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Das Wort zum Tatort vom 15.5.2011 – „Der illegale Tod“

17. September 2011 • Film / TV4 Kommentare zu Das Wort zum Tatort vom 15.5.2011 – „Der illegale Tod“

Emotionales Polit-Verwirrspiel um einen Flüchtling auf Rachefeldzug? Der Tatort nimmt sich viel vor, und kann die Erwartungen trotz vieler Mängel sogar teilweise erfüllen.

Verwirrend ging es gestern Abend los: am Strand von Tunesien werden ertrunkene Flüchtlinge angespült, eine einzige Überlebende beklagt den Tod ihres Sohnes. Dass davor offenbar etwas Schreckliches passiert sein muss, erfährt man nur über ein verwackeltes Handyvideo. In der nächsten Szene ist die Überlebende, Amali Agbedra, bereits in Deutschland – auf der Suche nach denjenigen, die ihren Verlust zu verantworten haben.

Der eigentliche Fall folgt auf dem Fuß: Kommissar Stedefreund betrinkt sich mit einem alten Freund in einer Bremer Bar. Dieser Freund, Peer Förden, steht offenbar auf der Liste von Amali Agbedra, denn plötzlich taucht diese in ebenjener Bar auf, lässt sich von den beiden mit nach Hause nehmen und mischt dem Kommissar K.O. Tropfen ins Bier.

Der Morgen danach

Als der am nächsten Morgen aufwacht, ist das Laken voller Blut, und Peer und Amali sind verschwunden. Mit dem wenigen Erinnerungen von Stedefreund und Amalis Fingerabdrücken kommt man ihrem Rachefeldzug auf die Spur: Peer Förden war auf einem Boot der Grenzsicherungs-Agentur Frontex bei einer Aktion im Mittelmeer beteiligt, bei der offenbar Amalis Tochter zu Tode kam. Wird da von Frontex ein fahrlässiger Zwischenfall vertuscht? Die Kollegen von Peer Förden, Elena Janson, Klaus Kastner, und Robert Böhm (Arnd Klawitter, der schon in den letzten Tatorten tragende Rollen hatte) schweigen dazu, wirken aber hochgradig nervös – denn sie sind nach dem Zwischenfall, bei dem sie offenbar ein Flüchtlingsboot zum kentern gebracht hatten, selbst im Fadenkreuz von Amali.

Die Lage spitzt sich zu

Der Tatort wird zunehmend politischer, als der Chef von Frontex und der Staatssekretär ins Spiel kommen, zusätzlich ruft auch noch der entführte Peer Förden an, während Amali die Tochter von Elena Janson entführt. Als man Peer Förden orten kann, ist dieser schon weg. Aber wie kommt Amali an alle Informationen? Und wie kann sie die Polizei so lange austricksen? Des Rätsels Lösung: Peer Förden selbst ist ihr Helfer, hat sich in Amali verliebt und will ihr bei der Aufklärung des Falles helfen – was ihm zum Verhängnis werden soll: die Kollegen sind leider vor der Polizei zur Stelle und ermorden die beiden.

Fazit

„Heiße Eisen“ und „brisante Themen“ anzupacken geht beim Tatort zwar meistens schief, die gestrige Ausgabe hat es aber irgendwie geschafft, das Thema spannend zu verpacken. Mühsam waren hingegen der Mutter-Tochter-Konflikt, die persönliche Verwicklung des Kommissars in den Fall, Verwirrungen und/oder Logikfehler in der Handlung, der grenzwertige Auftritt der Kommissarin beim Staatssekretär und die Science-Fiction Satellitentechnik, die offenbar Personen aus dem All erkennt, dazu noch alles in Echtzeit auf Monate speichert, und damit die klassische Ermittlerarbeit unnötig machte. Warum werden eigentlich nicht alle Tatorte so aufgeklärt? Trotz all den Fehlern: ein politischer Tatort, der noch dazu spannend

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4 Antworten auf Das Wort zum Tatort vom 15.5.2011 – „Der illegale Tod“ – Verstecken

  1. epoxy sagt:

    mittelmeer
    soetwas passiert wahrscheinlich leider tag f

  2. epoxy sagt:


    für tag. die festung europa schert sich in der hinsicht herzlich wenig um menschenrechte.

  3. Uri sagt:

    Aber warum
    mussten sie am Anfang die Entführung von Peer vortäuschen? Total überflüssig. hat doch nur die Aufmerksamkeit auf sie gelenkt? versteh ich net.

  4. Charles sagt:

    @exposy
    Ich denke auch, dass das recht häufig vorkommt. Die Gesellschaftspolitik,sonst oft das schwächste an den Tatorten, war diesmal ganz ordendlich abgehandelt.

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