tatort vom 26.2.2012 – „Der traurige König“

Kein ruhiger Morgen für die Münchner Ermittler Batic und Leitmayr: während letzteren noch die Zahnschmerzen plagen (in letzter Zeit im Tatort weit verbreitet) wird den Herrschaften eine Dame als Beiwagerl zugeteilt – und nur wenig später entpuppt sich ein vermeintlicher Routinefall auch noch als verhängnisvoll: beim löschen eines brennenden Wagens vor einem Bauernhof geraten die Ermittler in einen Hinterhalt; ein verwirrt wirkender Mann droht, schießt, und Leitmayr schießt zurück: dreimal, bis der Mann zu Boden sackt.

Was das heißt sollte jedem Tatort-Seher klar sein: „Interne Ermittlung“ wegen Schußwaffengebrauchs im Dienst, allerdings soll das natürlich nicht die einzige Ermittlung in dem Tatort sein; wichtiges Detail am Rande: im brennenden Wagen saß noch eine tote Frau, ersten Nachforschungen zu Folge Adriana, die Freundin des Toten namens Sigi Aumeister.

Gute Nachbarschaft

Ein Besuch bei der Familie Aumeister, die blöderweise direkt neben Leitmayrs Wohnung ein Eisenwarengeschäft betreiben, bringt einiges zu Tage – die Freundin des Toten ist nämlich auch Arbeitskollegin von dessen Bruder, Markus Aumeister, und die beiden wurden noch dazu vor kurzem von zwei maskierten Männern in ihrem Baumarkt überfallen. Steckt da Sigi dahinter? War Markus eingeweiht? Hat Adriana ihren Freund erkannt und mußte deshalb sterben? So muss es wohl gewesen sein, und der dritte Mann im Bunde ist auch bald gefunden.

Alles schön und gut, allerdings gerät all das durch das laufende Verfahren gegen Leitmayr etwas in den Hintergrund – der Mann von der Internen versteht seinen Job nämlich als heiligen Kreuzzug, was die Ermittlung für Leitmayr in etwa genauso angenehm macht wie eine komplette Magen-Darmspiegelung, da helfen auch keine (rätselhaften) Gute-Nacht-Geschichten von Batic. Zwei Ermittlungen also in dem Tatort, was ihm allerdings kaum geschadet hat: beide Geschichten waren sowohl dramaturgisch gut als auch glaubwürdig erzählt, keine der beiden Fälle verkam wirklich zur Nebensache, auch wenn der Hauptschauplatz Leitmayrs Kopf war.

Deus Ex Machina

Beinahe nur Lob also für den „traurigen König“, sogar das sozialkritische Thema „Eisenwaren gegen Baumarkt“ kam verhältnismässig subtil, einziger Kritikpunkt: das unvermittelte Geständnis der wahren Täterin am Ende, das eher nach Zeitmangel aussah und unwahrscheinlich und ein bisschen konstruiert wirkte: nachdem Adriana der alten Aumeister nämlich wohl die Geschichte mit dem Überfall erzählt hatte, stieß diese sie die Stiegen hinunter, um ihren Sohn und ihren Laden zu retten – Sigi erledigte dann den Rest, um seine Mutter zu schützen. Aber alles egal: Hauptsache Leitmayr darf weitermachen.

Im Topkino und im Schikaneder gibts übrigens jeden Sonntag ein Tatort Public Viewing – bei freiem Eintritt und (manchmal) mit  Täterraten, bei dem es auch noch Freigetränke zu gewinnen gibt. Ebenso gibts im 
Moped und im Hawidere Public Viewings. Ältere Tatortrezensionen findet ihr in der Leiste unter diesem Artikel.

Foto: BR/Kerstin Stelter

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4 Antworten auf Das Wort zum Tatort vom 26.2.2012 – „Der traurige König“ – Verstecken

  1. Charles sagt:

    Batic und Leitmayr
    sind aber überhaupt einfach das beste Tatort Ermittler Duo meiner Meinung nach.

  2. xpod sagt:

    ja!
    ja, auf jeden fall, in meinen top3 neben leipzig und köln.

  3. katinka sagt:

    die Oldies
    ..habens schauspielerisch echt draufgehabt! Vor allem Papa Altmeister war SPITZE!

  4. katinka sagt:

    AU statt Alt
    Sorry, Aumeister 🙂

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