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Das Wort zum Tatort vom 16.1.2011 – „Der schöne Schein“

20. Jänner 2011 • Film / TV1 Kommentar zu Das Wort zum Tatort vom 16.1.2011 – „Der schöne Schein“

Ein ungewöhnlicher Mord gibt der Konstanzer Polizei ein Rätsel auf: die Leiterin einer Schönheitsklinik wird in einem Planetarium tot und mit einem Goldfisch im Mund aufgefunden. Der Täter wollte damit wohl aller Welt etwas sagen – aber was? Bald wird klar, dass in der Klinik so manches nicht mit rechten Dingen zugeht: die drei verbliebenen Chef-Chirurgen – ein Ehepaar sowie der Witwer der toten – alle wie aus dem Nip/Tuck-Cast geholt – machen sich gegenseitig das Leben zur Hölle und versuchen dabei, irgendetwas zu vertuschen. Alle haben also ein Motiv, und blöderweise hat auch keiner ein Alibi.

Bei dir oder bei mir?

Da der Mord in der Schweiz verübt wurde, wird sofort die Schweizer Kantonspolizei in Form des charmanten Reto Flückiger eingeschaltet – und als beim ersten Telefonat mit Klara Blum die Frage „bei dir oder bei mir?“ fällt, ist sofort klar: da geht noch was. Auch in den weiteren Ermittlungen himmeln sich die beiden Kommissare an wie zwei frisch verliebte Teenager – deshalb wird Kollege Perlmann zu verdeckten Ermittlungen in der Schönheitsklinik verdonnert – Diagnose: akuter Burn-Out.

Mister Undercover

Trotz äußerstem Dilettantismus beim Under-Cover-Einsatz gelingt es Perlmann mit Hilfe einer gesprächigen Krankenschwester und eines freundlichen Hausmeisters, die gesamten Geheimnisse der Klinik herauszufinden: die Tote wollte sich scheiden lassen, hatte ein Verhältnis mit dem Chefarzt, die Brustimplantate sind chinesische Fälschungen, weswegen eben dieser Arzt gekündigt werden hätte sollen, und beim weiteren herumschnüffeln findet Perlmann dann auch noch tatsächlich nicht nur das passende Aquarium zum Goldfisch sondern auch zufällig die Patientenakte der 16-jährigen Marili, die nach einer Nasenoperation unter Überwachung der vier Chefärzte wegen eines ärztlichen Kunstfehlers schwerst behindert wieder aufwachte.

Kommissar Zufall

Zwischen derartigen Zufällen und dialogtechnischen Plattheiten über Schönheit, Gottes Schöpfung und dem Mann-Frau-Verhältnis tappen die Ermittler allerdings irgendwie immer noch im Dunkeln. Erst als danach auch noch die beiden anderen Chefärzte auf kreative Weise ermordet aufgefunden werden überschlagen sich die Ereignisse: beim Besuch im Heim von Marili wird klar, dass der freundliche Hausmeister in Wahrheit der Vater des Kunstfehler-Opfers ist, und dass der sich nun auf Rachefeldzug befindet. Nur: die folgende Entführung der letzten Ärztin im Quartett sollte ihm zum Verhängnis werden.

Fazit

Eine ziemlich konstruierte Geschichte mit so manchen glücklichen Zufällen. Außerdem war der Täter von letzter Woche diesmal der erste Hauptverdächtige: leidet der Tatort unter Schauspielermangel? Trotzdem: ein paar spannende Momente hatte dieser Tatort vor allem gegen Ende immerhin – sowie eine interessante Moral: wer schön sein will, muss sterben.

Die diesjährigen Tatort Rezensionen:

9.1.2011 – "Unter Druck"
2.1.2011 – „Tödliche Ermittlungen“

Im Topkino gibts übrigens jeden Sonntag ein Tatort Public Viewing – bei freiem Eintritt und mit dem Highlight Snipcard Täterraten, bei dem es auch noch Freigetränke zu gewinnen gibt. Snipcards findest du an diesen Standorten.

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Eine Antwort auf Das Wort zum Tatort vom 16.1.2011 – „Der schöne Schein“ – Verstecken

  1. Gustav sagt:

    lauwarm
    ist die treffende Bezeichnung für diese Tatortfolge. Wie immer am Punkt kommentiert, ein Lob an die Redaktion.

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