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Topkino Kinosaal (c) STDTABEKANNT
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Das Wort zum Tatort vom 11.3.2012 – „Hinkebein“

12. März 2012 • Film / TV1 Kommentar zu Das Wort zum Tatort vom 11.3.2012 – „Hinkebein“

Tatort aus Münster, was das heißt kann man sich ja immer schon vorher denken: (immergleiche) witzige Sprüche, „unterhaltsame“ Nebenhandlungen, absurde Situationen und persönliche Verstrickungen zwischen Ermittlern und Verdächtigen und Opfern. Viel mehr gab’s diesmal auch nicht zu sehen…

Die Ex-Polizistin Katja Braun wird tot im Gebüsch aufgefunden, nur wenige Meter von ihrer neuen Arbeitsstelle entfernt und nur mit einem Slip bekleidet. Erste Ermittlungen bringen auch gleich ein paar Verdächtige zu Tage: ihr Ex-Mann etwa, mit dem es ständig Streit wegen Unterhaltszahlungen und Katjas Alkoholismus gab, oder ihr Kind Marie Braun (Michelle Barthel, das ewige Tatort-Kind mit Sprachfehler – offenbar fehlt es an Nachwuchsschauspielern in Deutschland), mit der Katja in der Mordnacht auch noch Streit hatte.

Hinkebein

Aber noch jemand ist auf der Liste der Verdächtigen zu finden: Heinz Kock alias Hinkebein, ein Zuhälter, den Katja Braun damals wegen Prostituiertenmord gefasst hatte, der allerdings immer seine Unschuld beteuerte und seine Haftstrafe nie antrat, sondern flüchtete. Ist er wieder im Lande, um sich zu rächen? Dann schwebt allerdings auch Professor Boerne in Gefahr, denn er war es damals, der das Gutachten der DNA-Analyse schrieb, das Hinkebein damals ins Gefängnis brachte. Außerdem vielleicht noch interessant: Katja Braun war nur wenige Tage vor ihrer Ermordung bei Boerne in der Gerichtsmedizin, um sich Geld für die Miete auszuleihen.

Nach und nach kommt also Licht in den Fall: Hinkebein ist tatsächlich wieder in der Stadt und will sich nicht rächen, sondern rehabilitieren. Er wurde damals nämlich von Katja reingelegt – doch wer war nun der wahre Mörder? Wen hat Katja damals gedeckt? Und vor allem: wo ist das ominöse Taschentuch aus der Asservatenkammer, das mögicherweise die DNA des damaligen Täters trägt (und das Katja nicht etwa damals schon verschwinden ließ, sondern erst Jahre später beim Besuch in Boernes Klinik).

Überraschung

Wem hier alles schon zu kompliziert und konstruiert war, für den hatte der Tatort noch eine Überraschung bereit, denn der Täter sowie die völlig absurd konstruierte Lösung der Geschichte wurden in den letzten fünf Minuten noch schnell aus dem Hut gezaubert – und die Auflösung machte eigentlich noch weniger als gar keinen Sinn: Katjas Mörder war nämlich der Polizeisprecher, der zusammen mit Katja Braun damals Kock den Prostituierten-Mord angehängt hatte, um von sich abzulenken – schließlich ist er zusätzlich doch auch noch Marie Brauns Vater.

Im Topkino und im Schikaneder gibts übrigens jeden Sonntag ein Tatort Public Viewing – bei freiem Eintritt und (manchmal) mit  Täterraten, bei dem es auch noch Freigetränke zu gewinnen gibt. Ebenso gibts im Moped und im Hawidere Public Viewings. Ältere Tatortrezensionen findet ihr in der Leiste unter diesem Artikel.

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Eine Antwort auf Das Wort zum Tatort vom 11.3.2012 – „Hinkebein“ – Verstecken

  1. tatortfan sagt:

    deutschlands nachwuchsschauspieler
    ob es an nachwuchsschauspielern mangelt, weiß ich nicht. Wenn aber jemand fähig ist, wird er öfter für Rollen genommen und das ist auch gut so. Darüberhinaus, was soll denn die Bemerkung "ewiges Tatortkind" ?! Soll Frau Barthel mit ihren 17 Jahren vielleicht eine fünffache Mutter oder eine Rektorin einer Schule spielen, zu der sie im übrigen selber noch geht? Ich glaube, Deutschland mangelt es an vernünftigen Reportern oder wie auch immer sich die Menschen betiteln wollen, die diesen Stuss verfasst haben.

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